Deutsche Baubranche erwartet stagnierende Geschäfte

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
++ ARCHIVBILD ++ Wohnungsbau ist das größte Sorgenkind der Baubranche
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die deutsche Bau- und Ausbauwirtschaft erwartet weitgehend stagnierende Geschäfte und spürt negative Folgen des Iran-Kriegs. Die nominalen Umsätze dürften 2026 minimal um 0,3 Prozent auf 433 Milliarden Euro steigen, wie die Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) am Donnerstag mitteilte. "Wir blicken auf ein Jahr, in dem die zarten Erholungssignale des vergangenen Jahres jetzt auf eine neue Belastungsprobe von außen treffen", so der BVB-Vorsitzende Marcus Nachbauer in Berlin.

von

"Der Umsatz hat sich stabilisiert, aber von einem Ende der Talsohle kann noch keine Rede sein", sagte Nachbauer. Die Beschäftigung dürfte demografiebedingt um 0,3 Prozent oder 12.500 auf 3,76 Millionen sinken. Seit Ende Februar haben der Konflikt in Nahost und die zeitweise Sperrung der Straße von Hormuz die Energie- und Rohstoffmärkte erfasst, betonte er weiter. "Bitumen, Beton und Zement, Kunststoffe, Diesel und Heizöl haben sich binnen weniger Wochen spürbar verteuert." Gut drei Viertel der Betriebe meldeten höhere Materialpreise. "Und die Preise werden weiter steigen", sagte Nachbauer. Knapp 43 Prozent der Firmen hätten ihre Preise bereits erhöht und 55,5 Prozent planten dies.

"Klar ist aber auch: Selbst ohne den Golfkrieg wäre die Lage alles andere als rosig", sagte der BVB-Chef. In den einzelnen Sparten laufen die Geschäfte teilweise sehr unterschiedlich. Der Wohnungsbau ist dem Verband zufolge das größte Sorgenkind. Die 2025 bundesweit nur rund 206.600 fertiggestellten Wohnungen seien nicht nur der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt, sondern bei einem Bedarf von rund 400.000 Wohnungen im Jahr viel zu wenig, warnte Nachbauer. Er pochte auf mehr Förderung und Entlastung durch den Staat und auf geringere Standards, etwa in puncto Energie.

Im Bauhauptgewerbe sowie im Garten- und Landschaftsbau dürfte der Umsatz 2026 insgesamt um rund 0,7 Prozent auf 145 Milliarden Euro sinken. In der sogenannten Gebäudetechnik gibt es Licht und Schatten: Während sich das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk auf ein verhaltenes Jahr einstellt, sorgen den Angaben zufolge Modernisierung und Energieeffizienz weiter für Stabilität. Das Elektrohandwerk rechnet demnach mit einer Stagnation. Die Ausbaugewerke – etwa Stuckateure, Fliesenleger, Tischler und Maler – dürften 2026 leicht unter dem Vorjahresumsatz bleiben. "Während das Tischlerhandwerk robuste Perspektiven meldet, belasten rückläufige Aufträge im Privatkundengeschäft die Erwartungen vieler Malerbetriebe."

Nachbauer forderte zudem mehr Tempo beim Umsetzen der angekündigten Investitionen in die marode Infrastruktur in Deutschland. "Die Aufgaben sind groß und sie dulden keinen Aufschub."

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Nur jetzt ein ganzes Jahr trend. für nur €10,99 pro Monat!