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In der vergangenen Woche waren die Papiere von Novo und des Rivalen Eli Lilly noch deutlich unter Druck geraten, nachdem Hims die Billig-Pille vorgestellt und damit Sorgen vor einem Preiskampf geschürt hatte. Das Einschreiten der FDA werteten Anleger als Signal für einen schärferen regulatorischen Kurs gegen Nachahmerprodukte. Die Arzneimittelbehörde hatte am Freitag angekündigt, dass sie die Verwendung von Wirkstoffen für nicht zugelassene, individuell angemischte Medikamente einschränken will. Solche sogenannten "Compounded Drugs" waren von Telemedizin-Firmen wie Hims als günstigere Alternativen zu den teuren Markenmedikamenten vermarktet worden.
Hims erklärte am Samstag, das Angebot nach "konstruktiven Gesprächen mit Interessengruppen" einzustellen. Novo will gerichtlich ein dauerhaftes Verbot des Verkaufs von nicht genehmigten Nachahmermedikamenten durch Hims erwirken und fordert zudem Schadenersatz.
Die Aktie von Hims brach im vorbörslichen Handel um rund 20 Prozent ein, während die Papiere von Eli Lilly um etwa zwei Prozent zulegten. Für Novo ist die Entwicklung ein seltener Erfolg im Kampf gegen Nachahmerprodukte. Der Konzern steht trotz seiner Pionierrolle im Markt für Abnehmmedikamente unter starkem Wettbewerbs- und Preisdruck. Seit dem Hoch im Juni 2024 hat der Börsenwert des Unternehmens fast zwei Drittel eingebüßt. Erst vergangene Woche hatte Novo bei Vorlage seiner Jahreszahlen vor einem "beispiellosen Preisdruck" gewarnt, worauf die Aktie an einem Tag um 17 Prozent abstürzte.
Der Wettbewerb dürfte sich weiter verschärfen: Im April wird mit der Markteinführung der GLP-1-Abnehmpille Orforglipron von Eli Lilly gerechnet. Im wichtigen US-Markt setzen die Hersteller zunehmend auf den Direktvertrieb an Selbstzahler über Telemedizin-Plattformen. Die wachsende Bedeutung dieses Vertriebskanals unterstrichen auch teure Werbespots, die Novo Nordisk, Eli Lilly und Hims während des Super Bowl am Sonntag schalteten.