Die besten Privatschulen Österreichs: Können private Schulen wirklich mehr leisten?

Das österreichische Schulsystem versinkt im Chaos. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen. Aber wohin? Und können private tatsächlich mehr leisten als öffentliche Schulen? Vor allem aber: Welche Fähigkeiten erwartet die Wirtschaft von der nächsten Generation? trend gibt Antworten.

Von Martina Forsthuber

Auf der Terrasse des Wiener Schottengymnasiums werden belegte Brötchen und Limonade serviert. Eltern im gepflegten Business-Outfit stehen in kleinen Grüppchen zusammen und unterhalten sich artig über den Wert großer Bildungstraditionen, während sich ihre neunjährigen Sprösslinge, in Blazer und Flanellhose, sehnlichst die Kleider vom Leib wünschen. Doch die Kinder sind nicht für den Kirchgang so sonntagsfein gestylt. Sie besichtigen heute die Schule, die ihnen eine Zukunft mit gediegener Allgemeinbildung und einem soliden karrierefördernden Netzwerk garantieren soll.

Österreichs Privatschulen boomen. Jeder zehnte Schüler in Österreich geht bereits in eine nicht staatliche Schule. Allein in Wien drängen über 39.000 Kinder und Jugendliche in die so genannten Eliteschulen, landesweit sind es über 100.000. Tendenz stark steigend. Größter Erhalter der 600 heimischen Privatschulen ist die römisch-katholische Kirche, zwei Drittel aller Privatschüler besuchen ihre Einrichtungen. Der Zustrom ist mittlerweile so groß, dass viele Bewerber abgewiesen werden müssen.

Gründe für das rege Interesse gibt es viele: Der Ruf öffentlicher Schulen in Österreich ist schlecht. Die endlosen Diskussionen über nie stattfindende Schulreformen, wochenlange Gefechte zwischen Unterrichtsministerin und Lehrergewerkschaftern um zwei Wochenstunden mehr Unterricht, mit dem Ergebnis eines lächerlichen Kompromisses, fielen auch nicht unbedingt in die Kategorie vertrauensbildende Maßnahmen.

„Es herrscht derzeit extreme Unsicherheit, was das öffentliche Schulsystem betrifft. Nachdem jahrelang reorganisiert wurde, ohne dass man bei den Lehrplänen irgendwie weitergekommen wäre, darf man sich nicht wundern, wenn Eltern und Schüler misstrauisch sind“, meint Raoul Kneucker, Universitätsprofessor für Europastudien, ehemaliger Generalsekretär der Österreichischen Rektorenkonferenz und Sektionschef für internationale Forschung. „Die Privatschulen haben eben meist ein klares Profil, eine eindeutige pädagogische Position und stecken nicht ständig in Organisationsreformen. Das verschafft das Gefühl, die Kinder wären dort besser aufgehoben und bekämen stabilere Bildung.“

Eltern, die ihre Kinder ins Theresianum, zu den Schotten oder ins Lycée Français schicken, müssen sich über Gesamtschule, schulautonome Tage oder zwei Stunden Mehrarbeit keine Gedanken machen. „Es ist doch gar nicht anders möglich, als sein Kind in eine Privatschule zu schicken, wenn man sich die öffentlichen Schulen hier in Wien ansieht“, meint der Kärntner Unternehmer Hanno Soravia, dessen Söhne ins Wiener Theresianum und dessen Tochter in die Danube International School gehen.

Besorgte Eltern, die es sich leisten können, das nicht unansehnliche Schulgeld von bis zu 1500 Euro im Monat zu bezahlen, wollen ihre Kinder in der Sicherheit einer privaten Ausbildungsstätte wissen. Denn das Niveau an den öffentlichen Schulen befindet sich – nach gängiger Meinung – in dramatischem Sinkflug. „Das Schulsystem liegt überall im Argen“, meint Kari Kapsch, Vorstand der Kapsch AG. „Alle reden immer von Reformen. Aber besser wäre es, sich zurückzuorientieren. Denn in den sechziger oder siebziger Jahren konnten die Maturanten wenigstens noch logisch denken, das Einmaleins und rechtschreiben!“

