„Wir schreiben unsere Erfolgsgeschichte fort“

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 © Marlene Fröhlich luxundlumen.com

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Die Vienna Insurance Group (VIG) hat ein außergewöhnliches Erfolgsjahr hinter sich und ist weiter auf Wachstumskurs. CEO Hartwig Löger erklärt, mit welcher Strategie dies dem Marktführer in Zentral- und Osteuropa gelingen wird.

Trend: Das Geschäftsjahr 2025 hat für die VIG einen Rekord nach dem anderen gebracht. Erstmals über eine Milliarde an Gewinn vor Steuern erwirtschaftet, der Börsenkurs hat sich mit über 121 Prozent mehr als verdoppelt und mit dem Erwerb der Nürnberger plant die VIG die größte Transaktion in ihrer Geschichte. Gibt es ein Erfolgsrezept?

Hartwig Löger: Wir hatten ein herausragendes Jahr mit sehr guten vorläufigen Kennzahlen, just am letzten Handelstag der Wiener Börse 2025 hat unsere ­Aktie mit 67,20 Euro ihr All-Time-High erreicht, und wir haben weitere Schritte im Ausbau unserer Marktführerschaft gesetzt. Zum einen fußt unser Erfolg auf unserer Ausrichtung als Gruppe. Über unser stark gelebtes Unternehmertum sind unsere mehr als 50 Gesellschaften in 30 Ländern ganz nah an ihren Kundinnen und Kunden. Das sehe ich als Schlüssel zu unserem Erfolg. Zum anderen sind wir stark kapitalisiert und somit auch in ­herausfordernden Zeiten resilient aufgestellt. Zugute kam uns natürlich auch das Ausbleiben größer Unwetterschäden, die im Jahr davor unser Ergebnis negativ ­beeinflusst haben.

Was ist das Besondere an Ihrer ­Strategie, und gilt diese auch für die ­aktuelle Gruppenstrategie, die Sie 2026 unter „evolve28“ gestartet ­haben?

Im Vergleich zu Konzernstrategien multinationaler Konzerne agieren wir als Gruppe, und die Strategie ist durch die starke Verankerung unseres Prinzips des lokalen Unternehmertums geprägt. „evolve28“ wurde gemeinsam mit den CEOs unserer 50 Gruppengesellschaften erarbeitet und rückt die ­lokalen Geschäftsstrategien in den Fokus. Wir haben „evolve28“ als Strategie­namen gewählt, weil er für eine strate­gische Herangehensweise steht, bei der man sich stetig weiterentwickelt, anstatt alles auf einmal zu verändern. Unsere strategische Ausrichtung der letzten Jahre hat sich bewährt, deshalb ­bauen wir darauf auf und adaptieren ­unser Geschäftsmodell flexibel und ­resilient, ganz unserem dynamischen Wachstumskurs entsprechend.

Jetzt gibt es den Ausspruch „Viele Köche verderben den Brei“, ist diese Gefahr nicht bei einem solchen dezentralen Ansatz gegeben?

Im Gegenteil, was macht ein gutes Rezept aus? Hochwertige Zutaten, klare Prinzipien, eine stimmige Komposition, Raum für die individuelle Note und Köchinnen und Köche, die ihr Handwerk verstehen. Ein Gericht lebt davon, dass man auf die lokalen Gegebenheiten eingeht. Das verfolgt auch „evolve28“. Eine „One fits all“-Strategie oder einheitliche Würzmischung würde für die VIG nicht funktionieren, da die Märkte in Zentral- und Osteuropa wirtschaftlich, regulatorisch und kulturell sehr unterschiedlich sind. Unsere Gruppengesellschaften sind ­daher keine bloßen Erfüllungsgehilfen eines Masterplans, sondern eigenständig handelnd mit eigener Expertise. Die Holding liefert das Grundrezept und definiert den strategischen Rahmen.

Was bedeutet dieser Rahmen?

Wir haben vier Elemente definiert: die Werte und Prinzipien unserer Gruppe, die ­Länderportfolios und Strategien unserer lokalen Gesellschaften, fünf Gruppenprogramme sowie CO³ – ein Kürzel, das für Communication, Collaboration und Cooperation, also den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb unserer Gruppe steht. Um bei der Kochmetapher zu bleiben, CO³ ist sozusagen die Gemeinschaftsküche, wo Köchinnen und Köche voneinander verkosten, Techniken teilen und Rezepte gemeinsam verbessern. Der Know-how-Austausch über 50 Gesellschaften hinweg intensiviert die Innovationskraft der Gruppe.

Womit beschäftigen Sie sich in den fünf Gruppenprogrammen?

Sie fokussieren auf Zukunftsthemen, die für uns über die kommenden Jahre einen besonderen Stellenwert einnehmen und gruppenweite Relevanz haben. Konkret sind das die Themen Nachhaltigkeit, Kapitalmanagement, Bankkooperation, künstliche Intelligenz und Gesundheit. Damit unterstützen wir die lokalen Strategien und schaffen Synergien über die gesamte Gruppe hinweg.

