ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt zurück

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ORF-GI Roland Weißmann sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert
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ORF-Chef Roland Weißmann tritt „mit sofortiger Wirkung“ zurück, gab Heinz Lederer, Vorsitzender des Stiftungsrates, bekannt. In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.

Der im Raum stehende Vorwurf verlange dennoch „eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle“, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse, so Lederer und sein Stellvertreter Georg Schütze. Ingrid Thurnher übernimmt interimistisch, hieß es.

Weißmann habe laut Aussendung den Stiftungsrat am Sonntag über seinen Rücktritt informiert. Die Sitzungen des Stiftungsrats in dieser Woche werden wie geplant stattfinden. Bereits in der Plenarsitzung am Donnerstag soll die amtierende Hörfunkdirektorin Thurnher auf Vorschlag von Schütze und Lederer mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Generaldirektors beauftragt werden. Sie werde den ORF „aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in leitenden redaktionellen Funktionen und nun seit mehr als vier Jahren im Direktorium hervorragend führen“.

„Es ist die Verantwortung des ORF-Stiftungsrats, nun rasch die nötigen Schritte zu setzen, damit die erhobenen Vorwürfe transparent und mit aller Konsequenz aufgeklärt werden können und die reibungslose Fortführung der Geschäftsführung garantiert ist. Mit der von uns als Generaldirektorin vorgeschlagenen Ingrid Thurnher ist dies sichergestellt“, betonte Lederer. „Mit der entschiedenen Vorgangsweise zeigt der ORF-Stiftungsrat, dass er auch in schwierigen Momenten eine ruhige Hand bewahrt“, ergänzte Schütze.

Am Fahrplan für die Neubestellung der ORF-Geschäftsführung für die Periode ab 1. Jänner 2027 ändert sich nichts, wurde betont. Die Ausschreibung zur Wahl der Generalintendanz soll ab 1. Mai erfolgen. Gewählt wird am 11. August. Weißmann galt bisher als Favorit. Auf eine Frage im trend-Interview im Dezember, ob er zur Wahl antreten werde, hatte er lediglich gemeint: „Es ist noch Zeit."

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