Frequentis: Umsatz und Ergebnis legen deutlich zu

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Starkes Geschäftsjahr für den Luftfahrt-Kommunikationsspezialisten: Ein Fünftel mehr Umsatz, Betriebsergebnis fast verdoppelt. Der börsennotierte Konzern plant eine Dividende von 30 Cent.

Frequentis-CEO Norbert Haslacher und Finanzvorstand Peter Skerlan präsentierten am Donnerstag die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025: Der Weltmarktführer für sichere Kommunikationslösungen in der Luftfahrt steigerte den Umsatz um auf 580,1 Mio. Euro (+21%), das Betriebsergebnis (EBIT) um knapp die Hälfte auf 46,8 Mio. Euro (+46%). Die EBIT-Marge stieg von 6,7 auf 8,1 Prozent. Mit 33,7 Mio. Euro legte das Ergebnis um mehr als 43 Prozent zu. Die Dividende soll von 27 auf 30 Cent erhöht werden.

Für das laufende Jahr rechnet der börsennotierte Technologiekonzern mit einem Umsatzplus von etwa 10 Prozent und einer EBIT-Marge von rund 7 Prozent. Die Auftragseingänge 2025 lagen bei 680,2 Mio. Euro (+16,5%), der Auftragsstand bei 794,9 Mio. Euro (+9,8%). Der Personalstand wurde um mehr als 200 auf 2.600 Beschäftigte, davon 1.100 in Österreich, ausgebaut.

Das kräftige Wachstum im Vorjahr verdankte der Konzern nicht nur dem guten Geschäftsverlauf, sondern auch einem Claim-Settlement - einem Vergleich - aus einem Projekt im Segment "Public Safety & Transport", bei dem Frequentis als Subunternehmer den Auftrag erfüllte, der Auftraggeber jedoch nicht. "In den Jahren zuvor hatten wir nur die Kosten aus diesem Rechtsstreit", merkte Haslacher an.

Eine Herausforderung sieht er bei der Verknappung der IT-Hardware. Daher hat Frequentis entsprechend vorgesorgt und Hardware auf Lager gelegt, sagte Haslacher der APA.

Hauptmarkt Europa, starkes Wachstum in den USA

Der Exportanteil des börsennotierten Unternehmens liegt bei 98 Prozent. Mit 59 Prozent, rund 339 Mio. Euro, entfiel auch im Vorjahr der Großteil des Umsatzes auf Europa. Prozentuell deutlich stärker legte jedoch das Geschäft in Amerika zu - ungeachtet der Zoll-Diskussionen. Denn in Amerika stieg der Umsatz von 88 auf 159 Mio. Euro. "Wir haben in den USA drei Standorte, zwei für zivile und einen für militärische Anwendungen", sagte Haslacher. "Daher sind wir von den Zöllen nicht betroffen." In Asien ging der Umsatz von 55 Millionen auf 39 Mio. Euro zurück. Allerdings hätten sich hier Aufträge nur verschoben. "Da wurden heuer schon Aufträge unterschrieben", merkte Haslacher an. Wobei in Asien etwa Indien oder Singapur interessante Märkte sind. Auf Australien, Pazifik und Afrika entfielen 43 Mio. Euro, wobei Afrika derzeit noch kaum eine Rolle spielt.

In den USA erhielt Frequentis im Vorjahr zwei größere Aufträge für die zivile Luftsicherung, in Schweden für die landesweite Steuerung des Drohnenverkehrs. Im militärischen Bereich erhielt Frequentis einen Auftrag für eine US-Militärbasis, einem Test-System für die Drohnen-Integration bei der deutschen Bundeswehr und in Australien für die Kommunikation der Streitkräfte.

Im Bereich der öffentlichen Sicherheit kam Frequentis bei Aufträgen der Polizei Thüringen sowie der norwegischen Feuerwehren zum Zug. Die Bahnen aus Finnland, Norwegen und der Schweiz bestellten ebenfalls bei den Österreichern Kommunikationslösungen. Bei der Modernisierung des Hamburger Hafens sowie bei der Erweiterung des Hafens in Singapur erhielt Frequentis ebenfalls den Zuschlag für entsprechende Lösungen.

Behördenfunk künftig mit 5G

Weiteres Wachstumsfeld ist die die sicherheitskritische Kommunikation für Blaulichtorganisationen und den öffentlichen Verkehr. Die bisherigen Technologien wie TETRA oder GSM-R für die Bahn entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen, schließlich sei die Datenübertragung sehr beschränkt. Für die sichere Kommunikation und die Übertragung von Daten und Video sollen die Systeme auf Mission-Critical Services (MCX) umgestellt werden.

MCX nutzt 5G-basierte Netze und gewährleistet die Echtzeit-Übermittlung von Sprache, Daten und Video über Landes- und Organisationsgrenzen hinweg. Zudem kann bei einem Notfall den Blaulichtorganisationen im Sendenetz Vorrang eingeräumt werden, sollte eine Netzüberlastung drohen. Frequentis konnte hier bereits Aufträge an Land ziehen und ist etwa am MCX-Rollout in Großbritannien für 300.000 Einsatzkräfte beteiligt.

Drohnenmarkt: Zehn-Milliarden-Euro-Markt bis 2030

Um dem wachsenden Drohnen-Verkehr in den Griff zu bekommen, liefert Frequentis Lösungen für die sichere Überwachung und das Management von Drohnen. Dazu werden klassische Radarsysteme mit intelligenten Sensor- und Erkennungstechnologien kombiniert. Der gesamte Drohnenmarkt in Europa einschließlich Hardware wird bis zum Jahr 2030 auf 10 Mrd. Euro geschätzt, teilte Frequentis weiters mit.

Potenzial sieht der Konzern auch beim Remote Digital Tower. Dieser ermöglicht die Fernüberwachung des Flugverkehrsmanagements für zivile und militärische Anwendungen. Fluglotsinnen und Fluglotsen müssen daher nicht mehr im Tower des Flughafens sein. Vor allem im militärischen Bereich, wo der Tower oft Angriffsziel ist, ein wesentlicher Vorteil. Aber auch Flugplätze in entlegenen Gegenden können so effizient gesteuert werden. Diese Technologie ist bereits seit mehreren Jahren in Deutschland, England und Brasilien im Einsatz.

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