EU-Kommission bereitet Green Bonds über 250 Milliarden Euro vor

Die EU-Kommission bereitet die Ausgabe von Green Bonds zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten vor. Die Grünen Anleihen sollen bis Ende 2026 einen Umfang von bis zu 250 Milliarden Euro haben - rund ein Drittel des gesamten NextGenerationEU Programms.

EU-Kommission bereitet Green Bonds über 250 Milliarden Euro vor

Die EU-Kommission bereitet im Rahmen des NextGenerationEU Programms (NGEU) die Ausgabe von Green Bonds zur Finanzierung der Klimaschutz-Initiativen vor. Bis zum Jahr 2026 sollen bis zu 250 Milliarden Euro aus den Grünen Anleihen eingenommen werden, das entspricht rund einem Drittel des gesamten Volumens der "Next Generation"-Fonds. EU-Budgetkommissar Johannes Hahn hat dafür nun die Rahmenbedingungen präsentiert.

Die Ausgabe der ersten Green Bonds könnte bereits im Oktober beginnen, wenn die Marktbedingungen geeignet sind. Investoren in diese Anleihen haben dabei die Gewissheit, dass die aufgebrachten Mittel in grüne Projekte fließen und dass die Kommission über deren Umweltauswirkungen Bericht erstattet.

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Haushalt und Verwaltung: „Die Absicht der EU, bis Ende 2026 bis zu 250 Milliarden Euro an grünen Anleihen auszugeben, wird uns zum größten Emittenten grüner Anleihen der Welt machen. Dies ist auch Ausdruck unseres Engagements für Nachhaltigkeit und stellt ein nachhaltiges Finanzwesen in den Mittelpunkt der Aufbaumaßnahmen der EU.“

EU-Bonds und EU-Bills

Die Kommission hat auch wie angekündigt ihren Plan zur Aufbaufinanzierung für 2021 überarbeitet und die Absicht bekräftigt, noch im Jahr 2021 insgesamt rund 80 Milliarden Euro an langfristigen Anleihen („EU-Bonds“) auszugeben. Diese sollen um kurzfristige EU-Anleihen („EU-Bills“) in zweistelliger Milliardenhöhe ergänzt werden.

Die Kommission wird EU-Bills ausschließlich im Wege von Auktionen anbieten. Das entsprechende Programm soll bereits am 15. September anlaufen. Die Kommission wird in der Regel zwei Auktionen pro Monat für EU-Bills veranstalten, und zwar am ersten und dritten Mittwoch des Monats. Auch EU-Bonds werden über das Auktionsprogramm ausgegeben, das die syndizierten Emissionen ergänzt. Im Emissionskalender der Kommission sind im Allgemeinen eine Auktion und eine syndizierte Emission pro Monat für Bonds vorgesehen.

Der Rahmen für grüne NGEU-Anleihen

Der Rahmen für grüne Anleihen unter dem Dach von NextGenerationEU („grüne NGEU-Anleihen“) wurde im Einklang mit den Grundsätzen für grüne Anleihen der Internationalen Kapitalmarktvereinigung (ICMA), einem Marktstandard für grüne Anleihen, ausgearbeitet. Er wurde so weit wie möglich an den EU-Standard für grüne Anleihen angeglichen und zeigt Investoren auf, wie die durch die Emission grüner NGEU-Anleihen aufgenommene Mittel für grüne Ziele eingesetzt werden.

Konkret wird mit den Erlösen aus den grünen NGEU-Anleihen der Anteil der klimarelevanten Ausgaben an der Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert. Jeder Mitgliedstaat muss mindestens 37 Prozent seines nationalen Aufbau- und Resilienzplans für klimarelevante Investitionen und Reformen aufwenden.

Im Einklang mit der üblichen Praxis sieht der Rahmen eine Berichterstattung sowohl über die Zuweisung der Mittel als auch über die Auswirkungen vor. Für die Berichterstattung über die Mittelzuweisung wird die Kommission die Daten der Mitgliedstaaten über die Ausgaben für grüne Projekte heranziehen.

Nächste Schritte

Nach der Veröffentlichung des Rahmens steht die Einführung grüner NGEU-Anleihen unmittelbar bevor. Die erste Emission ist für Oktober 2021 als syndizierte Emission geplant.

NextGenerationEU ist ein bis Ende 2026 befristetes Aufbauinstrument mit einem Volumen von rund 800 Milliarden Euro, mit dem die Erholung Europas von der Coronavirus-Pandemie unterstützt und gleichzeitig ein Beitrag zum Aufbau eines grüneren, digitaleren und widerstandsfähigeren Europa geleistet werden soll.

421,5 Milliarden Euro sollen überwiegend für Finanzhilfen (im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität und anderen Programmen des EU-Haushalts) bereitstehen, 385,2 Milliarden Euro für Darlehen. Insgesamt ergibt sich so ein Kreditvolumen von durchschnittlich rund 150 Milliarden Euro pro Jahr.

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