
Es ist unbestritten, dass manche Menschen über außergewöhnliche sportliche oder künstlerische Veranlagungen verfügen, die dann in Fußballakademien, Skigymnasien oder Musikschulen gefördert werden. Genauso gibt es kognitive Hochbegabung, der aber in Österreich oft große Skepsis entgegenschlägt. Gedanken zum 25-jährigen Jubiläum der Sir Karl Popper Schule.
Wessen wir am meisten im Leben bedürfen, ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
Die aktuelle Studie „Bildung in Zahlen“ der Statistik Austria beweist einmal mehr, dass unser Schulsystem bei den Ausgaben 50 Prozent über dem OECD-Schnitt liegt, bei den Ergebnissen dafür bestenfalls mittelmäßig ist. Oft wird übersehen, dass wir nicht nur bei der Chancengerechtigkeit für die Bildungsfernen, sondern auch bei den Spitzenschülern im internationalen Vergleich deutlich hinter den Besten liegen.
Die Sir Karl Popper Schule ist nach 25 Jahren noch immer ein Schulversuch, dessen pädagogisches Modell trotz nachweisbarem Erfolg nicht ins Regelschulsystem übernommen wurde. Sie ist nach wie vor die einzige derartige Schule in Österreich. Das ist nur eines von vielen Beispielen für den desinteressierten Umgang mit kognitiv besonders begabten jungen Menschen in unserem Land. Sobald aber ein Österreicher einen Nobelpreis gewinnt, schreit das ganze Land „Wir sind Nobelpreis“.
Schon bei der Gründung der Popper-Schule vor über 25 Jahren schlug ihr heftiger Widerstand entgegen. Sie wurde von einem der damals bekanntesten Bildungswissenschaftler im „Standard“ als „Sonderschule für Schwerstbegabte“ etikettiert, die spätestens nach drei Jahren scheitern würde.
Mit heftigem Gegenwind musste auch die Idee von Anton Zeilinger kämpfen, ein Institut für Spitzenforschung in Österreich zu schaffen. Heute, 15 Jahre danach, rangiert das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) dem „Nature Index“ nach unter den Top Ten der 30 besten Institute, die jünger als 30 Jahre sind.
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