
von
Am Freitag hatte der DAX mit zeitweise 25.173 Punkten erneut einen Vorstoß in Richtung Rekordhoch unternommen, war letztlich aber wieder unter die 25.000 Punkte zurückgekehrt, um die er seit Tagen schon schwankt. Laut dem Chartexperten Martin Utschneider vom Broker Robomarkets sind die Schwankungen geprägt von großer Unsicherheit unter den Marktteilnehmern, die sich angesichts zahlreicher geopolitischer, konjunktureller und geldpolitischer Einflussfaktoren nur zögerlich neu positionieren.
Für einen nachhaltigen Anstieg in Richtung Rekord fehlt den Anlegern derzeit der notwendige Kurstreiber. Über das Wochenende blieb die Lage im Nahost-Konflikt angespannt. Der Auftakt der Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Krieges im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock wurde durch anhaltende israelische Angriffe im Libanon überschattet. Über Nacht wurde dann aber von Fortschritten berichtet, die in Asien vor allem technologielastige Börsen wie etwa in Japan oder Taiwan stützten. Die Ölpreise bleiben auf ihrem tiefsten Niveau seit Kriegsbeginn.
Nach dem Auftakt der Gespräche auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. "Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt, inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche", hieß es in einer von den Vermittlern Katar und Pakistan verbreiteten Erklärung. Ziel bleibe, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen". Die Gespräche hätten in einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden.
Europäische Halbleiterwerte nehmen den Rückenwind aus Asien auf. Davon angetrieben bewegten sich die Infineon-Aktien im frühen Xetra-Handel mit fast vier Prozent im Plus. Über Nacht wurde von Fortschritten bei den Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Krieges berichtet, was in Asien vor allem technologielastige Börsen wie etwa in Japan oder Taiwan stützte. Aktien von SK Hynix und Taiwan Semiconductor legten in Fernost deutlich zu.
Die Aktien von Nordex bauten ihre jüngste Erholungsrally nach US-Aufträgen am Montag aus. Im frühen Handel legten sie um 2,7 Prozent zu. Seit dem Monatstief gewannen die Papiere des Herstellers von Windkraftanlagen inzwischen fast 31 Prozent auf gut 49 Euro. Bei 51,70 Euro wartet das Jahreshoch. Laut Ajay Patel von Goldman Sachs zeigen die Aufträge die Fortschritte der Hamburger in den USA. Sie ergänzen das noch profitablere Geschäft in Deutschland. Insgesamt sieht Patel die gesamte Onshore-Brache weiter im Aufwind. Sein Kursziel für Nordex liegt mit 53,20 Euro leicht über dem Jahreshoch.
Der britische Billigflieger Easyjet lehnte laut Castlelake auch ein drittes unverbindliches Übernahmeangebot des US-Investors ab. Castlelake habe Easyjet am 20. Juni angeboten, alle Aktien für 625 Pence je Anteilsschein in bar zu übernehmen, teilte Castlelake mit. Der Easyjet-Verwaltungsrat hatte zuvor bereits Offerten über 560 Pence und 600 Pence zurückgewiesen. Das jüngste Angebot entspreche einem Aufschlag von 59 Prozent zum Schlusskurs von 394,20 Pence vom 28. Mai, so der Investor. Es beinhalte zudem ein zum Teil auf Aktien basierendes alternatives Angebot, mit der Anteilseigner an Easyjet beteiligt bleiben könnten. Die Easyjet-Aktie notierte kurz nach Handelsbeginn 1,8 Prozent fester. Castlelake hat nun bis zum 26. Juni Zeit, ein verbindliches Übernahmeangebot zu unterbreiten oder sein Angebot zurückzuziehen.