Covestro rutscht tiefer in die Verlustzone

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Minus von 644 Mio. Euro 2025
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Eine schwache Nachfrage, sinkende Preise und die Folgen eines Brands haben den Gewinn des vom Ölriesen Adnoc übernommenen Kunststoffkonzerns Covestro im vergangenen Jahr einbrechen lassen. Der operative Gewinn (EBITDA) fiel 2025 um knapp 31 Prozent auf 740 Millionen Euro, wie das deutsche Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 743 Millionen Euro gerechnet. Covestro selbst hatte sein Ergebnisziel zuletzt auf 700 bis 800 Millionen Euro gekappt.

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Der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Konzernverlust von 644 Millionen Euro nach einem Minus von 266 Millionen Euro im Vorjahr. Eine Dividende wird es erneut nicht geben. Zuletzt gab es für 2021 eine Ausschüttung von 3,40 Euro je Aktie.

Keine Erholung in Sicht

Für das laufende Jahr 2026 stellt der Konzern, der nun erstmals eine Prognose unter dem Dach von Adnoc abgibt, ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht. Eine nachhaltige Erholung der weltweiten Nachfrage sei nicht absehbar. Das Umfeld bleibe zudem von Überkapazitäten und anhaltendem Preisdruck geprägt. "Das Jahr 2025 war erneut von geopolitischen Unsicherheiten und einem weltweit herausfordernden Marktumfeld geprägt", sagte Vorstandschef Markus Steilemann. Die Auswirkungen eines Brands im Chempark Dormagen in Deutschland belasteten das Ergebnis mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Adnoc hatte die Übernahme der ehemaligen Bayer-Kunststofftochter, bei der Covestro mit 14,7 Milliarden Euro bewertet worden war, Ende vergangenen Jahres abgeschlossen. Für Adnoc ist es der bisher größte Zukauf und zugleich eine der größten ausländischen Übernahmen eines EU-Unternehmens durch einen Golfstaat. Die Übernahme leitet auch einen Umbruch im Management ein. Vorstandschef Steilemann kündigte Anfang der Woche an, nach Ablauf seiner bis Ende Mai 2028 laufenden Amtszeit nicht für eine weitere zur Verfügung zu stehen. Er ist bereits der zweite Topmanager, der den Konzern nach der besiegelten Übernahme verlässt. Zuvor hatte Finanzvorstand Christian Baier angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern.

DORMAGEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/INA FASSBENDER

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