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Schon am Vortag hatte ein gut aufgenommener US-Arbeitsmarktbericht die Börsen in Europa und den USA angetrieben. Der Bericht zeigte zwar weniger neue Jobs als erwartet, linderte damit aber Ängste vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Dazu kamen am Freitag gute Vorgaben der Börsen in Südkorea und Japan. Die Märkte erholten sich, nachdem die KI-Rally dort zuletzt ins Stottern geraten war.
Gut gesucht waren vor diesem Hintergrund Halbleiterwerte. So lagen Aktien der ASML mit einem Plus von 3,3 Prozent ganz oben im Euro-Stoxx-50. Infineon-Aktien gewannen 1,4 Prozent. Gut gesucht waren auch einige Stromversorger wie die spanische Iberdrola (plus 1,4 Prozent) sowie die deutschen Versorger E.ON (plus 3,8 Prozent) und RWE (plus 1,8 Prozent). Die Versorger dürften besonders von der Aussicht auf weiter niedrige US-Zinsen profitiert haben. Schwach zeigten sich hingegen einige Softwarewerte. Aktien von SAP und Teamviewer verloren jeweils 1,8 Prozent.
Die Titel des Rüstungsriesen Rheinmetall sanken zuletzt um 2,0 Prozent, nachdem sie sich in der laufenden Woche bereits um 18 Prozent von ihrem jüngsten Kursverfall erholt hatten. Der Rüstungskonzern prüft derzeit die Auswirkungen des vom deutschen Verteidigungsministerium stornierten Auftrags für die Fregatte F126. Sollten keine Abhilfemaßnahmen zur kurzfristigen Umsatzkompensation identifiziert werden können, könnten die Umsatzauswirkungen laut Rheinmetall im laufenden Jahr bis zu 300 Mio. Euro betragen.
Unter Druck kamen auch Aktien von L'Oreal und verloren 3,4 Prozent. Die Analysten von JPMorgan haben die Aktie zwar mit einem Kursziel von 365 Euro auf "Neutral" belassen, warnen aber vor einem schwächeren zweiten Halbjahr für den Konzern.
Der Nachmittagshandel dürfte nun weitgehend ruhig verlaufen. Die US-Börsen bleiben wegen des US-Unabhängigkeitstags geschlossen. Zum ruhigen Handelsgeschehen trägt auch bei, dass kommende Woche nur wenige wichtige Konjunkturdaten anstehen und die US-Berichtssaison erst übernächste Woche beginnt. "Die Märkte haben erst einmal Zeit durchzuatmen", stellte Robert Greil, leitender Marktstratege bei Merck Finck, daher fest.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND