Christof Industries Austria: „Überraschender Schiedsspruch" führt zu zweiter Pleite

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Der steirische Anlagebauer Christof Industries Austria ist erneut insolvent. Auslöser ist laut Unternehmen der Ausgang eines Schiedsverfahrens in England.

Die Christof Industries Austria GmbH (CIA) hat am Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, es ist die zweite Pleite des Unternehmens binnen vier Jahren.

Den 454 Gläubiger:innen wird eine Quote von 20 Prozent angeboten. Das Unternehmen, im Bereich industrieller Anlagen- und Maschinenbau, beschäftigt 180 Mitarbeiter:innen an den Standorten Graz, Wels und Wien. Laut Gläubigerschutzverband AKV betragen die Passiva 62,6 Millionen Euro, darin sind laut Unternehmen 32 Millionen Euro an Haftungen inkludiert. Die Aktiva ausgehend von Buchwert von rund 52,1 Millionen Euro werden auf rund EUR 6,9 Millionen Euro zu Liquidationswerten abgewertet.

Als Grund für das Sanierungsverfahren nennt CIA den Ausgang eines Ende August abgeschlossenen Schiedsverfahrens in England zu einem Großprojekt. CIA sei dabei nur ein Bruchteil jener Summe zugesprochen worden, die das Unternehmen für die bereits erbrachten Leistungen beansprucht hatte. Mit den erwarteten Einnahmen habe das Unternehmen bereits gerechnet. Laut AKV kam der Schiedsspruch überraschend", im Lagebericht des Unternehmens für 2024 ist das Verfahren noch nicht erwähnt. CIA betont, dass kein operatives Problem vorliege.

Eine Überbrückung durch die Banken sei nicht möglich gewesen. Bereits 2022 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren eingeleitet, das 2023 vorzeitig abgeschlossen werden konnte. Aber seitdem hat CIA keine Bankenfinanzierung mehr erhalten. Die Geschäftsführung habe sich daher für ein neuerliches Sanierungsverfahren entschieden.

Die Auftragsbücher, betont das Unternehmen, sind dennoch derzeit voll. Die laufenden Projekte sollen nach Angaben des Unternehmens vertragsgemäß weitergeführt werden. Die für die Erfüllung des neuen Sanierungsplans notwendigen Mittel sollen aus dem laufenden Geschäft, insbesondere aus der Fortführung der Projekte und den daraus entstehenden Forderungen, erwirtschaftet werden. Die Gesellschaften der Christof-Gruppe in Rumänien und China sind vom Sanierungsverfahren nicht betroffen.

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