Dienstauto: Mit diesen Methoden zahlen Sie weniger Pkw-Sachbezug

Privat genutzte Dienstwagen können den Nutzern teuer kommen. Doch eine noch relativ neue Verordnung ermöglicht es den Sachbezug für Pkws in bestimmten Fällen zu senken. Auch beim Sachbezug für Vorführwagen kommt man den Dienstnehmern entgegen, zumindest bei einer Branche.

Dienstauto: Mit diesen Methoden zahlen Sie weniger Pkw-Sachbezug

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Was ist ein Sachbezug bei einem Dienstauto?

Besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit, ein KFZ für den Dienst auch für private Zwecke zu nutzen, liegt ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor. Dieser Vorteil dient für Unternehmen als Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer, die SV-Beiträge als auch für die Lohnnebenkosten (DB, DZ und KommSt) und erhöht diese entsprechend. Als Privatfahrt gilt bei einem Dienstnehmer auch die Fahrt von der Wohnung zur Arbeitsstätte und retour.


Wonach richtet sich die Höhe des Sachbezugs?

Die Höhe des Sachbezugs richtet sich nach den Anschaffungskosten des PKWs und nach den privat gefahrenen Kilometern. Wird im Jahresschnitt nicht mehr als 500 Kilometer monatlich privat gefahren, wird lediglich ein Sachbezugswert von 0,75 Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten inklusive Sonderausstattung oder maximal 360 Euro pro Monat angesetzt.

Der Nachweis der gefahrenen Kilometer kann mit einem Fahrtenbuch geführt werden. Wird diese Grenze überschritten, bemisst sich der Sachbezug in Höhe von 1,5 Prozent von den tatsächlichen Anschaffungskosten, maximal 720 Euro im Monat. Ein Pendlerpauschale und ein Pendlereuro können in diesen Fällen nicht zusätzlich in Anspruch genommen werden.


So wird der Sachbezugswert ermittelt

1. Ermittlung des Kfz-Sachbezugswertes bei Neuwagen

Bei einem Neuwagen sind die tatsächlichen Anschaffungskosten, inkusive USt. und NoVA) als Basis zur Ermittlung des Sachbezugswertes heranzuziehen. Kosten für Sonderausstattungen wie ABS, Autoradio, Klimaanlage und Ähnliches zählen zu den Anschaffungskosten eines Fahrzeuges und sind daher bei der Ermittlung des Sachbezuges miteinzubeziehen.

2. Die Berechnungsgrundlage für den Sachbezug bei Leasingfahrzeugen

Bei neuen Leasingfahrzeugen sind die für die Berechnung der Leasingrate relevanten Anschaffungskosten maßgeblich. Können bei einem Gebrauchtfahrzeug die tatsächlichen Anschaffungskosten beim ersten Erwerb des Fahrzeugs nicht nachgewiesen werden, ist der damalige Listenpreis anzusetzen. Für Gebrauchtfahrzeuge ist der CO2-Grenzwert im Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung des Fahrzeugs maßgeblich.

3. Die Berechnungsgrundlage für den Sachbezug bei Gebrauchtwagen

Bei einem Gebrauchtwagen werden der Neuwert (Listenpreis bei Erstzulassung; keine Berücksichtigung von Sonderausstattung oder üblichen Rabatten) oder die tatsächlichen Kfz-Anschaffungskosten des Ersterwerbers herangezogen. Diese Regelung gilt auch für sehr alte Autos.

4. Elektroautos: Sachbezug entfällt

Der Sachbezug bei Elektroautos und mit Wasserstoff betriebenen Autos ist derzeit mit null Prozent anzusetzen und bringt daher einen großen Steuervorteil für Dienstnehmer und -geber.


Anschaffungskosten über 48.000 Euro: Was den Pkw-Sachbezug mindert

Die monatlichen Steuern, also der Sachbezug auf privat genutzte Dienstwagen, sind mitunter so hoch, dass es sich fast schon lohnt, selbst ein Kfz auf Raten zu kaufen, statt das Geld dem Staat zu schenken. In zwei Bereichen zeigt der Fiskus jedoch milde.

Sachbezug sinkt, indem Kostenbeiträge des Dienstnehmers in die Berechnung einfließen

Für all jene, deren Dienstwagen in der Anschaffung mehr als 48.000 Euro liegt und für die Privatnutzung laufende Kostenbeiträge aus ihrer eigenen Tasche leisten, kommt die Finanz entgegen. Laut einer geänderten Verordnung für den Sachbezugswert müssen sehr wohl die monatlichen Kostenbeiträge des Arbeitnehmers für die Berechnung des Sachbezugs berücksichtigt werden. Erst von dieser reduzierten Basis ist dann der Sachbezug zu berechnen.

