Rüstungsaktien: Klar zum Rückzug!

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Aktien von Rüstungsunternehmen geben, vor allem in Europa, auf breiter Front nach. Der Grund dafür ist nicht die Aussicht auf Frieden, sondern eine radikale Umstellung in der Kriegsführung.

Frieden auf der Welt ist nicht in Sicht. Dennoch: Rüstungsaktien geben – besonders in Europa – auf breiter Front nach. Der Wert von Rheinmetall, dem deutschen Panzerbauer, ist seit Jahresbeginn um fast 50 Prozent gefallen. Nur ein Beispiel von vielen. Immer mehr Analysten geben bereits Verkaufsempfehlungen für Titel aus dem Defence-Bereich. Das unabhängige, auf die D-A-CH-Region fokussierte Unternehmen MWB-Research hat das deutsche auf Radar- und Sensortechnologie spezialisierte Unternehmen Hensoldt auf die Sell-Liste gesetzt, Rheinmetall und das Augsburger Unternehmen Renk, das vor allem Panzer- und Schiffsgetriebe herstellt, wurden von Buy auf Hold gesetzt. Und immer mehr Shortseller spekulieren auf Kurseinbrüche.

Der Einbruch der Rüstungsaktien hat aber auch mit Gründen zu tun, die in einer deutlichen Änderung der Kriegsführung liegen. Leichte, wendige Drohnen übernehmen immer mehr die Aufgaben von schwer gepanzerten Kampffahrzeugen. Nicht die schiere Masse schwerer Panzer, sondern wendige Robotersysteme in der Luft oder auch zu Land sind entscheidend. Das US-Verteidigungsministerium hat daher einen radikalen Wechsel in seiner Strategie vorgenommen. Jahrzehntelang wurden Kampfjets entwickelt, die Hunderte Millionen US-Dollar pro Stück kosten. Nun werden im Haushaltsentwurf für 2027 fast 65 Milliarden US-Dollar unter der Bezeichnung „Drone Dominance“ beantragt.

Starinvestorin Kathie Woods ist auf die neue Strategie schon eingeschwenkt. Anfang Juli kaufte sie Aktien des US-Drohnen-Herstellers Kratos für den ARK Innovation ETF. Das Unternehmen entwickelt Drohnen wie die XQ-58 Valkyrie, die vom US-Militär und Verbündeten eingesetzt werden. Auch die Pure-Play-Drohnen-Hersteller Red Cat, Unusual Machines oder Ondas werden von der neuen US-Militärdoktrin profitieren. Der britische Anbieter Hanetf hat zudem vor kurzem den Defiance Drone ETF auf den Markt gebracht, der sich ganz auf militärische Drohnenproduzenten konzentriert. Aber auch die europäischen Rüstungshersteller haben auf die neue Kriegsführung bereits reagiert. Rheinmetall kündigte auf der Hauptversammlung im Mai 2026 an, dass der Konzern nun auch in den neuen Defence-Bereich einsteigt, wenn auch auf einem einfacheren Niveau: Rheinmetall wird Kamikazedrohnen herstellen.

Dieser Artikel ist im trend.PREMIUM vom 17. Juli 2026 erschienen.

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