Europas Börsen am Donnerstag mit klaren Abgaben

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STMicro mit massivem Kursrutsch
 © APA/APA/AFP/LUDOVIC MARIN
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Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag kaum auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Vielmehr dominierten den Handelstag die steigenden Ölpreise. Der Euro-Stoxx-50 ging mit minus 1,69 Prozent bei 6.210,17 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der DAX um 1,56 Prozent schwächer bei 24.763,12 Zählern. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 0,73 Prozent auf 10.639,17 Einheiten.

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Getrieben wurde der Preis von Rohöl, der bis Anfang Juli noch auf rund 70 Dollar gefallen war, von der erneuten Eskalation im US-iranischen Krieg. Vom Iran unterstützte Houthi-Milizen teilten mit, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen. Dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.

Die EZB pausierte nach der Zinserhöhung vom Juni und demonstrierte zugleich Entschlossenheit im Kampf gegen die hohe Inflation. Der Einlagensatz blieb konstant bei 2,25 Prozent, wie der EZB-Rat mitteilte. Diese Stellschraube zum Steuern der Geldpolitik hatten die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde im Juni erstmals seit fast drei Jahren angezogen. Die vom Iran-Konflikt angetriebene Teuerung im Euroraum war zuletzt zwar auf 2,8 Prozent zurückgegangen, bleibt aber erhöht.

Am schwächsten war ausgerechnet einer der Sektoren, die sich in schwierigen Phasen normalerweise besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Mit deutlichen Abschlägen lagen die defensiven Nahrungs- und Getränkeproduzenten am Ende des Feldes und reagierten damit auf den Einbruch des Branchenschwergewichts Nestle.

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hatte sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 zwar gesteigert. Allerdings war zugleich die Rentabilität gesunken. Die Aktie gab daher deutlich um acht Prozent nach. Auch andere Werte des Sektors wurden davon belastet, darunter Unilever (minus 1,5 Prozent).

Im Technologiesektor kam zu mäßigen Vorgaben aus den USA der Rücksetzer der Aktie von STMicroelectronics hinzu, die um über 17,7 Prozent einbrach und damit die Korrektur seit den Jahreshochs im Juni dynamisch fortsetzte. Eine enttäuschende Umsatzprognose hatte den Kurs auf Talfahrt geschickt.

Titel der Schweizer Givaudan büßten 6,1 Prozent ein und reagierten damit auf Zahlen, die nach Einschätzung von Jefferies durchwachsen ausgefallen waren.

Im Bankensektor gaben Aktien von BNP Paribas trotz ordentlicher Zahlen um 2,8 Prozent nach. Die Erträge im Aktienhandel waren im zweiten Quartal im Jahresvergleich zwar unerwartet stark gestiegen. Im Vergleich zu den großen US-Banken fiel der Zuwachs jedoch eher gering aus. Die Erträge im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen gingen sogar leicht zurück.

Besser hielten sich Pharmawerte. Roche stiegen hier um 5,2 Prozent. Der Basler Pharmakonzern hatte zum Halbjahr ein nach Ansicht von Analysten zwar unspektakuläres, aber solides Zahlenwerk vorgelegt. Der Umsatz lag im Rahmen, der Kerngewinn etwas über den Erwartungen.

Gefragt waren einmal mehr die Ölwerte, die im Sog der weiter steigenden Ölnotierungen anzogen. Der französische Ölkonzern TotalEnergies hatte zudem im zweiten Quartal deutlich mehr verdient, die Aktien gewannen 2,5 Prozent.

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