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Wenn sich die Daten nicht in die richtige Richtung entwickelten, würde er für eine zweite Anhebung plädieren und nicht für weiteres Abwarten: "Wenn die vorliegenden Signale jedoch uneindeutig sind, sehe ich keinen Grund zur Eile", fügte er hinzu.
Vorige Woche hatte die EZB den Leitzins zum ersten Mal seit drei Jahren erhöht. Er liegt bei 2,25 Prozent. Die gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Konflikts haben die Inflation im Euroraum in die Höhe getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die EZB peilt mittelfristig ein Stabilitätsziel einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Sie will vermeiden, dass sich ein durch den Iran-Konflikt ausgelöster Anstieg der Energiekosten auf andere Preise ausbreitet.
Mittlerweile hat ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran einen - zumindest vorübergehenden - starken Rückgang der Ölpreise ausgelöst, was die Sorgen vor einem lang anhaltenden, energiebedingten Inflationsschock dämpfte. Falls ein Abkommen über einen dauerhaften Waffenstillstand letztlich unter Dach und Fach sei, dürfte dies aus Wunschs Sicht die Inflation senken und das Wachstum im Euroraum stützen. Womöglich könnte es im kommenden Jahr sogar zu einem Überangebot an Öl kommen.
Wunsch gab jedoch zu bedenken, dass die EZB die Zinsen womöglich dennoch erneut anheben müsse, falls die Inflation in Sektoren wie dem Dienstleistungsgewerbe steige. "Wir haben einen wenig erfreulichen Wert bei der Inflation im Dienstleistungssektor gesehen", sagte Wunsch. Er bezog sich dabei auf den Anstieg der Inflationsrate im Servicesektor des Euroraums auf 3,5 Prozent im Mai. Im April war dieser Wert noch bei 3,0 Prozent gelegen.