
Signa und die Folgen: Die Megapleite des Benko-Konzerns heizt auch die Diskussion um die großzügigen AUFWERTUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR IMMOBILIEN an - für Kritiker ein Freifahrtschein ins Desaster.
Gier, Größenwahn und goldene Toiletten: Diese Faktoren beherrschen aktuell die Schlagzeilen über die Insolvenz der Signa-Immobiliengruppe. Aber reichen menschliche Schwächen für alles, was glänzt und nach Gold aussieht, als Erklärung für die größte Pleite Österreichs?
In den Fokus geraten wieder einmal die Bilanzierungsmöglichkeiten nach den "International Financial Reporting Standards", kurz IFRS, dem internationalen Pendant zum österreichischen Unternehmensgesetzbuch UGB. Für Manfred Wagner, geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungskanzlei Intercura, ist die Möglichkeit der exzessiven Wertsteigerung durch Aufwertung der Immobilien ein "eindeutiger Systemfehler und vorausprogrammierter Insolvenzverstärker".
Nicht nur Laien, auch viele Unternehmer und Industriemanager schütteln den Kopf über die Darstellungsmöglichkeiten, die die IFRS-Bilanzierung Immobilienunternehmen bietet. Der Vorwurf: Es werde zu sehr nach dem "Prinzip Hoffnung" bilanziert.
Schwer vorstellbar, dass BWM oder Mercedes schon bei der Grundsteinlegung zu einem neuen Werk die Erlöse aus dem Verkauf der dort später mal zu produzierenden Fahrzeuge als Gewinn verbuchen - obwohl es weder das Werk noch die Autos oder gar irgendwelche Käufer gibt.
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