Was das Aufsichtsgesetz für alternative Investmentfonds bringt

Das Alternative Investmentfonds Manager Gesetz (AIFMG) schreibt strengere Regeln vor, was die Organisationsstrukturen und Managementprozesse von Alternativen Investmentfonds betrifft. Doch nur wer Auflagen für Risikomanagement, Reporting, Liquiditätsmanagement und anderes genau erfüllt, erhält die erforderliche Konzession.

Was das Aufsichtsgesetz für alternative Investmentfonds bringt

ARTIKEL-INHALT

Alternative Investmentfonds unterliegen neuen gesetzlichen Regeln. Mit dem sogenannten Alternative Investmentfonds-Manager-Gesetz (AIFMG) soll diese Fondskategorie, darunter fallen etwa Hedgefonds, Immobilienfonds und andere Spezialfonds, einheitliche und strengere Standards bekommen.

Wozu das neue Aufsichtsgesetz für alternativen Fonds dient

Bis zur Einführung des neuen Gesetzes (AIFMG) gab es keine einheitlichen Vorgaben und auch keine Aufsicht von Alternativen Investment Fonds. Manager dieser Fonds brauchen seit dem Inkrafttreten der AIFMG eine Konzession oder zumindest eine Registrierung und haben weitreichende Verpflichtungen was etwa das Risikomanagement, das Reporting, angemessene Vergütungssysteme, das Liquiditätsmanagement. Damit stellt das AIFMG ein Aufsichtsgesetz für Manager von Alternativen Investmentfonds dar

Grundlagen, um einen Alternative Investmentfonds (AIFs) aufzulegen

  • Organismus für gemeinsame Anlagen schaffen
  • die von einer Anzahl von Anlegern gekauft werden kann
  • Kapital einsammeln
  • um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie
  • zum Nutzen dieser Anleger zu investieren
  • ohne dass das eingesammelte Kapital unmittelbar der operativen Tätigkeit dient.

Die sieben wesentlichen Vorgaben für Manager alternativer Investmentfonds

  1. Einen Konzessionsantrag einbringen

  2. Die Vergütungspolitik und -praxis ist festzulegen, die mit einem soliden und wirksamen Risikomanagement vereinbar und diesem förderlich ist und nicht zur Übernahme von Risiken ermutigt, die nicht mit dem Risikoprofil, den Vertragsbedingungen oder der Satzung der von ihm verwalteten AIF vereinbar sind.

  3. Maßnahmen identifzieren und beherrschen, um Interessenskonflikte, die im Zusammenhang mit der AIF-Verwaltung entstehen, zu verhindern oder zu beseitigen. Diese können zwischen verschiedenen Organen und Stellen des AIFM und/oder zwischen sowie mit verschiedenen Anlegern entstehen.

  4. Ein Risikomanagement implementieren. Dieses ist verpflichtend funktional und hierarchisch von operativen Abteilungen zu trennen. Neben dem laufenden Risikomanagement zur Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken werden auch ein Stresstest für einzelne Anlagepositionen und für das Gesamtportfolio gefordert.

  5. Liquiditätsmanagement implementieren. Dieses hat die Aufgabe, die Liquiditätsrisiken des AIF und des AIFM zu überwachen und eine Balance zwischen Anlagestrategie, Liquiditätsprofil und Rücknahmegrundsätzen zu ermöglichen. Die Liquiditätsrisiken des AIF müssen überwacht werden und es muss gewährleistet werden, dass sich das Liquiditätsprofil mit seinen Verbindlichkeiten deckt. Regelmäßige Stresstests sind vorgeschrieben.

  6. Eine unabhängige Bewertung für jeden verwalteten AIF soll eine transparente und nachvollziehbare Werteinschätzung ermöglichen. Diese intern oder extern wahrzunehmende Funktion hat die Nettoinventarwerte je Anleger zu ermitteln, wobei die Bewertungsvorschriften und -vorgaben in der Satzung oder den Vertragsbedingungen festzulegen sind.

  7. AIFM haben für jeden dieser Fonds vorgegebene Transparenzvorschriften und Offenlegungspflichten wahrzunehmen. Neben einem Jahresbericht sind auch Informationspflichten gegenüber Anlegern und gegenüber der Aufsichtsbehörde geregelt.

Häufige Fragen und Antworten zum Alternativen Investment-Fondsmanager-Gesetz von der Finanzmarktaufsicht zusammengefasst.

Manager kleinerer Fonds werden verschont

Kleine Fonds verschont das neue Gesetz. Manager, die ein Fondsvermögen von weniger als 100 Millionen Euro verwalten und Fondsanteile nicht an Privatanleger vertreiben, werden nicht erfasst. Diese unterliegen nur einer Registrierungspflicht bei der Finanzmarktaufsicht FMA. Dasselbe gilt für Manager, die bei der Verwaltung keine Hebelfinanzierungen verwenden und das Vermögen 500 Millionen Euro nicht übersteigt.

Fonds, die bisher nicht als Alternative Investment eingestuft wurden, trifft es schwer
Die EU-Kommission will mit diesen neuen formalen und organisatorischen Mindestanforderungen bei diesen Fonds systematische Risiken vermeiden. Die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Vorgaben treffen insbesondere jene Unternehmen schwer, die bislang noch nicht unter ein Regelungsregime subsumiert wurden.

EU-Pass für Fonds: Was dieser dem Vertrieb bringt

Als wesentlicher Vorteil des neuen Gesetzes für alternative Investmentfonds ist die Vergabe eines EU-Passes für den harmonisierten Vertrieb der Fonds innerhalb der Gemeinschaft. Nachteil ist der damit verbundene höhere Verwaltungsaufwand, der letztlich nicht von jedem Unternehmen getragen werden kann. So haben in Deutschland bereits einige professionelle Veranlagungsbetriebe, die die Erfordernisse nicht oder nicht rechtzeitig erfüllen konnten, den Betrieb eingestellt.

FMA ist verantwortlich für die Überwachung des Gesetzes

Die Aufsicht über einen Alternativen Fondsmanager obliegt der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) als zuständige Behörde des Herkunftsmitgliedstaats, unabhängig davon, ob der Fonds in einem anderen Mitgliedstaat verwaltet und/oder vertrieben wird.
Die FMA muss die Einhaltung der Gesetze durch einen AIFM obliegt der FMA als zuständiger Behörde des EU-Mitgliedstaats, wenn der AIFM eine Zweigniederlassung in Österreich verwaltet und/oder vertreibt.

Weigert sich eine solche Gesellschaft die vorgeschriebenen Maßnahmen umzusetzen oder sind sie unzureichend oder nicht verfügbar kann die FMA Maßnahmen ergreifen, um weitere Verstöße zu verhindern oder zu ahnden; soweit erforderlich, kann sie diesem AIFM auch neue Geschäfte in Österreich untersagen.

Bis zu 150.000 Euro Strafe

Von der Auslegung der Anwendbarkeit hängt es letztlich ab, ob sich ein Manager von Alternativen Investments - dieser muss zwingend eine juristische Person sein - als solcher bei der Aufsichtsbehörde (FMA) deklarieren bzw. bei überschreiten gewisser Größenmerkmale eine separate Konzession einholen muss. Die Verpflichtung zu prüfen, ob die hauseigenen Fonds dem neuen Gesetz unterliegen und die Meldung der Fonds erfolgen muss, liegt beim Unternehmen. Bei Missachtung drohen Strafen bis zu 150.000 Euro und kann bis zum Tätigkeitsverbot gehen.

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