
von
"Trotz aller Wettbewerbsnachteile entwickeln sich die Exporte robust", sagte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger. "Den Exporten hilft, dass die US-Wirtschaft weiter dampft." Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,1 Mrd. Euro geliefert, das waren 23,1 Prozent mehr als im Vormonat.
Das deutsche China-Geschäft legte um 7,1 Prozent zum Vormonat auf 6,2 Mrd. Euro zu. Die Exporte in die EU-Staaten sanken entgegen dem Trend um 1,1 Prozent auf 78,3 Mrd. Euro.
Belastet werden könnte die deutsche Exportwirtschaft künftig vom wiederaufgeflammten Iran-Krieg. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch das vorläufige Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran für nichtig erklärt. Die USA griffen nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran an, der wiederum mit Attacken auf Kuwait und Bahrain reagierte.
Dabei hatte es zuvor nach Deeskalation im Nahen Osten ausgesehen. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg deshalb im Juni auf minus 3,7 Punkte, von minus 5,7 Zählern im Mai, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. "Die Exporteure sind noch skeptisch, ob die geopolitische Unsicherheit nachhaltig abnimmt", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Zudem ist die internationale Konkurrenz weiterhin stark."