
Zuerst fehlte die Ware, jetzt fehlt die Nachfrage: Wie die unerwartete Flaute in früheren Boom-Segmenten den SPORTARTIKELHANDEL noch vor der Wintersaison in akute Sturzgefahr bringt.
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Da staunt sogar Intersport-Boss Thorsten Schmitz: "90 Prozent auf alles - das habe ich so auch noch nicht gesehen." Der Chef der Einkaufsgenossenschaft von über 150 Sportartikelhändlern in Österreich kann sich nur noch wundern.
Vor wenigen Tagen verramschte der norwegische Mitbewerber XXL Sports seine letzte Ware in seiner letzten Filiale in Österreich und beendete damit ein Gastspiel, das vor fünf Jahren mit der Ankündigung, Marktführer werden zu wollen, doch etwas zu forsch angegangen wurde.
Ganz unerwartet kommt der Schritt aber auch wieder nicht. Die Branche hat in Österreich seit der Pandemie alle Hände voll zu tun, um nicht aus der Kurve zu fliegen. Manche sind schon halb draußen. Der Outdoorspezialist Northland etwa musste im Frühjahr den Filialbetrieb einstellen, Mitbewerber Zentrasport (Marke: Sport 2000) im Sommer Insolvenz anmelden. Das Schwergewicht Hervis präsentierte jüngst eine tiefrote Bilanz für 2022 - minus 30,4 Millionen Euro -, aus der man nur mehr dank Finanzkraft der Konzernmutter Spar wieder herauskommt. Die Insolvenz des Onlinesporthändlers Signa Sports United aus der Unternehmensgruppe von René Benko ist da schon fast eine Randnotiz.
Das erratische Verhalten der Konsumenten zwischen Lockdowns, Ukraine-Krise und Inflation hat die Händler kalt erwischt. Nun hoffen sie auf eine Entwicklung, die Unternehmen sonst fürchten wie Skifahrer den Bruchharsch: harte Kollektivvertragsverhandlungen. Schmitz: "Wir sind mitten in einer Bereinigungsphase am Markt und setzen darauf, dass hohe Lohnabschlüsse die Konsumnachfrage ab Mitte 2024 wieder stabilisieren werden."
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