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Ueda hatte das Treffen in der vergangenen Woche als allgemeinen Meinungsaustausch über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung bezeichnet. Die Ministerpräsidentin habe keine konkreten geldpolitischen Forderungen gestellt, sagte er damals. Takaichi selbst hatte sich zu den Einzelheiten bedeckt gehalten und lediglich die Hoffnung geäußert, dass durch eine enge Zusammenarbeit das Inflationsziel von zwei Prozent bei steigenden Löhnen dauerhaft erreicht werde. Die Bank of Japan lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Spekulationen an Finanzmärkten
Hintergrund sind Spekulationen an den Finanzmärkten, dass die Notenbank wegen der steigenden Lebenshaltungskosten und des schwachen Yen die Zinsen bereits im März oder April erneut anheben könnte. Die Bank of Japan hatte die Zinsen im vergangenen Dezember auf 0,75 Prozent heraufgesetzt, den höchsten Stand seit 30 Jahren. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwartet eine Mehrheit der Ökonomen bis Ende Juni eine Anhebung des Leitzinses auf ein Prozent. Takaichis Haltung sei bei dem Treffen "unnachgiebiger" gewesen als bei einem früheren Gespräch im November, berichtete "Mainichi" weiter.
Die nach China zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens ist so stark verschuldet wie kein anderes großes Industrieland. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge machen die Verbindlichkeiten des Staates rund 230 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Zum Vergleich: Die deutsche Staatsschuldenquote liegt nur bei rund 63 Prozent.
Takaichi hat eine Abkehr von der bisherigen Sparpolitik angekündigt. "Meine Regierung wird mit dem langjährigen Trend exzessiver Sparmaßnahmen und chronischer Unterinvestitionen in die Zukunft brechen", sagte Takaichi vorige Woche im Parlament. Japan solle nicht zögern, die Ausgaben zu erhöhen, um private Investitionen zu unterstützen. Zugleich versprach sie angesichts wachsender Sorgen an den Märkten über die sich verschlechternde Haushaltslage Japans, konkrete Indikatoren zur Messung der Fortschritte bei der Sanierung der Staatsfinanzen festzulegen.
TOKYO - JAPAN: FOTO: APA/APA/AFP/KAZUHIRO NOGI