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Nachdem am Vortag eine Eskalation im Nahost-Konflikt und der dadurch ausgelöste Ölpreisanstieg die Börsen belastet hatten, ging es am Donnerstag wieder großteils nach oben. Auch in Asien stabilisierten sich die Aktienmärkte. Der südkoreanische Aktienindex Kospi, der besonders stark unter dem vorläufigen Ende der KI-Rally gelitten hatte und nun zurück ist auf Mai-Niveau, gelang am Ende des Handelstages der Dreh ins Plus.
Davon profitierten auch in Europa die Aktien mit KI-Fantasie und fanden sich unter den größten Gewinnern: Aktien von ASML stiegen um 2,2 Prozent. Infineon legten 1,3 Prozent zu. Die Titel von Siltronic wurden durch eine Empfehlung von Exane BNP zusätzlich gestützt und gewannen 10,7 Prozent. Gesucht waren auch Siemens Energy mit einem Plus von 2,5 Prozent. Der Stromkonzern zählt Rechenzentren zu seinen wichtigsten Kunden und gilt daher als Profiteur des KI-Booms.
Zu den weiteren Tagesgewinnern zählten Wolters Kluwer mit einem Plus von 4,1 Prozent auf 61,44 Euro. Die US-Bank JPMorgan hat ihr Kursziel für die Aktien des niederländischen Unternehmens von 73 auf 87 Euro angehoben und die Empfehlung auf "Overweight" hochgestuft.
Fest zeigten sich im Branchenvergleich auch Aktien aus dem Rohstoff- und Bankenbereich. Am Ende des Feldes bewegten sich unterdessen die am Vortag starken defensiven Titel, allen voran die Pharmaaktien. Hier belastete auch der Einbruch von Astrazeneca, die um fast 10 Prozent nachgaben. Der Rücksetzer erfolgte auf enttäuschende Studiendaten in einer Phase-III-Studie.
Unter Druck kamen am Donnerstag auch die Aktien des Rüstungsriesens Rheinmetall und verloren zuletzt 4,5 Prozent. Der Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research strich in der Früh nach dem NATO-Gipfel seine Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktien. Die Verteidigungsallianz verlagere ihre Prioritäten und Ausgaben, schrieb er zur Begründung. Traditionelle Landstreitkräfte seien immer noch wichtig, aber die Mittel flössen vor allem in mehrschichtige Luftverteidigung, weitreichende Waffen, Drohnen und Überwachung.
Aufmerksam verfolgt werden an den Märkten nun weiter alle Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt. Die Signale bleiben zwiespältig: Einerseits gab es erneute gegenseitige Angriffe, andererseits will der Iran laut US-Präsident Donald Trump aber weiter ein Rahmenabkommen mit den USA.
Impulse für die Börsen könnten auch die am Nachmittag anstehenden US-Daten bringen. Erwartet werden die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser. Die Daten zu den Eigenheimverkäufen und hier insbesondere die Preisentwicklung könnten Rückschlüsse auf die Konsumneigung der US-Verbraucher liefern, schreiben die Analysten der Helaba.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND