Business Lunch: "Die Küche" im Palais Hansen Kempinski

Business Lunch: "Die Küche" im Palais Hansen Kempinski

Börselunch: "Die Küche" im Palais Hansen am Schottenring in Wien

Ob alleine, mit den Kollegen oder zu einem geschäftlichen Termin: Schnell, gesund und schmackhaft soll ein Mittagessen sein. Format.at testet sich in der Serie "Business Lunch" durch das Mittags-Angebot der Gastronomie. Heute: "Die Küche" im Palais Hansen Kempinski, Schottenring 24, 1010 Wien.

„Die Küche" im Kempinski will mit seinem "Börselunch" anspruchsvolle Arbeitnehmer der Umgebung verköstigen und verspricht dafür traditionelle Kochkunst und Bodenständigkeit in zeitgemäßer Umsetzung. Der hungrige Börsianer hat die Wahl zwischen "leicht, deftig und vegetarisch" in einem pompösen und doch unaufgeregten Ambiente. Die Raumteilung erinnert an DDR-Blumen-Rankhilfen, erfüllen aber ihren Zweck: Mitunter findet man eine ruhige Ecke und kann sich auf einem bequemen Samtsofa niederlassen.

Eine Menükarte wird vorgelegt, Getränke sind jedoch nicht aufgelistet. Die Kellnerin betet im Schnelldurchlauf die Weine des Hauses herunter. Die Entscheidung fällt auf Gelber Muskateller von Tement. Um 7,60 Euro für ein Achtel ein stolzer Preis. Am Wein selbst ist jedoch nichts auszusetzen: Ein besonders frischer, mineralischer Muskateller. Eine große Flasche Römerquelle schlägt mit 7,80 zu Buche.

Zünftiger Starter: Resches Dinkelbrot mit Butter, hauchdünnem Speck und Olivenpaste.

Das Lunch beginnt ordentlich: Frische, knusprige Dinkelbrotscheiben mit gut temperierter Butter, dünn aufgeschnittenem - wirklich gutem - Speck und Olivenpaste. Für Speckliebhaber eine Freude, für diejenigen, die sich das leichte Menü bestellt haben eine "Zwangsbeglückung."

Leicht: Detox-Salat mit Zitrone und Olivenöl

Das leichte Menü beginnt mit einem Detox-Salat. Ob man den Kampf gegen die unauffindlichen Schlacken und Gifte im Körper mit ein paar grünen Blättern aufzunehmen vermag, sei dahingestellt. Radicchio, Kirschtomaten, blanchierte Fisolen und Brokkoli sind mit viel frischen Kräutern gemischt. Fenchelgrün und Dille passen gut zum leichten Dressing aus Zitrone und Olivenöl. Erfrischend und schmackhaft, ein empfehlenswerter Vorspeisensalat.

Deftig: Gänserillettes auf altwiener Josephbrot mit Kräutersalat.

Deftig wie die Karte verspricht, ist das Gänserillettes. Die Gänseschmalzbrote sind knusprig geröstet und voll im Geschmack. Der kleine Salat aus Radicchio und Spinat mit Zitronendressing bildet einen guten Ausgleich zu den eher schweren Broten, Kräuter sind leider keine zu finden.

Leicht: Wolfsbarschfilet mit Belugalinsen und Karottensud

Das Filet ist knusprig angebraten, riecht aber stark fischig. Der Geschmack ist in Ordnung, wenn auch die Kruste zu hart und kaum zu zerschneiden ist. Der Fisch ist gerade einmal lauwarm und leider zu fest. Die Belugalinsen sind bissfest aber nicht herausragend gewürzt. Ebenso der Karottenbrei, der recht geschmacklos, schwer zu definieren ist.

Deftig: Tafelspitz auf Erdäpfelschmarrn mit Bouillongemüse

Über die Portionengröße kann man bei den Hauptgängen nicht klagen. Der Tafelspitz ist schmackhaft und saftig. Der Erdäpfelschmarrn gut angeröstet, wenn auch durch die darauf liegenden Tafelspitzscheiben schon durchgefeuchtet. Das Boulliongemüse ist in Ordnung, der Sellerie hat sogar noch etwas Biss. Der Apfelkren bildet eine nette Begleitung, wenn auch der Kren auf dem Fleisch, die eigene Beigabe der Schärfe, dem Gast vom Koch aus der Hand genommen wurde.

Leicht: Soja-Panna-Cotta mit Granny-Smith-Äpfel-Kompott und Calamansi-Sorbet

Das Calamansi-Sorbet sticht positiv heraus. Eine tolle Kombination aus sauer, fruchtig und süß bietet der Geschmack der besonderen Frucht. Das Soja-Panna-Cotta ist eher unauffällig, der Kompott aus Granny-Smith-Äpfeln recht sauer. Leider sind beide Komponenten zu stark herunter gekühlt.

Deftig: Russischer Zupfkuchen mit Kaffee-Eis

Auch beim deftigen Dessert ist der Kuchen zu stark heruntergekühlt. Der Kakaoboden ist sehr fest und mit der Kuchengabel schwer zu zerteilen, die Topfenmasse ist geschmacklich in Ordnung aber kalt. Das Kaffeeeis schmeckt leicht süß aber so garnicht nach Kaffee. Eine Enttäuschung für Dessert-Liebhaber.

Der Lunch besteht laut Webseite aus ein bis drei Gängen inklusive Espresso oder Espresso Macchiato. Frech, dass wir die Espressi zum Dessert dann doch zu je 3,80 Euro bezahlen müssen. Den Kaffee bezieht Die Küche von Meinl, zudem war der Espresso zu lange durchgelaufen - kein schönes Kaffee-Erlebnis. Der Küchenchef ließ zu Start seines Börselunchs verlauten, die Mittagspause dauere nicht länger als 50 Minuten - das haben wir gerade so geschafft. Allerdings war das Restaurant bis auf vier weitere Gäste zum späteren Mittag leer. Fazit: Im Kempinski lässt es sich nobel zu Mittag speisen, die Qualität passt dann aber doch nicht so ganz zum Preis. Für 84 Euro können zwei Personen andernorts sicher herausragender Essen.

Die drei Variationen des Börselunch gibt es eine Woche lang hindurch und die Karte ist theoretisch mit ein paar Klicks auf der Webseite einsehbar. Unsere Versuche, die Datei zu öffnen, schlug leider des Öfteren fehl. Online funktionierte die Reservierung jedoch tadellos.

FORMAT-WERTUNG:

Ambiente: Business
Preis: Drei Gänge 30, 50 Euro, zwei Gänge 24,50 Euro (inklusive Couvert)
Zeit: 50 Minuten
Qualität: 5 (10)

Info:
Die Küche
Palais Hansen Kempinski Vienna
Schottenring 24
1010 Wien
www.kempinski.com
Börselunch von 12 bis 14:00 Uhr
Reservierungen online oder unter 01/236 1000 8080

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