
Leadership und Networking gehen Hand in Hand. Mit dem Becoming Female Leader Circle feiert 2026 ein Veranstaltungsformat Premiere, das weiblichen Nachwuchsführungskräften eine Plattform für das Knüpfen ihrer Netzwerke bietet.
Frau Pfneißl-Mauritz, das Netzwerken steht im Zentrum Ihrer Veranstaltungen. Warum?
Wir sehen immer wieder, dass Führungskräfte des Networkings ein wenig überdrüssig sind – dabei ist es sehr wichtig, sich zusammenzuschließen, sich auszutauschen und gemeinsam ins Tun zu kommen. Gerade zu Karrierebeginn ist Netzwerken oft ein Fass ohne Boden: Man nimmt an unzähligen Events teil, tauscht Visitenkarten aus, aber im Endeffekt kommt wenig dabei heraus. Wir sind der Meinung, dass das intelligenter gehen muss. Deshalb führen wir mit allen Teilnehmenden schon im Vorfeld der jeweiligen Veranstaltung persönliche Gespräche, um herauszufinden, welche Themen sie gerade beschäftigen. Über unser Online-Portal können dann passend zu den individuellen Herausforderungen One-on-One-Matchings vereinbart werden. Auch bei den Events selbst setzen wir auf innovative Formate, wie zum Beispiel das Public Coaching.
Warum fokussieren sich zwei Ihrer Veranstaltungsformate – der Female Leader Circle und der Becoming Female Leader Circle – auf weibliche Führungskräfte?
Netzwerken ist ein absoluter Gamechanger – aber unserer Erfahrung nach fällt es Männern tendenziell leichter. Wir sind der Überzeugung, dass Networking niederschwelliger in den Arbeitsalltag integriert werden muss, um Frauen besser abzuholen. Statt der üblichen Abendevents, die für viele Mütter keine Option sind, setzen wir deshalb auf zielgerichtete Veranstaltungen, die tagsüber stattfinden. Der Gedanke dahinter ist: „Become the Leader you are“. Es geht darum, nicht irgendwelchen Führungsidealen nachzueifern oder bestimmte Stile übernehmen zu wollen, sondern sich wirklich bewusst zu machen, welche Stärken man mitbringt und sich auch zu trauen, „zu nett“ oder „zu pushy“ zu sein und die Leaderin zu werden, die man in Wahrheit bereits ist.
Frau Lunzer, Sie haben bereits zwei Mal am Female Leader Circle teilgenommen. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Als einzige Frau im Management-Team bei woom schätze ich den Female Leader Circle als Raum für gemeinsame positive Energie, Inspiration und persönlichen Austausch. Das Peer-to-Peer-Matching ermöglicht Kontakte mit genau den Menschen, die bereits ähnliche Rollen hatten wie man selbst. Zudem erweitert die Veranstaltung das eigene Netzwerk ohne großen Aufwand – und die geknüpften Verbindungen wachsen auch über den Tag der Veranstaltung hinaus.
Warum haben Sie sich für die Teilnahme entschieden?
Zum einen hat mir der Female Leader Circle den Austausch mit anderen weiblichen Führungskräften eröffnet, den ich in meinem Alltag nicht mehr hatte – ich war zuvor im Kosmetikbereich tätig, wo es einfach viel mehr Frauen in Führungsrollen gibt als in der Fahrradbranche. Mit meinem Einstieg bei woom waren plötzlich keine weiblichen Vorbilder innerhalb des Unternehmens mehr für mich greifbar, und ich habe erst zeitversetzt bemerkt, dass sich allein dadurch einiges für mich verändert hat. Zum anderen finde ich am Female Leader Circle besonders schön, dass der Teilnehmerinnenkreis sehr rollen- und branchengemischt und die Teilnahme sehr niederschwellig möglich ist.
Was ist das Besondere am Austausch mit anderen Frauen in Führungspositionen?
Manchmal fühlt man sich auch als Führungskraft allein – und gerade als Frau kann man nicht alle Themen offen mit männlichen Peers besprechen. Bei Veranstaltungen wie dem Female Leader Circle merkt man, was Female Leadership ausmacht: Man hat „Verbündete“ und ein Gefühl von Sisterhood. Es gibt keine Berührungsangst, man kann auch schwierige Themen ansprechen oder sich einfach einmal vulnerabel zeigen. Meine Erfahrung ist, dass das in solchen Räumen tatsächlich leichter fällt. Die Peer-to-Peer-Unterstützung ist in beide Richtungen da, was auch das Vertrauen und die Kraft des Raumes stärkt. Man sieht immer wieder: Auch andere stehen vor ähnlichen Herausforderungen, man ist mit fast keinem Thema wirklich allein.
