Europas Leitbörsen im Minus, Euro-Stoxx-50 verliert 0,28 %

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US-Zolldrohungen belasten Aktienkurse
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Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Montag belastet von den Sorgen vor einer Ausweitung des Zollstreits der USA mit dem Rest der Welt etwas tiefer geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 0,28 Prozent auf 6.113,92 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX gab 1,06 Prozent auf 24.991,97 Punkte ab. Der FTSE-100 fiel in London um knappe 0,02 Prozent auf 10.684,74 Einheiten.

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Nach der jüngsten Zoll-Entscheidung des Obersten US-Gerichts herrscht Unsicherheit auf beiden Seiten des Atlantiks, was künftig im Handel zwischen den USA und der EU gilt. Auf viele EU-Importe in die Vereinigten Staaten soll US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von 15 Prozent erhoben werden, wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mitteilte. Das Europäische Parlament fror unterdessen die Umsetzung des bereits ausgehandelten EU-US-Zollabkommens ein.

Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets sprach nach Trumps erneutem Rundumschlag von einem perfekten Chaos: "Keiner weiß mehr wirklich, welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf Rückzahlungen hoffen kann - allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorgt zunächst einmal für Nervosität und Verkäufe am Aktienmarkt."

Deutlich tiefer ging es in Europa mit den Aktienkursen von Technologie- und Autowerten. BMW-Aktien bremsten um 2,9 Prozent. Porsche gaben 2,8 Prozent und VW 2,5 Prozent nach. Im Technologiebereich schwächten sich SAP um 3,4 Prozent ab. Capgemini sanken 2,5 Prozent.

Banken legten hingegen mehrheitlich zu, unterstützt von den Titeln der spanischen Santander und der niederländischen ABN Amro, die mit Anstiegen um 1,6 bzw. 1,0 Prozent jeweils von positiven Analystenstimmen profitierten. Santander wurde von RBC mit dem Argument einer attraktiven Bewertung auf "Outperform" hochgestuft. ABN sprach die Bank of America aus ähnlichen Gründen eine Kaufempfehlung aus.

Positiv präsentierte sich auch der Energiesektor, der zuletzt wegen Italiens Interventionsplänen unter fallenden Strompreisen gelitten hatte. Enel konnte diese Sorgen nun mildern. Das operative Gewinnziel für 2026 übertraf die Erwartungen. Die Italiener wollen zudem mehr Dividende zahlen und Aktien zurückkaufen. Enel stand mit 6,8 Prozent Plus an der Euro-Stoxx-Spitze.

Negative Schlagzeilen machte vor allem Novo Nordisk mit einem Kurseinbruch um mehr als 16 Prozent. Der ehemals für seine Abnehmemittel von Anlegern gefeierte Pharmakonzern muss bei der Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich den nächsten Rückschlag hinnehmen, indem das Mittel Cagrisema in einer Studie die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Aktien erreichten ihren niedrigsten Stand seit 2021.

Ein großer Verlierer kam mit Forvia noch aus dem Autosektor. Die Titel des Zulieferers verloren acht Prozent an Wert infolge der Resultate, die die Lichttechnik-Tochter Hella vorgelegt hatte. Diese enttäuschte den Markt nach Angaben des JPMorgan-Fachmanns Jose Asumendi mit ihrem vorläufigen Margenziel. Der Scheinwerferhersteller selbst geht 2026 von schwierigen Marktbedingungen aus.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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