Das und noch viel mehr – glauben die Eltern – lernen Eleven in den Klassenzimmern des Sacre Coeur oder in Stiftsgymnasien wie Melk oder Kremsmünster, denn dort gehen die Uhren noch immer anders. In einer OECD-Studie wurden die Ergebnisse bei den PISA-Tests verglichen, und da schnitten die Abgänger von Privatschulen klar besser ab als ihre Kollegen von den öffentlichen Instituten. Doch das könne auch daran liegen, dachten die Experten, dass Privatschulen von Haus aus eher Kinder anziehen, die begabter und engagierter sind und deren Familien sie besonders in der Ausbildung unterstützen. Deshalb wurden die Ergebnisse um soziale, ökonomische und familiäre Faktoren bereinigt, und siehe da: Jetzt schnitten die Privatschulen sogar schlechter ab als öffentliche. Mit anderen Worten: Privatschulen bringen möglicherweise nur deshalb bessere Ergebnisse, weil sie das bessere „Menschenmaterial“ haben, obwohl sie vergleichsweise weniger dazu beitragen als öffentliche Schulen.

Eltern zahlen also Schulgeld für den Zugang zu einem exklusiven, elitären Klub, der bildungsmäßig und beruflich Vorteile bringen soll. In den Kaderschmieden lernt man fürs Leben und knüpft darüber hinaus so manchen für die spätere Laufbahn brauchbaren Kontakt. In diesem – für die soziale Entwicklung – wichtigsten Altersabschnitt schließt man tiefe Freundschaften, und diese wiederum bilden eine solide Basis für ein gutes gesellschaftliches Standing und ein funk­tionierendes Netzwerk.
Als die stabilsten und bekanntesten Seilschaften gelten jene von Theresianisten und Alt-Schotten. Selbst der jüngste Maturant des Theresianums ist mit dem Sultan Osman ebenso per Du wie mit Sektkellerei-Besitzer Ernst Polsterer-Kattus oder dem Meeresforscher Hans Hass. Denn Theresianisten duzen einander, ganz unabhängig vom Altersunterschied. Und die Vereinigung der Alt-Schotten steht der starken Verbundenheit unter den Theresianisten in nichts nach. Auf der Wiener Freyung bemüht man sich stets, unter den erfolgreichen Absolventen Mentoren für die Neuabgänger zu finden. Auch bei Vorträgen erfolgreicher Alt-Schotten, wie dem Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel oder Erste-Bank-Chef Andreas Treichl, lernen die heutigen Schüler ihre prominenten Schul-Vorfahren hautnah kennen.

Harald Katzmair, Gründer des FAS-Research und Netzwerkexperte, glaubt, dass bei der Schulwahl für die Eltern zuerst die Frage der sozialen Exklusivität wichtig ist, „aus dem Wissen und der Erfahrung heraus, dass in vielen Bereichen Kontakte bedeutender sind als Qualifikation. Solche Beziehungen von Kindheit an zu haben wäre fein und praktisch.“ Sicher ist, dass das Gefühl besonderer Zusammengehörigkeit in jeder Schule besteht. Nur trägt der Banknachbar nicht in jeder Schule einen klingenden Namen. „Unter Schülern entsteht immer der Eindruck, eine verschworene Gemeinschaft, etwas Besonderes zu sein. In jeder Schule eignet man sich unbewusst ein Grundverständnis der Welt gegenüber an“, erklärt der Netzwerkexperte. Theresianum, Lycée und Schotten hält er für echte Kaderschmieden, „und dass sie sich regen Zulaufs erfreuen, ist klar: Immer mehr Leute sagen, Netzwerke sind extrem wichtig, und immer mehr können es sich auch leisten, ihre Kinder dorthin zu schicken.“

Je mehr Sprösslinge aus der wohlhabenden Mittelschicht aber von ihren ehrgeizigen Eltern in Eliteschulen geschickt werden, desto mehr Traditionsfamilien überlegen sich offenbar, ihnen auch wieder den Rücken zu kehren. Wenn jeder hingeht, ist das elitäre Gefühl rasch beim Teufel. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. „Da geht heut schon Hinz und Kunz hin, die Leut glauben, sie können sich mit Geld alles kaufen“, entrüstet sich die Gattin eines Alt-Theresianisten über die neureiche Gesellschaft, in der sich ihr Sohn derzeit im Elitegymnasium befindet. Namentlich genannt werden will die brüskierte Dame „aber auf keinen Fall!“
Kapsch, der selbst ein humanistisches Gymnasium in Wien-Hietzing besuchte, seine Kinder aber in den naturwissenschaftlichen Zweig eines öffentlichen Gymnasiums in Niederösterreich schickt, glaubt hingegen nicht, dass Schulfreundschaften eine solide Netzwerkbasis darstellen: „Für ein gutes Netzwerk spielt die Mittelschule den geringsten Faktor, das baut man erst viel später auf. Ich habe bestimmt kein schlechtes Netzwerk, aber mit der Schule hat meines überhaupt nichts zu tun.“

