Gipfeltreffen der Businessfrauen

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 © Helmut Steiner, BCG

Beim Talent Diversity Dinner wurden Unternehmen als Diversity Champions ausgezeichnet, die sich 2025 um die Gleichstellung verdient gemacht haben. Im Bild die Preisträgerinnen und Preisträger mit den Gastgebern.

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Bei Diversität hat Österreich große Fortschritte gemacht. Die bisherigen Höchstwerte sind zwar noch nicht wieder erreicht. Aber der positive Kurs setzt sich fort.

Von Francis Bacon bis zu Niki de Saint Phalle. Meisterstücke von der klassischen Moderne bis zu Pop Art boten den inspirierenden Rahmen für die Diskussion einer Frage, die in Österreichs Wirtschaft von großer Relevanz ist: Wie ist es um die Diversität aktuell bestellt, nachdem es im vergangenen Jahr einen Rückschritt gab? Das Talent Diversity Dinner von BCG und trend, zu dem am 4. März mehr als 50 geladene Gäste in der Heidi Horten Collection in Wien zusammenkamen, bot nicht nur Raum für Austausch, sondern auch für handfeste Analysen in Form der achten Ausgabe des Gender Diversity Index Austria.

Und die aktuellen Zahlen senden deutlich positive Signale. „Nach einem Dämpfer im Vorjahr sehen wir heuer wieder ermutigende Entwicklungen bei der Diversität in Österreich“, sagt Tanja Michael, Managing Director und Partnerin von BCG Österreich. Zentrale Aussage: 46 Prozent der Vorstände verfügen mittlerweile über mindestens eine Frau im Gremium. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr – auch wenn der bisherige Höchststand von 48 Prozent noch nicht wieder erreicht wurde.

Frauen mit Vorbildwirkung

Was es bedeutet, die erste Frau in der obersten Führungsetage in der 88-jährigen Geschichte der Voestalpine zu sein, besprach Carola Richter im Gespräch mit trend-Chefredakteur Bernhard Ecker. Seit April 2024 zuständig für die unter Druck stehende Division Metal Forming ist ihr Job ein „beinhart operativer“ – und dazu gehört auch, Werke zu schließen oder zu verkleinern. „Wenn die Menschen verstehen, warum es zu tun ist, ziehen sie mit, auch in schwierigen Lagen,“ sagt Richter.

Der Weg zu mehr Frauen in der Schwerindustrie sei kein leichter, erfolgreich begonnen wurde er bei Voestalpine aber mit ganz profanen Dingen, wie etwa der „Einrichtung von Waschräumen für Frauen in der Produktion oder dem gezielten Ansprechen weiblicher Kandidatinnen in Stellenanzeigen“, erzählte Richter, promovierte Physikerin, die mehr als 20 Jahre Industrieerfahrung mitbringt und viele Jahre in Asien verbracht hat. 

Eine Erfahrung, die sie mit Elisabeth Staudinger, Mitglied des Vorstands von Siemens Healthineers teilt. Die gebürtige Grazerin kehrte Österreich nach ihrem Studium in Wien den Rücken, um erst bei Siemens und dann beim Siemens Healthineers Karriere zu machen. Seit ihrer Bestellung in den Vorstand ist der börsennotierte Medizintechnikkonzern einer von vier DAX-Unternehmen mit einem Frauenanteil von 50 Prozent im obersten Führungsgremium. Wie bereichernd das Arbeiten in einem diversen Vorstand ist, in dem nicht nur Geschlechterparität besteht, sondern gleich drei Nationalitäten ihre Perspektiven einbringen, erläuterte Staudinger im Gespräch mit trend-Redakteurin Vanessa Voss „Bei uns haben das auch die Männer wirklich gewollt, dass der Frauenanteil steigt“, so Staudinger. Der kletterte in dem technologielastigen Konzern auf mittlerweile über 30 Prozent quer durch alle Hierarchieebenen.

Diversity Champions

In Sachen Diversität ist Deutschland Österreich ein großes Stück voraus. Aber auch hierzulande gibt es Unternehmen, die beim Thema Vielfalt weiter sind als andere und das Thema als Erfolgsfaktor erkannt haben. Sie zählen zu den Diversity Champions. Ihr Engagement zeigt sich in mehr Frauen in Führungspositionen (Vorständen und Aufsichtsräten) und fairer Vergütung.

Mit dem Rekordwert von 95,3 Punkten – von maximal 100 erreichbaren Punkten, die Parität bei Vergütung sowie Vorstands- und Aufsichtsratsbesetzungen bedeuten – wurde die BKS Bank zum Diversity Champion 2026 gekürt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Linz Textil und Manner. „Die Sieger zeigen eindrücklich, dass Spitzenleistungen sich sowohl durch Beständigkeit als auch durch konsequente Weiterentwicklung der Vielfalt in der Organisation erreichen lassen“, sagt Tanja Michael.

Noch mehr zum Thema lesen Sie im trend.PREMIUM vom 6. März 2026, der auch das Ranking der 100 mächtigsten Businessfrauen enthält.

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