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Tendenziell gestützt wurden die Aktienkurse durch fallende Renditen am Anleihemarkt, nachdem auch die Ölpreise deutlich zurückgegangen waren. Zuletzt hatten Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Ölnotierungen belastet. Zudem passieren immer mehr Handelsschiffe die Straße von Hormuz und ermöglichen so den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf.
Jedoch bleiben die Anleger nach der jüngsten Welle an Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten auf der Hut. Nun warten sie auf die Quartalszahlen des US-Chipriesen Micron, die nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Von ihnen erwarten sich Marktbeobachter Hinweise darauf, ob die Nachfrage für Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) noch hoch genug ist, um die Kursrally in diesem Bereich weiter anzutreiben.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 waren Immobilientitel sowie die Lebensmittelhersteller und Produzenten von Verbrauchsgütern gefragt. Zu Letzteren zählen auch die Luxusgüterkonzerne, deren Aktien sich weiter erholten. Einen Bogen machten die Anleger zur Wochenmitte um die Aktien der europäischen Öl- und Gas- sowie Rohstoffkonzerne. Hier belasteten die weiter sinkenden Rohöl- und Metallpreise.
Kursabschläge gab es auch bei den meisten Aktien von Rüstungskonzernen. Rheinmetall brachen um 18,7 Prozent ein, weil ein Rüstungsprojekt der deutschen Bundeswehr für neue Fregatten beendet wird. Nach der Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen werde Rheinmetall um dessen "Kronjuwel" beraubt, schrieb der Experte Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB. Beschafft werden nun acht Fregatten von TKMS, deren Papiere um gut 16 Prozent anzogen.
Aus der erneut schwächeren Technologiebranche stach die Tech-Beteiligungsgesellschaft Prosus mit einem Kursplus von vier Prozent heraus. Sie profitierte von der positiv aufgenommenen Meldung des chinesischen Internetkonzerns Tencent, vor der Einführung eines KI-Agenten für seine Unternehmenskommunikations-App zu stehen. Tencent ist die wichtigste Beteiligung von Prosus.