Freilich spielt der Unternehmer bereits in einer ganz anderen gesellschaftlichen Liga. „Top-Manager, die selbst schon ein so großes Netzwerk haben, dass sie das soziale Kapital automatisch an ihre Nachkommen vererben, sagen dann manchmal: Ich schicke mein Kind in eine öffentliche Schule“, analysiert Katzmair. „Das setzt aber voraus, dass man schon ganz oben ist. Die Reputation reicht dann, dass man getrost sagen kann: Ich fahre mit dem Fahrrad, ich brauche keinen BMW mehr.“ Die romantische Vorstellung, zurückkehren zu können zum Echten und Authentischen und die Kinder wieder barfuß in die einfache Dorfschule zu schicken, kann aber auch trügerisch sein. „Beides ist eine soziale Illusion“, urteilt Katzmair, „sowohl die Vorstellung, dass allen Schotten alles in den Schoß fällt und man folglich nur dorthin gehen müsse, um lebenslang zu reüssieren, als auch die Auffassung, dass das Kind in der öffentlichen Schule besser aufgehoben ist, weil es dort die Härte des Lebens kennen lernt.“

Kapsch hat aber auch andere massive Bedenken gegenüber Privatschulen: „Ihr Manko sehe ich darin, dass die Kinder dort eine Closed-user-group sind. Dadurch sind meist die sozialen Kompetenzen nicht vorhanden. Ich möchte, dass meine Kinder in einem normalen Umfeld und nicht in einer Sonderwerkstatt aufwachsen.“ Aber gerade die Förderung der sozialen Intelligenz schreiben sich speziell konfessionelle Privatschulen immer häufiger auf ihre Fahnen. In den meisten Schulen werden in den Oberstufen verpflichtend Sozialprojekte durchgeführt. Das evangelische Gymnasium in Wien hat schon bei seiner Gründung an einen diakonisch-sozialen Schwerpunkt gedacht und teilt den Schulneubau beim Wiener Gasometer mit drei Hausgemeinschaften für Senioren. Daneben gibt es Projekte zur Situation der Straßenkinder, zur Asylpolitik und zur Behindertenbetreuung.

Ob private oder öffentliche Schule, für T-Mobile-Vorstand Tina Reisenbichler steht fest: „Egal, wo man die Kinder hinschickt, überall gibt es gute und schlechte Lehrer, und auch mit den schlechten muss man auskommen lernen.“ Das hat sie auch allen ihren Kindern klargemacht. Ein Schulwechsel nur aufgrund eines einzigen unangenehmen Lehrers kam nicht infrage: „Im späteren Leben kann man sich auch nicht immer Vorgesetzte und Mitarbeiter aussuchen und, wenn sie einem nicht passen, sofort wieder gehen.“

„Eine Schule muss Kinder perfekt in ihren Begabungen und Neigungen fördern“, meint der ehemalige Telekom-Chef und jetzige Vorstand des russischen Telekommunikationskonzerns VimpelCom, Boris Nemsic, der seine Kinder zu den Ursulinen in Wien-Mauer schickt: „Neben der Familie ist es der wichtigste Ort, wo sie ihre menschlichen Qualitäten entwickeln – entscheidend sind dabei die Lehrer.“

Dass diese in Privatschulen besser und engagierter seien, wird landläufig angenommen. Doch die überwiegende Zahl österreichischer Privatschulen steht in der Trägerschaft der römisch-katholischen Kirche, und sie erfreuen sich nicht nur deshalb großer Beliebtheit, sondern auch, weil sie schlichtweg billiger sein können. Allen konfessionellen Schulen werden die Lehrerkosten vom Bund ersetzt. Und die machen immerhin rund 85 Prozent der gesamten Schulkosten aus (siehe „Das Businessmodell“).

„Gott sei Dank sind wir eine katholische Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht“, freut sich Transportunternehmerin Christine Hödlmayr-Gammer, die mit viel Engagement das Europagymnasium zum Guten Hirten in Baumgartenberg gründete, „sonst wäre das Schulgeld für die Eltern absolut unleistbar.“ Das Öffentlichkeitsrecht besagt, dass die Schule, die es verliehen bekommen hat, den öffentlichen Schulen gleichgestellt ist. Es bedeutet, dass die SchülerInnen keine externen Prüfungen ablegen müssen und die jeweilige Leistungsbeurteilung offiziell anerkannt ist.

