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Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung scheint damit verpufft zu sein. Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Großteil von US-Präsident Donald Trump verhängten Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er-Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte Trump einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an.
Im Euro-Stoxx-50 lag der italienische Energieversorger Enel vorne mit plus 5,8 Prozent bei 9,60 Euro, auch getragen von einer geplanten Dividendenerhöhung. Für 2025 erwartet Enel 0,69 Euro je Aktie. Für das laufende Jahr prognostiziert das Unternehmen zwischen 0,72 und 0,74 Euro. Zudem will der Energieversorger bis einschließlich 2028 53 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um dieses in den Ausbau des Energienetzes sowie in die Erweiterung des Portfolios mit Windenergie und Batteriespeicher zu stecken. Die US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung für Enel mit einem Kursziel von 9,70 Euro auf "Overweight". Analyst Javier Garrido lobte die "guten Schlagzeilen" der Strategie bis 2028.
Unter Druck gerieten exportlastige Branchen wie Technologie oder Industrie. Der Softwarekonzern SAP verlor 1,44 Prozent, Abschläge gab es auch etwa für Airbus (minus 1,41 Prozent) oder Rheinmetall (minus 2,07 Prozent). Im Plus befanden sich hingegen die Commerzbank mit 1,71 Prozent und Adidas mit 1,23 Prozent.