B&C: Semperit-Übernahmeangebot weder erhöht noch verlängert

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B&C Gruppe hält an Übernahmeangebot fest
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Das Übernahmeangebot der B&C-Gruppe für den börsennotierten Kautschukverarbeiter Semperit läuft am 12. Juni aus. Bis dahin können sich die Aktionäre entscheiden, das Angebot von 15 Euro je Aktie anzunehmen, sagte B&C-Geschäftsführer Patrick Lackenbucher im Gespräch mit der APA. Bis zum 2. Juni hätte die Beteiligungsholding Zeit gehabt, das Angebot nachzubessern, aber es wurde weder erhöht noch verlängert.

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Die B&C Holding, die bereits mehr als 58 Prozent der Semperit-Anteile hält, begründet das Übernahmeangebot mit dem geringen Handelsvolumen. "Für Fonds wird die Aktie bei einem geringen Handelsvolumen uninteressant", sagte Lackenbucher im Gespräch mit der APA. Dadurch sei eine effiziente Bewertung der Aktie nicht möglich, was sich auch im Aktienkurs widerspiegele. So brach beispielsweise vor einiger Zeit der Aktienkurs um rund 30 Prozent ein, als ein US-Fonds verkaufte, merkte Lackenbucher an.

Ein Delisting, also der Abschied von der Börse, sei nicht geplant. Allerdings könne man nichts ausschließen, wenn die B&C Holding auf 90 Prozent oder mehr komme. Analysten rechnen zwar für die Semperit mit deutlich besseren Zeiten, einen Verkauf der Semperit sieht er aber auch dann nicht.

Das Ergebnis des ersten Quartals "war nicht schlecht", so Lackenbucher. Dennoch befinde sich das Unternehmen in einem Rezessionsumfeld. "Aber Semperit macht seine Hausaufgaben."

Eine Übernahme aller ausstehenden Aktien würde die B&C-Holding rund 128 Mio. Euro kosten. Die Holding sei finanziell gut aufgestellt und habe keine Nettoschulden, gab Lackenbucher zu bedenken. Die Pläne, kräftig in weitere Beteiligungen zu investieren, seien davon nicht betroffen. Man schaue sich laufend entsprechende Unternehmen in verschiedenen Bereichen an. Lediglich in die Branchen Finanzdienstleistungen und Immobilien sowie in schwere Restrukturierungsfälle investiere man nicht.

Wie viele Aktionäre bisher das Angebot angenommen haben, könne er nicht sagen. Lediglich vom Vorstand und Aufsichtsrat wisse er zum Teil von deren Plänen. Vorstand und Aufsichtsrat führten in einer Stellungnahme Anfang Mai Für und Wider des Offertes an. Einerseits könne die Liquidität der Aktie weiter sinken. Zudem liege das Angebot unter dem Buchwert von 20 Euro und dem Kursziel der Analysten von bis zu 22 Euro.

Andererseits liege das Angebot um 25 Prozent über dem letzten Schlusskurs und deutlich über dem langjährigen Durchschnittskurs. Letztlich hänge es von der jeweiligen Anlagestrategie und dem Zeitpunkt des Aktienkaufs ab, ob das Angebot vorteilhaft ist. Der Interessenverband für Anleger (IVA) sah hingegen keinen Grund, die Annahme des Angebots zu empfehlen.

B&C-Privatstiftung als Eigentümer der B&C-Gruppe wurde im Jahr 2000 von der Bank Austria und Creditanstalt errichtet, um das österreichische Unternehmertum zu unterstützen. Die Holding ist aktuell unter anderem an Semperit (58,5 Prozent), AMAG (52,7 Prozent), Lenzing (37,25 Prozent), Frequentis (8,1 Prozent) und Steyr Motors (20 Prozent) beteiligt. Darüber hinaus hält sie 10,3 Prozent an der TTTech sowie weniger als 5 Prozent an der europäischen Ratingagentur Scope. Bei der Ratingagentur brauche es einen langen Atem. Allerdings sei Scope für Europa als Gegengewicht zu den US-Agenturen wichtig, sagte Lackenbucher. Daher hätten sich auch die Banken Abn Amro und Credit Agricole sowie die Vienna Insurance Group an Scope beteiligt.

Als großes Problem für die Wirtschaft und damit auch für die Beteiligungen der Holding sieht Lackenbucher die Bürokratie: "Es ist fünf Sekunden vor zwölf - nicht fünf Minuten." Er sehe überhaupt keine Hilfe seitens der Politik. Er schlägt daher eine Vorgehensweise wie bei den Beteiligungen vor: "Eine Liste mit 5 Prioritäten, die abgearbeitet werden, statt sich in Klein-Klein zu verlieren."

WIMPASSING - ÖSTERREICH: FOTO: APA/HANS KLAUS TECHT

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