
von
Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,55 Prozent auf 5.424,48 Punkte. Der deutsche DAX unterbrach seine jüngste Rekordjagd und kam um 0,51 Prozent auf 23.999,17 Zähler zurück. In London gab der FTSE-100 um 0,54 Prozent auf 8.739,26 Einheiten nach.
An der Wall Street hatten die wichtigsten Aktienindizes am Vorabend deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Begründet wurden die Verluste mit einer enttäuschenden Auktion von US-Staatsanleihen, die die hohe Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten wieder in den Fokus rückte. Die Anleihenrenditen zogen damit weiter an. Mit der Entwicklung erscheinen Investments in Aktien weniger attraktiv.
Am Donnerstag nun passierte das von US-Präsident Donald Trump vorangetriebene Steuer- und Ausgabengesetz das Repräsentantenhaus. Geplant ist mit dem Paket unter anderem, Steuererleichterungen aus Trumps erster Amtszeit dauerhaft zu verlängern. Der Gesetzesvorschlag liegt nun beim Senat.
Von der Konjunkturfront kamen aus Europa gemischte Nachrichten. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai - gemessen am Ifo-Geschäftsklimaindex - den fünften Monat in Folge aufgehellt und den höchsten Wert seit fast einem Jahr erreicht. Dagegen hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Mai trotz erster Entspannungssignale in dem von den USA angezettelten Zollkonflikt überraschend weiter eingetrübt.
Eine Branchenbetrachtung zeigte Aktien aus den Sektoren Konsumgüter, Immobilien und Automobil am schwächsten. Stabil blieben lediglich Versorger, Versicherer, Telekom- und Chemiewerte.
Unter letzteren schossen Papiere von Johnson Matthey in London gut 30 Prozent in die Höhe. Der US-Mischkonzern Honeywell will das Katalysatorgeschäft des Chemieunternehmens übernehmen.
Easyjet verloren 2,6 Prozent. Der britische Billigflieger ist im Winter trotz höherer Einnahmen tiefer in die roten Zahlen geflogen. Mit 394 Millionen britischen Pfund (466,49 Mio. Euro) lag der saisontypische bereinigte Vorsteuerverlust im ersten Geschäftshalbjahr von Oktober bis März 13 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Generali stabilisierten sich mit plus 0,1 Prozent. Der italienische Versicherer hat seinen Gewinn im Tagesgeschäft Anfang 2025 deutlich gesteigert. Während die Prämieneinnahmen mit 26,5 Milliarden Euro im ersten Quartal wegen eines Rückgangs in der Lebensversicherung praktisch stagnierten, wuchs der operative Gewinn im Jahresvergleich um fast neun Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro.
British Telecom (BT) profitierte von der Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen. So stieg der Konzerngewinn in dem im März abgelaufenen Bilanzjahr 2024/25 trotz eines zweiprozentigen Umsatzrückgangs um 1 Prozent auf 8,21 Mrd. Pfund. Die BT-Aktie reagierte mit plus 3,6 Prozent.