Als größter Trend gilt zurzeit die künstliche Intelligenz. Wie intensiv beschäftigen Sie sich als Gruppe ­damit?

Hier steht insbesondere die Erweiterung digitaler Serviceangebote wie KI-gestützte Schadensabwicklung oder Assistance-Leistungen im Fokus. Bereits heute basieren über 50 Prozent unserer Innovationsinitiativen auf KI-Techno­logien. In Rumänien arbeiten wir beispielsweise an einem Inspektionstunnel, wo der Kunde mit seinem Auto rund um die Uhr einfahren kann und die Schadenserhebung mittels KI-gesteuerter Sensoren in wenigen Minuten erfolgt. Auch in unseren eigenen Assistance-Gesellschaften setzen wir zur Optimierung unserer Kundenservices KI intensiv ein und wickeln als führender Anbieter von Assistance-Leistungen in CEE bereits mehr als eine Million Fälle pro Jahr ab.

Was bieten die Assistance-Gesellschaften?

Die Bedeutung von Value-Added-Services in der Versicherungswirtschaft wächst stetig. Es ist wichtig, einen Mehrwert über Zusatznutzen zum bestehenden Versicherungsschutz zu schaffen. Dies steigert sowohl die Kontaktfrequenz als auch die Loyalität gegenüber unseren lokalen Marken. Durch den Einsatz eigener Assistance-Gesellschaften können wir die gesamte Wertschöpfungskette – von der Versicherungsleistung über die Schadenabwicklung bis hin zu umfassenden Assistance-Services betreuen. Das Leistungsportfolio umfasst rund 150 Services in Bereichen wie Mobilität, Gesundheit, Haushalt, Reise, Recht, Cyber/IT sowie Concierge-Dienste – viele davon sind auch unabhängig von einem Versicherungsvertrag buchbar.

Für Investoren ist nicht nur die sehr erfreuliche Entwicklung des Börsenkurses interessant, sondern auch die Anhebung des Ratings durch Standard & Poor’s auf A+ mit posi­tivem Ausblick. Wie wichtig sind ­Ratings und worin sehen Sie die Gründe für die Anhebung?

Es ist ein wichtiges Vertrauenssignal für den ­Kapitalmarkt und die Investorengemeinschaft, aber auch für Großkundinnen und -kunden und internationale Geschäftspartnerinnen und -partner. Ein gutes Rating verdeutlicht, dass eine Versicherung in der Lage ist, ihren langfristigen Verpflichtungen professionell nachzukommen. Die Verbesserung unseres Ratings ergibt sich aus der Diversifikation und unserem Wachstum, der damit verbundenen breiteren Ertragsbasis sowie unserer starken Resilienz. Rahmenbedingungen, die unsere Gruppe laut Standard & Poor’s für eine kontinuierliche und nachhaltige Expansion in der CEE-Region positionieren.

Welche Expansionsschritte plant die VIG, um dem Anspruch, die CEE-Marktführerschaft auszubauen, ­gerecht zu werden?

Im vergangenen Jahr haben wir mit der Vienna Life eine Lebensversicherungsgesellschaft in ­Albanien gegründet und damit unsere Position als größte Versicherungs­gruppe des Landes weiter gestärkt. In ­Montenegro werden wir neben der bereits marktführenden Lebensversicherungsgesellschaft eine Sachversicherungsgesellschaft gründen und unser Produktportfolio erweitern. In Polen haben wir uns über unsere lokale Gesellschaft Vienna Life an Phinance, einem der größten Finanzmakler Polens, beteiligt. In Moldau planen wir, über den Erwerb der Moldasig gemeinsam mit unserer bestehenden Gesellschaft Donaris zum klaren Marktführer aufzusteigen. Unsere Investition versteht sich dabei nicht nur als strategischer Schritt, sondern auch als Impuls für die Weiterentwicklung des lokalen Versicherungsmarktes und damit für die wirtschaftliche Dynamik des Landes insgesamt. Ein starkes Commitment zeigen wir auch in der Ukraine: Mit dem Einstieg der ­International Finance Corporation (IFC), einem Mitglied der Weltbankgruppe, bei unseren beiden ukrainischen Gesellschaften USG und Kniazha schaffen wir eine partnerschaftliche Basis, um im künftigen Erneuerungsprozess des Landes eine aktive Rolle zu übernehmen. Die Ukraine ist und bleibt ein Teil unseres Kernmarktes in CEE.

Den größten Expansionsschritt planen Sie allerdings mit dem Erwerb der Nürnberger-Gruppe. Wie läuft der Erwerbsprozess und wie wird die Positionierung in der Gruppe erfolgen?

Aktuell hat sich die VIG bereits Aktien in der Höhe von 99,2 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an Nürnberger gesichert. Wir erwarten das Closing für den Beginn des zweiten Halbjahres 2026. Die Diversifikation über den Spezialmarkt Deutschland soll die langfristige profitable Wachstumsstrategie der VIG in CEE unterstützen. Die Nürnberger wird als gruppenweiter Lead im Bereich Biometrie ihre ausgewiesene Fachkompetenz in ein dyna­misches und zukunftsorientiertes Marktsegment einbringen.

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