
Beschäftigte in Deutschland haben 2025 seltener und im Durchschnitt kürzer gestreikt als im Jahr zuvor. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung zählte 261 Konflikte und damit 25 weniger als im Vorjahr. An den Streiks beteiligten sich der Studie zufolge 552.000 Menschen, rund 360.000 weniger als 2024. Damit fielen gesamtwirtschaftlich auch weniger Arbeitstage aus, nämlich 645.000 nach 946.000 im Jahr zuvor.
von
Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist die Normalisierung der Verbraucherpreise nach der Inflationskrise. Nach deren Höhepunkt hatte es im Jahr 2023 laut WSI in Deutschland 312 Arbeitskämpfe gegeben und rund 1,5 Millionen Arbeitstage waren ausgefallen. Die deutschen Gewerkschaften hatten damals für besonders hohe Abschlüsse gekämpft, um die Folgen der Inflation für die Beschäftigten zu dämpfen.
Außerdem fanden 2025 in der dominanten deutschen Metall- und Elektroindustrie keine Tarifverhandlungen statt - diese Branche mit 3,7 Millionen Beschäftigten prägt die deutsche Streikstatistik sonst erheblich.
HANNOVER - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/dpa/Julian Stratenschulte