Deutsche Chemieindustrie schrumpft weiter

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Der Grund sind hohe Standortkosten und politischer Unsicherheiten
 © APA/APA/dpa/Hendrik Schmidt
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Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland sieht sich weiter in der Krise. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Produktion nach Angaben des Branchenverbands VCI um rund 3 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz sank um 1 Prozent auf 106 Mrd. Euro. Zugleich seien die Investitionen das dritte Jahr in Folge rückläufig, wie der Verband mitteilte.

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VCI-Präsident Markus Steilemann sprach von einer enttäuschenden Halbjahresbilanz. "Wir erleben nur eine Atempause, keine Trendwende." Die aktuelle Belebung sei vor allem auf Sondereffekte infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zurückzuführen. Unternehmen hätten ihre Lager aus Sorge vor Lieferengpässen aufgefüllt, zugleich habe der Wettbewerbsdruck aus Asien wegen der Sperrung der Straße von Hormus vorübergehend nachgelassen.

Für das Gesamtjahr 2026 senkte der Verband seine Prognose für die Produktion auf einen Rückgang um 1,5 Prozent. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen.

Viele Anlagen seien weiter nicht ausgelastet, Exporte schwach und die Erträge wegen hoher Kosten sowie des intensiven internationalen Wettbewerbs unter Druck. 2025 hatte nur eine starke Pharmasparte den Produktionsrückgang der Branche auf 0,5 Prozent begrenzt.

"Besonders besorgniserregend" sei der Rückgang der Investitionen in Sachanlagen. Sie lägen rund 15 Prozent unter dem Niveau von 2023. Für die Unternehmen zählten hohe Energie- und Produktionskosten sowie weitere negative Rahmenbedingungen in Deutschland zu den größten Investitionshemmnissen.

Der VCI fordert von der deutschen Bundesregierung einen konsequenten Reformkurs zur Stärkung des Industriestandorts. Genannt werden wettbewerbsfähigere Unternehmensteuern, niedrigere Arbeitskosten, schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie.

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