Doch gerade weil sie die Personalkosten vom Bund ersetzt bekommen, können sich diese Privatschulen ihre Professoren nicht aussuchen, und vor allem können sie schlechte auch nicht einfach kündigen. Die Chancen, einen guten oder schlechten Lehrer zu bekommen, stehen daher in der privaten wie in der öffentlichen Schule fifty-fifty. „Es ist ein weit verbreiteter Irrtum“, so Schulexperte Andreas Salcher, „dass sich die Privatschulen ihre Lehrer aussuchen können.“ Trotzdem glauben Eltern, dass Lehrer in Eliteschulen einfach lieber unterrichten. „Sie sind engagierter“, ist Mondi-Vorstand Peter Oswald überzeugt, der zwei seiner Kinder in die American International School schickt.

Die internationalen Schulen haben sich als starke Konkurrenz zu den traditionsbewussten Eliteschmieden des Landes etabliert. Die Vienna International School muss ein bestimmtes Kontingent an Schulplätzen für Kinder von UNO-Mitarbeitern freihalten und bekommt dafür die Lehrerkosten vom Bund ersetzt. Die American International School hingegen muss sich über das Schulgeld finanzieren, das mit über 14.000 Euro im Jahr nicht gerade gering ist. Trotzdem freut sich die AIS über ungebrochen regen Zulauf. Denn die Bildung der Kinder ist das Letzte, wo gespart wird, weiß auch Berater Detlef Kulessa, der Eltern hilft, das passende Eliteinternat für ihr Kind zu finden: „Auch in Krisenzeiten gibt es keinen Rückgang der Nachfrage. Von den Eltern wird ein Eliteinternat immer mehr als Chance für ihr Kind gesehen, und die Jugendlichen streben heute schon in jungen Jahren ins Ausland.“

Um ein Nobelinternat besuchen zu können und ein internationales Bakkalaureat zu erhalten, muss das zahlungskräftige Publikum aber nicht mehr nach England oder Amerika fahren. Ein Wiener Architekt hat am Wolfgangsee eine internationale Schule errichtet, wo eine handverlesene Zahl von Schülern aus aller Herren Länder in wenigen Wochen ihr erstes Schuljahr beenden wird (siehe „Schule selbst gemacht“).

Die Unzufriedenheit mit dem heimischen Bildungsangebot ließ auch andere Eltern unter die Schulgründer gehen. „Uns fehlte eine Unterstufe“, erzählt die oberösterreichische Unternehmerin Christine Hödlmayr-Gammer, wie es zur Gründung des Europagymnasiums in Baumgartenberg kam, das mittlerweile in jedem Schulranking Spitzenplätze belegt. „Die Kommunalpolitik war von unserem Anliegen, einer öffentlichen Unterstufe zum Oberstufenrealgymnasium, nicht zu überzeugen. Da bekamen wir den Tipp, doch ein Privatgymnasium zu gründen. Aber das geschah nur aus der Not heraus.“ Zu dieser Zeit erfuhr Hödlmayr, dass das nahegelegene Kloster zur Hälfte leer stand und die Ordensschwestern eine neue Nutzung für die Räumlichkeiten suchten. Man wurde rasch handelseins, und im September 1995 wurde die Schule mit der ersten Klasse eröffnet. Mittlerweile gehen 420 Kinder ins Europagymnasium, und jedes Jahr gibt es mehr Anmeldungen. In Baumgartenberg heißt das zentrale Thema nicht, Fachwissen zu pauken, sondern soziale Kompetenz und die Technik des Wissenserwerbs zu lernen. „Die Lehrer sind bei uns keine Angstfiguren, sondern verstehen sich als Coach“, freut sich Hödlmayr. In der von Christoph Chorherr gegründeten W@lz heißen die Lehrer Mentoren, kommen aus allen Bereichen des Wirtschaftslebens und müssen die Schüler nicht benoten: „Das schafft ein enorm entspanntes Klima, in dem es ausschließlich um Förderung geht“, so Chorherr.

