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Zu verdanken hat die Regierung das tendenziell erfreuliche Ergebnis dem Faktum, dass die Einnahmen mit einem Plus von 4,5 Prozent deutlicher stärker stiegen als die Ausgaben mit 3,6 Prozent. "Die Einnahmequote bleibt auf einem konstant hohen Niveau", sagte Manuela Lenk, Statistik Austria Generaldirektorin, bei der Präsentation der Zahlen am Dienstag. In absoluten Zahlen betrugen die Staatseinnahmen 261,5 Milliarden, 86,6 Prozent davon stammten aus Steuern und Sozialbeiträgen. Daneben stiegen auch die Einnahmen aus Produktions- und Importabgaben (+6,6 Prozent) und Mehrwertsteuer (+3,4 Prozent). Vor allem der Zuwachs der Sozialbeiträge um fünf Prozent stützte die Einnahmenseite.
Demgegenüber betrugen die Ausgaben 283 Milliarden. Der größte Teil davon ging mit 127 Milliarden an Sozialleistungen, vorwiegend entfiel dieser auf Ausgaben in Zusammenhang mit Pensionen bzw. Arbeitslosigkeit. Überproportional stark stiegen im Vorjahr die Ausgaben für Gesundheit. "Mehr als jeder zweite Euro im Gesundheitswesen geht in die stationäre Behandlung", betonte Kerstin Gruber, Leiterin öffentliche Finanzen. Dass die Ausgaben für die soziale Sicherung nur um 3,7 Prozent gestiegen seien, liege vor allem am Wegfall des Klimabonus, so Gruber. Gesunken ist das Subventionsniveau durch das Auslaufen von Maßnahmen zur Abmilderung der hohen Energiekosten, andere Maßnahmen oder der Anstieg bei den Ausgaben für Altersteilzeit wirkten diesem Rückgang aber entgegen. Einen leichten Anstieg zeigten die Investitionen (+2,1 Prozent), dieser geht auf Investitionen in militärische Güter bzw. Krankenanstalten zurück, während Investitionen in den Verkehrsbereich rückläufig waren.
Die Schulden stiegen 2025 in allen Teilsektoren. Mit 418,1 Milliarden oder 69,9 Prozent des BIP (2024: 69,1) entfällt der größte Teil auf den Bund. Österreich ist eines von zehn EU-Ländern, die sich derzeit in einem Defizitverfahren befinden. Auch in den letzten 30 Jahren habe es Phasen mit sehr hohen Budgetdefiziten gegeben, betonte Lenk. Diese hätten aber kürzer angehalten.
Der Bund konnte sein Defizit im Vorjahr von 3,4 auf 3,0 Prozent des BIP reduzieren, die Länder (ohne Wien) ihres von 0,5 auf 0,4 Prozent. Der Abgang der Gemeinden stieg hingegen von 0,6 auf 0,7 Prozent, jener der Sozialversicherungsträger sank von 0,2 auf 0,1 Prozent.
Die Länder schnitten ganz unterschiedlich ab. Das beste Ergebnis erzielte Oberösterreich, das sogar ein Plus von fünf Millionen Euro erreichte. Die Steiermark, Kärnten, das Burgenland, Tirol und Vorarlberg konnten ihre Ergebnisse deutlich verbessern, wobei die Steiermark aber die größte Pro-Kopf-Verschuldung aufweist. Während in Salzburg der Anstieg noch relativ moderat ausfiel, sieht es in Niederösterreich und Wien düsterer aus. So steigerte sich der Abgang in Niederösterreich von 316 auf 642 Millionen. In der Bundeshauptstadt ging es von 1,9 auf 2,4 Milliarden Euro.