
Syros ist nicht nur im Sommer, sondern während des ganzen Jahres ein lohnendes Reiseziel. Sogar ein Opernhaus gibt es hier.
©ShutterstockVorfreude auf den Sommer. Der trend-Traveller empfiehlt fünf Reiseziele, die sich perfekt für eine Städtereise an einem verlängerten Wochenende eignen und die Sonne und Wärme versprechen.
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Der Winter geht, der Frühling kommt, und der trend-Traveller kann es nicht erwarten, in ein Flugzeug, in einen Zug oder in ein Boot zu steigen und dorthin zu fahren, wo es jetzt bereits warm und sonnig ist, ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Hier sind einige Empfehlungen für Ausflüge in den Mittelmeerraum und ein wenig darüber hinaus – abseits der üblichen Verdächtigen wie Barcelona, Athen oder Lissabon.
Valencia
Lange genug ist Valencia im Schatten von Barcelona und den andalusischen Städten weiter unten im Süden gestanden. Das hat sich in den letzten Jahren recht eindrucksvoll geändert. Valencia ist plötzlich die angesagte Stadt an der spanischen Mittelmeerküste. Der Frühling, wenn die Temperaturen angenehm sind, ist die beste Zeit, sie zu besuchen. Es ist alles da, was man sich für ein abwechslungsreiches Wochenende wünscht: Kunst (Centro de Arte Hortensia Herrero), Architektur (die futuristisch anmutende Ciutat de les Arts i les Ciències des Architekten Santiago Calatrava), Kulinarik, einige schöne Boutiquehotels. Der trend-Traveller freut sich immer wieder sehr auf den weiten, breiten Strand, auf dem man im Frühjahr schon gut sonnenbaden kann, und auf die lässigen Chiringuitos, die besten Fisch und Meeresfrüchte im Angebot haben.
TIPP: Am 12. August kann am Strand von Valencia eine Sonnenfinsternis beobachten.


Das Opernhaus ist eines von mehreren futuristisch anmutenden Gebäuden in der Ciutat de les Arts i les Ciències, die sich im trockengelegten Bett des Flusses Turia befindet.
© Gerald SturzTanger
Die Villa Mabrouka (villamabrouka.com) allein ist schon die Reise wert. Sie ist eines der schönsten und bezauberndsten Hotels, die der trend-Traveller im vergangenen Jahr besucht hat. Sie steht auf einer Anhöhe oberhalb der Kasbah und der Medina von Tanger. Einst war die Villa mit dem großzügigen Garten Domizil des Modeschöpfers Yves Saint Laurent, nun wurde sie von dem britischen Designer Jasper Conran zu einem perfekten und eleganten Hideaway adaptiert. Sie ist der perfekte Ausgangspunkt, um Tanger mit seinem Souk, mit seiner Kolonialarchitektur und mit all den Orten, an denen – vor allem dank der amerikanischen Beat-Poeten – Literaturgeschichte geschrieben wurde, zu besuchen.
TIPP: Das Cinéma Rif am Grand Socco befindet sich nicht nur in einem schönen Art-Deco-Gebäude und beherbergt die erste Cinématèque Afrikas mit einem immer sehr sehenswerten Programm, sie ist auch mit ihrem Café ein Treffpunkt der jungen Szene von Tanger.


Der Grand Socco mit dem Cinéma Rif, der ersten Cinémathèque Afrikas, befindet sich am Rand der Medina. Er ist ein beliebter Treffpunkt in der Stadt.
© Gerald SturzBari
Die Hauptstadt und das Herz Apuliens, im Sommer komplett überlaufen, aber im Frühjahr eine vitale und pulsierende Stadt, was sie als Universitätsstadt auch den vielen Studenten verdankt. Bari gliedert sich in ein Bari Vecchia, das sehr alt ist, und eine Neustadt, die auch nicht neu ist. Sehenswert sind beide.
TIPP: Ein Ausflug nach Polignano a Mare, den sehr instagramtauglichen Badeort, der jetzt vermutlich noch nicht so überlaufen ist wie in der Hauptsaison.


Die süditalienische Hafenstadt verbindet viel von all dem, was man sich eine frühsommerliche Städtereise wünscht. Eine sehenswerte Altstadt, eine vitale Lokalszene, nahe Strände.
© ShutterstockSyros
Dass Syros, die Hauptinsel der Kykladen, so gar nicht wie eine kykladische Insel aussieht, erstaunt den trend-Traveller immer wieder von Neuem. Statt der weißgetünchten, kubischen Häuser, wie man sie anderswo in der Ägäis sieht, gefällt die Inselhauptstadt Ermoupolis mit neoklassizistischen Gebäuden, Cafés statt Kafenia, eleganten Gassen, deren Boden aus Marmor ist. Man meint fast, sich auf einer kleinen italienischen Insel zu befinden. Ja sogar ein Opernhaus gibt es in Ermoupolis: Das Apollon Theater wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Miniatur-Version der Mailänder Scala errichtet. So ist Syros schon jetzt im Frühjahr, wenn andere Ägäis-Inseln noch langsam und ein wenig schlaftrunken aus der Winterruhe erwachen, ein guter Ort, um ganz entspannt, ruhig und ohne die Hektik großer Metropolen, Seele, Geist und Knochen wärmen zu lassen.
TIPP: Das Hotel Aristide (hotelaristide.com) befindet sich in einem prächtigen neoklassizistischen Herrenhaus und ist eines der Small Luxury Hotels of the World.
Marseille
Marseille ist nicht so bezaubernd wie Paris und nicht so fein wie Nizza. Marseille ist ein etwas härteres Pflaster. Aber das ist genau das, was dem trend-Traveller an Frankreichs „Second City“ so gut gefällt. Spätestens seit 2013, als Marseille Europas Kulturhauptstadt war, hat sich die Hafenstadt in ein sehr attraktives Reiseziel gewandelt. In eine Metropole mit viel Energie (auch Dank junger, innovativer Gastronomen, Künstler und Hoteliers), tollen Museen (Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée), einem der bedeutendsten Bauwerke des 20. Jahrhunderts (Le Corbusiers Cité Radieuse), lebendigem Stadtviertel (Le Panier), dem Vieux port, einer Hafenpromenade, und vor allem mit dem Meer. So sind Sandstrände gleich ums Eck für all jene, die ein lustiges Strandleben gar nicht erwarten können
TIPP: Und wer auch noch Zeit für einen Ausflug hat: An die Côte d’Azur oder zum kulturellen Dreieck der Provence, also nach Aix, Avignon und Arles, ist es nicht weit.


Im Hafen ist im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2013 ein Museumscluster entstanden. Er bildet einen schönen Kontrast zur Cathédrale de la Major.
© Gerald SturzDer Artikel ist im trend.PREMIUM vom 6. März 2026 erschienen.
