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Im Nahost-Konflikt haben Iran und Israel ihre jüngsten wechselseitigen Angriffe vorerst eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. Für Beruhigung sorgt derzeit auch, dass US-Präsident Donald Trump den Abschluss einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs in den nächsten Tagen in Aussicht gestellt hat. "Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird", sagte Trump am Dienstag.
"Zwischen Krisenrauschen, geldpolitischen Fragezeichen und der KI-Euphorie als strukturellem Wachstumstreiber fehlt Anlegern derzeit ein verlässliches Navigationssignal. Ohne klare Leitplanken bleibt das Marktumfeld schwer navigierbar", kommentierte Marktexperte Timo Emden die Lage.
Halbleiterwerte setzten nach dem jüngsten Rücksetzer zu einer Erholung an. Börsianer vermuten, dass die KI-Fantasie von dem jüngsten Kursrutsch unbeeindruckt bleibt. Bereits am Vorabend hatten US-Branchenwerte schwungvoll zugelegt. An der technologielastigen Börse in Südkorea sprangen die Titel des Branchenriesen SK Hynix am Dienstag um 16 Prozent an. Für die Papiere von Infineon, Aixtron, Suss und PVA Tepla ging es um bis zu 4,2 Prozent aufwärts.
Analysten-Lob trieb die Aktien von Symrise kräftig an. Mit plus 5,1 Prozent waren sie der Top-Wert im DAX und sprangen über die 21-Tageslinie zurück. JPMorgan-Analyst Edward Hockin blickt optimistisch auf die Ende Juli anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal. Er rechnet mit einer Belebung des organischen Umsatzwachstums auf drei Prozent. Der Hersteller von Aromen und Duftstoffen profitiere von einer günstigeren Vergleichsbasis und einer soliden Entwicklung in den Geschäften rund um Parfüm sowie Lebensmittel und Getränke.
Angekündigte Anleihe-Emissionen belasteten die Aktien von Evonik und K+S . Letztere fielen um 2,9 Prozent nach der Mitteilung, dass der Düngemittelkonzern die Ausgabe einer Wandelanleihe im Nennwert von etwa 300 Millionen Euro plant. Sie unterschritten damit erstmals seit Mitte Jänner wieder die 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend. Die Evonik-Papiere büßten 3,4 Prozent ein.
Die Aktien von GSK haben im frühen Handel am Dienstag etwas stärker nachgegeben. Zuletzt verloren sie 2,6 Prozent und näherten sich damit wieder der Unterstützungslinie um 1.800 Pence. Der britische Pharmakonzern baut sein Onkologiegeschäft mit der milliardenschweren Übernahme des US-Biotechunternehmens Nuvalent weiter aus. Der gesamte Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 10,6 Milliarden Dollar (9,2 Mrd Euro).
Nach Ansicht der Analysten der Investmentplattform Hargreaves Lansdown stärkt GSK mit dem Zukauf seine Stellung im Bereich zielgerichteter Krebstherapien aus und erweitert zugleich seine Wirkstoffpipeline. Das Kaufangebot signalisiere mit einer Prämie von 40 Prozent anhaltende Zuversicht, Übernahmen als Möglichkeit zu verstärktem Wachstum zu nutzen. Dabei bewahre sich GSK das Potenzial für weitere Akquisitionen.
Die Papiere des schweizerischen Duft- und Aromastoffherstelles Givaudan legten 6,15 Prozent auf 3.108,00 Franken zu. Deutsche Bank Research hat das Kursziel für Givaudan von 3.000 auf 3.300 Franken angehoben und die Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Die Nachfrage bleibe solide, schrieb Virginie Boucher-Ferte in ihrem am Dienstag vorliegenden Resümee der Consumer Conference der Bank mit Präsentationen von sieben Zutatenherstellern. Am optimistischsten ist die Expertin für Givaudan und Croda, wo sie besonders deutlich vom Ergebniskonsens für das zweite Quartal abweicht.