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Über die Börsen in Japan und Südkorea schwappte nach ihrem jüngsten Rekordlauf eine Welle an Gewinnmitnahmen. Diese war so heftig, dass der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde.
"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb in der Früh der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX, dessen Kurs am Vorabend in New York um 16 Prozent einbrach und fast wieder das Niveau zum Börsenstart erreichte.
Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten im Frühhandel der Entwicklung in Asien. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy mit vier Prozent Minus. Aus dem Chipsegment büßten Infineon von ihrem 26-Jahreshoch auch etwa vier Prozent an Wert ein. Für die Titel der Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron und PVA Tepla ging es zwischen vier und zehn Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron. "Die Zahlen des Chipherstellers dürften zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der Consorsbank-Experte. Angesichts einer Kursvervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte rückte RWE in den Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Dafür erforderlich wird eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. 74,4 Millionen Aktien wurden zum Stückpreis von 54 Euro platziert, was ein Abschlag von fast drei Prozent zum Vortagsniveau bedeutet. Dem näherte sich der Kurs mit einem Abschlag von 1,9 Prozent.
Ein kleines Plus von 0,1 Prozent konnten in dem eingetrübten Umfeld die Aktien von Brenntag verteidigen. Der Chemikalienhändler hat nach einem starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Markterwartung für das operative Ergebnis im zweiten Quartal sei deutlich übertroffen worden, schrieb Marcus Dunford-Castro vom Analysehaus Jefferies.
L'Oreal verloren heute in Paris 1,57 Prozent auf 372,25 Euro. Deutsche Bank Research hat den Kosmetikkonzern von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 360 auf 340 Euro gesenkt. Nach einem starken Jahresstart des Konsumgüterkonzerns rechne er mit einem verlangsamten Wachstum im zweiten Halbjahr, schrieb Tom Sykes am Dienstag in einer Studie.
PRODUKTION - 23.03.2026, Hessen, Eschborn: Zwei Skulpturen von "Bulle und Bär" in der Zentrale der Deutschen Börse in Frankfurt. (zu dpa: «Dax stabil - Iran-Verhandlungen im Fokus») Foto: Helmut Fricke/dpa +++ dpa-Bildfunk +++