„Social Entrepreneurs sind Innovatoren“

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 © EY/Point Of View, EY

Hinnerk Hansen, Gründer und Geschäftsführer Impact Hub Vienna (l.), und Martin Bodens­torfer, Partner und Geschäftsführer von EY-Parthenon.

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Hinnerk Hansen, Gründer und Geschäftsführer Impact Hub Vienna, Preisträger „Social Entrepreneur“ beim Wettbewerb EY Entrepreneur Of The Year, und Martin Bodens­torfer, Partner und Geschäftsführer von EY-Parthenon, über gesellschaftliche Probleme, Visionen und den Druck auf die Demokratie.

TREND: Was trennt Social Entrepreneurs von anderen Unternehmern?

HANSEN: Es geht bei Social Entre­preneurship um Start-ups mit einer besonderen gesellschaftlichen Ambition und Wirkung. Als wir den Impact Hub Vienna vor 15 Jahren gründeten, galt das noch als Sonderweg. Relevante Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit in Bereichen wie Bildung, Soziales oder Gesundheit zu finden, wurde nicht als die Aufgabe von Unternehmen, sondern des Staates angesehen. Das ­haben wir immer ändern wollen, und inzwischen ist es auch anders geworden. Daher ist diese Auszeichnung, über die wir uns besonders freuen, auch eine ­Bestätigung des eingeschlagenen Wegs.

BODENSTORFER: Social Entrepreneurs sind Innovatoren: Sie erkennen gesellschaftliche Probleme frühzeitig und stellen Lösungen bereit. Pioniere wie der Impact Hub Vienna haben viel dazu beigetragen, dass Social Entre­preneurship in der Mitte der Wirtschaft ­angekommen ist und heute jedes Unternehmen auch soziale Themen mitdenkt.

Der Impact Hub Vienna feiert sein 15-jähriges Jubiläum. Welche Herausforderungen gab es am Anfang?

HANSEN: Als wir den Impact Hub Vienna noch als Studenten mit der Idee gründeten, Raum zu schaffen, um die Gesellschaft zum Besseren zu verändern, wurden wir von vielen als Träumer abgetan. Dabei sind Social Entrepreneurs mehr als naive „Weltverbesserer“. Sie sind Unternehmer mit Visionen, ­Gestaltungsdrang und dem Ziel, auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein, damit die gesellschaftliche Wirkung überhaupt erbracht werden kann.

BODENSTORFER: Für viele ist es heute noch eine Überraschung, dass Unternehmen in Bereichen wie Pflege oder Soziales gewinnorientiert arbeiten können. Doch auch wenn ein gesellschaftlich orientiertes Start-up nicht mit dem rentablen Exit im Hinterkopf gegründet wird, sondern andere Zielsetzungen hat, muss es ordentlich wirtschaften, um langfristig bestehen zu können.

Wie gehen Social Entrepreneurs mit dem aktuellen Spardruck um?

BODENSTORFER: Soziales, Gesundheit und Bildung haben immer Saison. Gerade in Europa müssen wir mehr in Bildung intensivieren, um im globalen Standortwettbewerb langfristig reüssieren zu können. Unternehmer und Gründer im Speziellen sind Menschen, die Chancen erkennen. So können etwa Spitalschließungen eine Chance für eine Gemeinschaftspraxis im betroffenen Gebiet sein, wo Ärzte als Unternehmer agieren.

HANSEN: Der Spardruck im öffentlichen Sektor ist deutlich spürbar. Dagegen helfen starke Partnerschaften mit Bund und Gemeinden, denn diese merken, dass Social Entrepreneurs nicht nur innovative Ideen haben, sondern diese dank ihrer kleineren Apparate auch effizienter umsetzen können. Wünschenswert wären aber steuerliche Förderungen für die Philanthropie, ­damit mehr privates Kapital in diesem Bereich mobilisiert werden kann.

Nachhaltigkeit wird international oft angegriffen, siehe Trumps Politik und die Rufe nach billiger Energie. Wie wirkt sich das aus?

BODENSTORFER: Nicht die Nachhaltigkeit steht per se in der Kritik, sondern primär die Bürokratie: Viele Unternehmen wollen nach wie vor nachhaltig arbeiten, sie möchten jedoch weniger Vorschriften und ein einfacheres Berichtswesen. Je mehr nachhaltige Energie wir in Österreich produzieren und je weniger wir verbrauchen, desto autarker werden wir und desto höher wird unsere relative Energieunabhängigkeit. Nachhaltigkeit und Purpose sind gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wichtig. Die besten Köpfe können durch einen stärkeren Fokus auf Purpose gewonnen werden – das hohe Gehalt alleine wird die jungen High Potentials nicht mehr überzeugen.

HANSEN: Das Umfeld wird natürlich schwieriger. Aber wenn gesellschaftliche Spannungen zunehmen und der Druck auf die Demokratie steigt, zeigt es auch: Social Entrepreneurs sind jetzt genau jene Innovatoren, die es braucht, um die Probleme unserer Zeit zu lösen. Denn der Reformdruck wird höher – und damit auch der Bedarf nach zukunftsorientierten Lösungen.

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