Die langjährige Praxis war, dass bei Anschaffungskosten für ein Kfz über 48.000 Euro, selbst dann der höchstmögliche Sachbezug abzuziehen war, wenn Kostenbeiträge geleistet werden. So haben Kostenbeiträge durch den Arbeitnehmern bei teuren Firmenautos bis vor wenigen Jahren den Sachbezug nicht oder nur teilweise reduziert. Dieses Vorgehen hat das Bundesfinanzgericht aber als falsch eingestuft.


KFZ-Sachbezug Berechnungsbeispiele alt und neu ab Anschaffungskosten über 48.000 Euro
Bisherige Berechnung des Sachbezug:
55.000 Euro x 2% = 1.100 Euro abzüglich eines Kostenbeitrag 150 Euro. Ergibt einen Sachbezug für den Pkw von 950 Euro.

Neue Berechnung des Sachbezug für den Pkw:
55.000 Euro x 2% = 1.100 Euro, bei einem maximalen Sachbezugswert 960 Euro abzgl. Kostenbeitrag 150 Euro, ergibt einen Sachbezug von 810 Euro.

Einmalige Kostenbeiträge werden von den tatsächlichen Anschaffungskosten abgezogen, davon wird der Sachbezugswert für Pkws berechnet (1,5% oder 2%). Erst im Anschluss wird der Maximalbetrag berücksichtigt.


Pkw-Sachbezug senken durch einmaligen oder laufenden Kostenbeitrag zum Anschaffungspreis

Grundsätzlich gilt: Die Höhe des Kfz-Sachbezugs kann durch den Arbeitnehmer beeinflusst werden, entweder in dem ein einmaliger Kostenbeitrag oder laufende Kosten getätigt werden. Laufende Kostenbeiträge werden vom monatlichen Sachbezug abgezogen, Spritkosten sind davon ausgenommen.

Bei einmaligen Kostenbeiträgen zu den Anschaffungskosten eines Dienstwagens besteht das Wahlrecht, ob dieser Kostenbeitrag auf acht Jahre verteilt bei der laufenden Sachbezugsbewertung abgezogen wird oder der Sachbezugswert von vornherein von den gekürzten Anschaffungskosten berechnet wird. Als Sachbezug kann der Wert nach der günstigeren Variante angesetzt werden.

Rechenbeispiele: Variante 1: sofortige Kürzung der Anschaffungskosten Variante 2: Verteilung des Kaufpreises auf 8 Jahre

Variante 1 bei 45.000 Euro, abzüglich Kostenbeitrag beträgt der Sachbezug 615 Euro. Variante 2: Kostenbeitrag gesamt 4.000 Euro, jährlich 500 Euro und Kostenbeitrag monatlich: 41,67 Euro. Sachbezug: 633,33 Euro.


Vorführwagen: Dafür zahlen bestimmte Mitarbeiter weniger Sachbezug

Der Fiskus zeigt sich auch noch in einem anderen Bereich, auf das der Sachbezug angewendet wird, nachsichtig. Nämlich bei Vorführwagen, die Autohändler ihren Mitarbeitern zur privaten Verwendung überlässt. So wurde die Berechnungsgrundlage für Vorführwagen von Autohausmitarbeitern gesenkt. Seit dem 1. Jänner 2020 sind nur noch die um 15 Prozent erhöhten tatsächlichen Anschaffungskosten zuzüglich Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe (NoVA) für die Berechnung des Sachbezugswertes anzusetzen. Bisher musste ein höherer Wert von 20 Prozent angenommen werden.

Take Aways
  • Die Höhe des Kfz-Sachbezugs kann durch den Arbeitnehmer beeinflusst werden, entweder in dem ein einmaliger Kostenbeitrag oder laufende Kosten getätigt werden.
  • Bei einmaligen Kostenbeiträgen zu den Anschaffungskosten eines Dienstwagens besteht das Wahlrecht,
  • - ob dieser Kostenbeitrag auf acht Jahre verteilt bei der laufenden Sachbezugsbewertung abgezogen wird oder
  • der Sachbezugswert von vornherein von den gekürzten Anschaffungskosten berechnet wird.
  • Als Sachbezug kann der Wert nach der günstigeren Variante angesetzt werden.
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