Gute Schulen kann man riechen, meint der Gründer der Sir-Karl- Popper-Schule und Erfolgsautor Salcher: „Es ist das Flair gegenseitiger Wertschätzung, das einem beim Betreten einer guten Schule entgegenweht. Das spürt jeder.“ Respekt vor den Schülern oder gar eine echte Kundenorientierung gibt es aber nicht in jeder Privatschule. Der Industrielle Mirko Kovats, dessen Söhne im Alter von 11 und 13 Jahren ein renommiertes katholisches Privatgymnasium besuchen, hat andere Erfahrungen gemacht: „Da müssen manche Schüler – aus erzieherischen Gründen – noch in der Ecke stehen. Das wirkt doch ein bisschen vorsintflutlich.“ Kovats bezweifelt auch die Sinnhaftigkeit der Lehrinhalte: „Der allergrößte Teil des dort vermittelten Wissens ist für das spätere Leben völlig unbrauchbar.“ Das, so der A-Tec-Chef, sei freilich in öffentlichen Schulen auch nicht anders: „Ich war in Wien im fünften Bezirk im Gymnasium, und glauben Sie mir, das würde ich auch nicht empfehlen.“
Winkerlstehen als Mittel zur Rückkehr zu alten Tugenden? Absurd, sagen Pädagogen, denn ein wertschätzender Umgang mit den Jugendlichen bedeutet noch lange keine Verweichlichung, sondern ist eine Vorbereitung auf ein späteres Berufsleben, in dem – fast überall – Kundenorientierung großgeschrieben wird. Und die Vorbereitung auf das Leben sollte es ja sein, was die Schulen bieten. Als Stätten bloßer Wissensvermittlung erfüllen sie jedenfalls schon lange nicht mehr ihren Zweck.

„Wir alle müssen unser Fachwissen nach spätestens fünf Jahren überdenken und von vorne anfangen“, sagt Schulexperte Kneucker, „die Schule kann nur die Aufgabe wahrnehmen, die Freude am ständigen Lernen von Neuem tief in die Herzen zu versenken.“ Eine Schule sollte sich ihre Lehrer je nach Schwerpunkt selbst aussuchen können, findet Boris Nemsic: „Wir brauchen hier, ebenso wie in der Wirtschaft, einen gesunden Wettbewerb, das würde die Qualität der Ausbildung enorm steigern.“ Ob private Schulen ihre Zöglinge besser auf die Anforderungen von morgen vorbereiten können als öffentliche, hängt auch davon ab, wie diese Anforderungen aussehen. „Was wir in Zukunft brauchen, sind Social Skills, Sprachen, Weltoffenheit, Eigeninitiative und Rückgrat, aber auch ein funktionierendes Wertesystem“, ist Hanno Soravia überzeugt. „Initiative Menschen, die Mut haben offen zu sprechen und auch so zu handeln.“
Eine möglichst breite fundierte Allgemeinbildung und nicht zu viel Fachwissen hält Kari Kapsch für die besten Voraussetzungen, um beruflich erfolgreich zu sein. Ein Anspruch, den auch Evotec-CEO Werner Lanthaler unterstützt: „Wir wollen keine viersprachig dressierten Kleinkinder, sondern eine solide, breit gefächerte, wertorientierte Grundausbildung. Lebenslanges Lernen heißt, aus der Schule Freude und Freunde mitzunehmen, nur dann wird man auch mit Begeisterung forschen und studieren.“

Und nach Ansicht von Mondi-Vorstand Oswald sind es „Kritikfähigkeit, selbstständiges Denken, das Wissen, wie man komplexe Themen analysiert, und die Fähigkeit zur Umsetzung“, die Senkrechtstarter in Zukunft auszeichnen werden. Unberührt lässt das Thema jedenfalls keinen: „Es kommen unzählige Wirtschaftsmultiplikatoren zu mir und wollen wissen, in welche Schule sie ihre Kinder am besten geben“, erzählt Salcher. „Das Thema brennt!“ Seiner Ansicht nach soll Schule nur eine Aufgabe haben: glückliche, selbstbewusste Menschen zu bilden, die wissen, wo ihre Talente liegen.

Privat oder öffentlich? Das Resümee ist letztlich differenziert: Eine Privatschule ist kein Garant für bessere Lehrer und umfassendere Ausbildung, verschafft aber die Sicherheit, den Nachwuchs in einem exklusiven Umfeld zu wissen, das sozial und bildungsmäßig Vorteile verspricht. In einem Alter, in dem das Umfeld für die Kinder besonders prägend ist, kann das auch den späteren beruflichen Erfolg wesentlich beeinflussen.

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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