Campari: Kampf gegen Aperol-Nachahmer

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Aperol-Gläser
 © pen ash, pexels

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Der italienische Spirituosenkonzern will mit Werbekampagne, Treueprogramm und neuen Getränken seine Nummer-eins-Position bei Spritz-Getränken sichern.

Der italienische Spirituosenkonzern Campari verstärkt den Schutz seiner Erfolgsmarke Aperol gegen Nachahmer und Konkurrenten. Mit der Einführung von Aperol-Spritz-Fässern und einem Zertifizierungsprogramm für Gaststätten will das Unternehmen seine Vormachtstellung auf dem boomenden Markt für Aperitifs verteidigen. Hintergrund ist, dass vor allem in Italien zunehmend orangefarbene Spritz-Getränke serviert werden, die nicht das Original enthalten.

„Seit 2023 beobachten wir, dass einige Bars und Restaurants begonnen haben, orangefarbene Getränke, oft vom Fass, zu servieren, die nicht unbedingt mit Aperol hergestellt werden“, sagte Andrea Neri, Geschäftsführer der Aperitif-Sparte von Campari, in Mailand. Verbraucher würden oft irrtümlich annehmen, sie tränken das Original. Im Heimatmarkt Italien, wo der Wettbewerb am härtesten ist, hat der Spirituosenkonzern bereits eine Werbekampagne und ein Treueprogramm gestartet.

Billige Nachahmungen

Die Marke Aperol ist der wichtigste Umsatzbringer für Campari und macht rund 26 Prozent der Erlöse aus. Neben den Nachahmerprodukten, die in Supermärkten teils 30 bis 40 Prozent günstiger sind als das etwa 10 Euro je Flasche kostende Original, wächst auch die Konkurrenz durch alternative Aperitifs. So erfreut sich etwa der hellere Hugo Spritz, der mit Holunderblütensirup und Prosecco zubereitet wird, zunehmender Beliebtheit. Gleichzeitig versucht Campari, mit neuen Produkten wie dem rosa Aperitif Sarti Rosa selbst vom Trend zu alkoholärmeren Getränken zu profitieren.

Analysten halten die Marktposition von Aperol jedoch vorerst nicht für gefährdet. „Ich sehe in Nachahmerprodukten derzeit keine Bedrohung“, sagte der Analyst Theodore Duval-Segard von AlphaValue der Nachrichtenagentur Reuters. „Campari hat den Spritz buchstäblich neu erfunden. Inzwischen sind Aperol und Spritz fast untrennbar.“ Der weltweite Umsatz der Marke wuchs im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 785 Mio. Euro.

Der weltweite Markt für Spritz-Getränke ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Daten des Marktforschers IWSR zufolge stieg der Konsum von weniger als 2,5 Milliarden Gläsern im Jahr 2019 auf fast 4 Milliarden im Jahr 2024. Das Rezept für den seit über 100 Jahren hergestellten Aperol-Bitter, die Hauptzutat des Cocktails, ist ein streng gehütetes Geheimnis.

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