Zu den Personen
Julia Pfneißl-Mauritz ist Founder & Managing Director von Future Link. Sie veranstaltet jährlich einen CEO & GM Circle sowie einen Female Leader Circle, heuer wird das Programm um den Becoming Female Leader Circle für weibliche Nachwuchsführungskräfte erweitert.
Nicole Lunzer leitet seit Juni 2024 das globale Marketing beim Kinder- und Jugendfahrradhersteller woom und ist als Vice President of Brand für das globale Markenmanagement verantwortlich.
Carolina Sorger hat ihre Laufbahn bei woom im Jahr 2022 als Produktmanagerin gestartet und ist mittlerweile als Brand Experience Managerin bei dem international erfolgreichen Unternehmen tätig.
Frau Sorger, Sie sind seit 2022 in Frau Lunzers Team bei woom tätig und haben sich entschlossen, auch Ihren eigenen Karriereweg in Richtung Führung zu lenken. Gab es einen Schlüsselmoment, der Sie zu dieser Entscheidung bewogen hat?
Für mich war eine Erkenntnis besonders wichtig: Man muss die eigene Komfortzone verlassen, um wachsen zu können, aber man muss nicht perfekt sein, um in die Führung zu gehen. Es ist einfach ein Entwicklungsprozess, zu dem auch Fehler gehören. Die Fehlerkultur wird auch bei uns im Unternehmen großartig gelebt: Fehler sind kein Versagen oder Showstopper, sondern man kann etwas daraus lernen.
Über Frau Lunzer haben Sie auch vom Becoming Female Leader Circle erfahren. Was erwarten Sie sich von der Teilnahme?
Es macht mir großen Spaß, woom auf den unterschiedlichsten Touchpoints global zu präsentieren. Ich bin selbst dreifache Mama und das Ziel, Millionen von Kindern die Liebe zum Fahrradfahren näherzubringen, motiviert mich einfach. Ich freue mich drauf, die Marke weiter zu shapen und mich dabei auch selbst weiterzuentwickeln – und finde es sehr spannend, mit dem Becoming Female Leader Circle die Möglichkeit eines Forums zu bekommen, wo der Austausch mit Frauen im Mittelpunkt steht, die ähnliche Entwicklungsschritte vor sich haben und mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert sind. Ich sehe es als Chance, sich gegenseitig Halt zu geben, voneinander lernen und sich auszutauschen – und bin sehr froh, dass mir diese Tür geöffnet wurde.
Frau Pfneißl-Mauritz, was konkret steht beim Becoming Female Leader Circle 2026 auf dem Programm?
Wir starten mit einem Public Coaching unter der Leitung von Nora Dahlström. Dabei holen wir drei große Themen, die in den Vorabgesprächen am häufigsten genannt werden, auf die Bühne. Ein weiteres Highlight ist die Off-The-Record-Session, bei der drei weibliche Führungskräfte von ihren individuellen Karrierewegen erzählen. Es wird Peer-Learning-Sessions zu verschiedenen Themenbereichen geben, bei denen man sich im sehr kleinen Kreis praxisnah austauschen kann. Ein großer Teil des Tages sind die bereits erwähnten One-on-One-Gespräche, bis zu 11 davon kann jede Teilnehmerin führen. Den Abschluss macht Claudia Reiterer, die Einblicke in ihre fast 30-jährige Berufserfahrung eröffnet und ihre Learnings weitergibt.
Becoming Female Leader Circle
Der Becoming Female Leader Circle findet am 30. April 2026 im Schlosspark Mauerbach statt und ichtet sich an Frauen, die in Führung gehen wollen – funktions- und branchenübergreifend. Neben fixen Programmpunkten wie dem Public Coaching oder Vorträgen von namhaften Speakerinnen kann die Agenda individuell zusammengestellt werden. Über das Online-Matching-Portal gibt es die Möglichkeit, im Vorfeld 1:1-Gespräche mit anderen werdenden Führungskräften zu vereinbaren.
Mehr Infos auf futurelink.at