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Es dürfe nicht "außer Acht gelassen werden, dass ein Vergleich zum bisherigen Rekordpleitenjahr 2025 gezogen wird", heißt es in der AKV-Aussendung. Im Monatsdurchschnitt meldeten im ersten Halbjahr 2026 den AKV-Zahlen zufolge 334 Unternehmen Insolvenz an - im 1. Halbjahr 2025 waren es noch 349 Verfahren. Mit Ausnahme von Vorarlberg (plus 51,11 Prozent) und der Steiermark (plus 12,79 Prozent) verzeichneten heuer die Bundesländer von Jänner bis Juni alle einen Rückgang. Mehr als die Hälfte der Insolvenzen wurden laut AKV nicht von den Unternehmen selber, sondern von Gläubigern beantragt.
Als problematisch wertete der AKV in seiner Statistik die Entwicklung der "Abweisungen mangels Masse". Im ersten Halbjahr 2026 wurden demnach 1.654 Insolvenzanträge gegen Unternehmungen abgewiesen, weil nicht einmal ein kostendeckendes Vermögen von 4.000 Euro vorhanden war - dies bedeute eine Zunahme um 15,42 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Dadurch stieg auch die Anzahl der "Gesamtinsolvenzen" - also eröffnete und abgewiesene Verfahren zusammen - um 1,5 Prozent auf 3.659.
Die vergangenen Jahre waren von Insolvenzen zahlreicher, gewichtiger Immobilienunternehmen - Stichwort: Signa - geprägt. Das erste Halbjahr 2026 blieb davon weitgehend verschont, die Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen nahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39,46 Prozent auf 4,64 Mrd. Euro ab. Mit 1,7 Mrd. Euro Passiva war die von Signa-Gründer René Benko einst mitgegründete Laura Privatstiftung die größte Insolvenz im ersten Halbjahr 2026.
Nach Branchen verzeichneten Finanzdienstleistungen mit insgesamt 1,92 Mrd. Euro die höchsten Passiva, gefolgt vom Grundstücks- und Wohnungswesen mit 837,7 Mio. Euro. Die meisten Insolvenzen hatte unterdessen das Baugewerbe (471) vor dem Handel (460) und der Gastronomie (368). Für das Gesamtjahr rechnet der AKV aufgrund der "schwachen Konjunkturentwicklung" mit mehr als 7.300 Gesamtinsolvenzen.
Zu einem Anstieg kam es unterdessen bei den Privatinsolvenzen. "Die in den letzten Jahren insolvent gewordenen Immobilienkonzerne strahlen nun auf den Privatkonkurssektor aus", erklärt der AKV. Allein ehemalige Gesellschaft- und Geschäftsführer beantragten im 1. Halbjahr 2026 Privatinsolvenzen mit Passiva bis zu 100 Mio. Euro - dadurch erhöhten sich die Gesamtpassiva auf 830,7 Mio. Euro und die Durchschnittsverschuldung auf 176.000 Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der AKV mit mehr als 9.000 eröffneten Privatinsolvenzen.
++ ARCHIVBILD ++ ARCHIV - 02.03.2021, Thüringen, Erfurt: «Wir schliessen. Alles muss raus» steht auf dem Banner in der Tür eines Geschäfts in der Erfurter Altstadt. (zu dpa: «Insolvenzen stagnieren auf hohem Niveau») Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. (ARCHIVBILD VOM 2.3.2021)