Deutsche Ökonomen wegen Krieg pessimistischer

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Institut IMK senkt Wachstumsprognose
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Das deutsche IMK-Institut kappt seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft 2027 wegen der Folgen des Iran-Kriegs deutlich. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte nur noch um 0,9 Prozent zulegen und damit nicht wie noch im März erwartet um 1,6 Prozent, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Schätzung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervorgeht.

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"Der wirtschaftliche Schaden durch den Iran-Krieg ist erheblich, aber halbwegs beherrschbar, wenn sich der Konflikt nicht noch etliche Monate hinzieht", sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. "Außerdem haben es die Europäische Zentralbank und die Bundesregierung in der Hand, die Konjunktur zu unterstützen oder noch weiter zu schwächen."

Ölpreis als Knackpunkt

Für das laufende Jahr senkten die Düsseldorfer Ökonomen ihre Prognose von 0,9 auf 0,6 Prozent. Sie unterstellen dabei, dass es bei den weiteren Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu Rückschlägen komme und die Unsicherheit über den Einigungsprozess den Ölpreis weiter erhöhe. "Sollte sich die jüngst geschlossene Vereinbarung zwischen den USA und Iran als nachhaltig erweisen, könnte der Ölpreis allerdings schneller und weiter fallen als von uns angenommen", betonte Dullien. "Dann würde auch die Inflation in Deutschland geringer und das Wachstum messbar höher ausfallen." Dieses Jahr wären dann rund 0,8 Prozent Wachstum plausibel, 2027 etwas mehr als ein Prozent.

Diese Abhängigkeit der Prognose vom Iran-Krieg illustriere die Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche, erläuterte Dullien. "Die aktuellen Probleme der deutschen Wirtschaft sind in erster Linie Folge externer Energiepreisschocks, eines aggressiven Protektionismus in China und den USA sowie der erheblichen Aufwertung des Euro", sagte Dullien. "Es sind keine klassischen Probleme preislicher Wettbewerbsfähigkeit." Viele Ökonomen und die Wirtschafts-Lobby sehen dies jedoch anders.

Fokus auf Investitionen

Deutschland brauche einen Fokus auf Investitionen, Innovationen und Produktivitätssteigerungen, erklärte der IMK-Experte. "Dafür sind keine Sozialreformen nötig, die die Lohnnebenkosten drücken, indem sie Lasten auf die Beschäftigten umverteilen, sondern ein ganzheitlicher industriepolitischer Ansatz." Dabei dürfe es keine Denkverbote geben, sondern der ganze Instrumentenkasten samt Schutzzöllen auf EU-Ebene und "Buy-European-Klauseln sollte diskutiert werden", sagte Dullien.

Zudem sei es in der gegenwärtigen Lage wirtschaftspolitisch wichtig, "die Menschen nicht weiter zu verschrecken und den Konsum nicht zusätzlich zu schwächen – wie es durch nervöse und übertriebene Diskussionen zu Kürzungen bei Gesundheit oder Rente passiert". Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission soll am Dienstag ihre mit Spannung erwarteten Empfehlungen vorlegen.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Annette Riedl

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