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Der deutsche DAX schloss mit einem knappen Plus von 0,06 Prozent und 24.209,71 Punkten. Der britische FTSE legte 0,48 Prozent auf 10.303,88 Punkte zu.
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg gedroht. "Die USA werden den Iran heute Nacht 'sehr hart' treffen", schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. "In nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Insel Kharg und andere wichtige Öl-Infrastrukturstandorte einnehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte übernehmen", fügte er hinzu.
Die EZB hatte am Nachmittag ihre erste Zinserhöhung seit 2023 bekannt gegeben. Die Notenbank hob ihren Einlagensatz am Donnerstag wie erwartet von 2,0 auf 2,25 Prozent an. Über ihn steuert der EZB-Rat seine Geldpolitik. Damit reagierte die EZB auf neue Inflationsängste. Befeuert vom Iran-Krieg stiegen die Ölpreise zuletzt stark an. Die Teuerung schoss in der Eurozone mit zuletzt 3,2 Prozent über das Ziel der EZB von 2,0 Prozent hinaus.
Sowohl größere Gewinner als auch Verlierer gab es am Donnerstag im Technologiesektor. So verloren die Aktien des deutschen Softwarekonzerns SAP nach schlecht aufgenommenen Quartalszahlen des Konkurrenten Oracle 6,6 Prozent. Der US-Software- und Datencenter-Konzern steigerte im vierten Geschäftsquartal zwar den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - um 93 Prozent. Experten bemängelten aber hohe Kosten für Rechenzentren und entsprechend starke Geldabflüsse. Halbleiter-Aktien profitierten hingegen von den Oracle-Zahlen, die die hohe Nachfrage nach Chips untermauerten. So gewannen ASML-Aktien 4,6 Prozent.
Die Papiere der österreichischen Kontron sprangen an der Börse Frankfurt aufgrund von Übernahmeaussichten um fast sechs Prozent auf 23,70 Euro nach oben. Der Großaktionär Ennoconn hat bei dem Hightech-Unternehmen die 30-Prozent-Schwelle überschritten und will den restlichen Aktionären nun ein Pflichtangebot zur Übernahme machen. Der Angebotspreis soll bei 23,50 Euro je Aktie liegen.
Der Aktienkurs des Modehändlers Hugo Boss verteuerte sich an der MDAX-Spitze um 9,0 Prozent auf 39,78 Euro und liegt damit über der Offerte des Großaktionärs Frasers Group. Frasers bietet im Rahmen eines Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von gut 26 Prozent. Analysten bezeichneten das Gebot in ersten Reaktionen als nicht besonders attraktiv.
Wizz Air verteuerten sich um 6,0 Prozent. Die Airline wies für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Überschuss aus, dabei hatte man am Markt mit einem Verlust gerechnet. Auf einen Ausblick verzichtete Wizz Air zunächst angesichts der vom Iran-Krieg ausgehenden Unsicherheit, versprach jedoch, die Marktverwerfungen zu nutzen, um das Wachstum voranzubringen.
Mit Spannung erwartet wird jetzt der Börsengang des Raumfahrt-und KI-Konzerns SpaceX am Freitag. Das Börsendebüt könnte laut Analysten weitreichende Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Börsianer spekulieren, dass Investoren ihre Portfolios umschichten und Kapital aus anderen Technologiewerten oder aus Kryptowährungen abziehen. Zugleich wird laut Commerzbank-Analysten der Dollar gestützt.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON