70 Jahre FPÖ - Kickl mit Rundumschlag gegen "System" und EU

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Parteichef Kickl wetterte gegen "Systemparteien", EU und Migration
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Die FPÖ hat ihren 70. Geburtstag mit einem Festakt in der Hofburg begangen. Die Partei sei "der einzige Hoffnungsträger für Millionen Menschen in diesem Land", sagte Parteichef Herbert Kickl in seiner Festrede. Er holte zum Rundumschlag gegen die EU sowie die "Systemparteien" aus und betonte die Bedeutung von Souveränität und Freiheit, die nur die FPÖ hochhalten würde. Unter den Rednern waren auch Spitzen anderer europäischer Rechtsparteien von Viktor Orbán bis Alice Weidel.

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Aktuell werde oft von der Gefährdung der Demokratie gesprochen, so Kickl. Diese würde aber nicht von erstarkten rechten Parteien, sondern von den ehemaligen Großparteien ausgehen. Sie würden ein immer größeres Misstrauen gegen das eigene Volk hegen und dessen Rolle begrenzen wollen. Die Teilhabe der FPÖ am System könne also nicht die Lösung sein. Der Staat müsse den Menschen dienen, er solle nicht ihr Vormund oder steuerlicher Ausbeuter sein.

Souveränität sei nur gegeben, wenn niemand anderer als das eigene Volk bei politischen Entscheidungen das letzte Wort hat, polterte Kickl gegen die EU. Gehe es um Souveränität oder die Freiheit des Einzelnen, sei bereits viel zerstört worden. Die Menschen würden allerdings selbst am besten wissen, was gut für sie sei. Sie sollten etwa entscheiden können, ob sie sich impfen lassen oder nicht, kam er auf die Coronazeit zu sprechen.

"Nur wir entscheiden, wer zu uns kommen darf oder nicht", richtete er sich ebenso gegen Migration. Er sieht hier eine "Völkerwanderung unter dem Deckmantel von Asyl", die es mit einer "Festung Österreich" zu beenden gelte. "Völkerwanderer" sollen denn auch aus der Mindestsicherung ausgeschlossen werden. In diesem Sinne plädierte er erneut mit einem Kampfbegriff der Neuen Rechten für eine "konsequente Remigration". Auch brauche es eine homogene Gesellschaft. Ohne gemeinsame Sprache, Wertefundament oder kulturelles Verständnis "verliert der Staat seine Seele".

Die hohe Zustimmung für "patriotische Parteien" sei "die Antwort der Demokratie auf ihre Bedrohungen", ist Kickl überzeugt. Der aktuelle Erfolg der FPÖ stehe den "fanatischen" Versuchen von Gegnern entgegen, sie klein halten zu wollen. Blicke man auf ihre Geschichte zurück, sehe man aber, dass sie nach Rückschlägen immer wieder stärker zurückgekommen sei. Mit ihren 70 Jahren sei die FPÖ die jüngste Partei, die das Land zu bieten habe, ist er überzeugt.

"Eure besten Jahre liegen noch vor euch", meinte der niederländische PVV-Vorsitzende Geert Wilders zu den FPÖ-Anhängerinnen und -Anhängern: "Wenn ihr weiter wachst wie in den letzten Jahren, steuert ihr auf eine absolute Mehrheit zu." Die "Systemparteien" würden die FPÖ nicht nochmals vom Amt des Bundeskanzlers fernhalten können, zeigte er sich überzeugt. In einer Zeit, in der viele Politiker den Kontakt zu den Sorgen der Menschen verloren haben, vertrete Kickl die Interessen der Bürger, sagte wiederum der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš in einer Videobotschaft. Für die AfD ist der Erfolg der FPÖ ein Vorbild, stellte Parteichefin Weidel fest.

Auch in Europa laufe einiges schief, waren sich die Vertreterinnen und Vertreter der Rechtsparteien einig. So prangerte etwa der mittlerweile abgewählte ungarische Ministerpräsident und FIDESZ-Vorsitzende Viktor Orbán ein Zuviel an Bürokratie an und wandte sich gegen die Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine. Es brauche Frieden, meinte er. Die Patrioten seien "die Vertreter unserer Völker", pochte Weidel, sie würden für die Bewahrung der Identität und der Nation eintreten.

"Freiheit ist für uns DNA", sagte auch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ). Er betonte, "ideologisierte Politik" abzulehnen, die vor allem bei den Bereichen Bildung, Medien und Kultur zu finden sei. Zudem verwahrte er sich gegen die Unterstellung, FPÖ-Wähler seien dumm und meinte dazu: "Hochmut kommt vor dem Fall."

Später trat Kickl dann beim FPÖ-"Volksfest" am Stephansplatz auf. Auch hier schoss er gegen die Regierung sowie die "Systemmedien" und versprach seinen Fans einen "Volkskanzler Kickl", der die "guten alten Zeiten" wiederbeleben werde. Für Musik sorgte unter anderem die John Otti Band, am Abend trat auch Schlagersänger Roberto Blanco auf.

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