Villa Esmerald Prozess: Freispruch für Sportmanager Leitgeb

Ronnie Leitgeb als ÖTV-Präsident bei einer Pressekonferenz im Jahr 2012

Ronnie Leitgeb als ÖTV-Präsident bei einer Pressekonferenz im Jahr 2012

Sportmanager Ronnie Leitgeb wurde bei der Neuverhandlung des Strafprozesses um die "Villa Esmara" vom Vorwurf der Beihilfe zur Untreue gegenüber der Immofinanz freigesprochen. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Die Causa Villa Esmara hat Gerichte lange beschäftigt. Dabei ging es um ein Trainingszentrum für Spitzensportler ("Champ Fitness") in der besagte, der Immofinanz gehörenden Immobilie in der Nähe von Monaco.

Die Idee für das Fitnesscenter kam von Leitgeb. Er mietete das Zentrum von der Immofinanz, blieb aber die Miete schuldig, die Immobilie jedoch aufgrund von Bauschäden in wesentlichen Bereichen unbenutzbar war.

Leitgeb und die Immofinanz schlossen in der Folge einen Vergleich, der im Wesentlichen den Verkauf der Immobilie zu einem festgelegten Preis vorsah. 2006 konnte Leitgeb die Villa jedoch zu einem deutlich höheren Preis an einen schwedischen Investor verkaufen, gegenüber der Vereinbarung floss ein Mehrerlös von rund 800.000 Euro an. Leitgeb, ebenso machte die Immofinanz einen deutlichen Gewinn - eine laut Anklage ungerechtfertigte Provision.

Die Causa kam durch einen ehemaligen Immofinanz-Mitarbeiter vor Gericht. Dieser hatte angezeigt, dass Petrikovics seinem prominenten Kunden Sonderkonditionen eingeräumt hatte. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Immobilie wurde dem ehemaligen Immofinanz-Vorstandschef Karl Petrikovics Untreue vorgeworfen. Der Sportmanager Ronald ("Ronnie") Leitgeb soll sich daran beteiligt haben.

Im Abschluss dieses Vergleichs und der darauf beruhenden Zahlung an Leitgeb erblickte die Staatsanwaltschaft eine missbräuchliche Handlung von Petrikovics zum Schaden der Immofinanz. „Der zwischen Immofinanz und Leitgeb geschlossene Vergleich im Zusammenhang mit der Villa Esmara ist zivilrechtlich zulässig und tägliche Praxis im Wirtschaftsleben“ wunderte sich Leitgebs Anwalt Thomas Kralik bereits über die Anklage. „Leitgeb war Kunde der Bank, hat Haftungen übernommen und dafür gesorgt, dass der Immofinanz kein Schaden entstanden ist.“ Dass die Abwicklung letztendlich ein Geschäft und kein Verlust für die Immofinanz war, wurde auch sehr detailliert in einem Gutachten von Thomas Keppert, Immobilientreuhand GmbH, nachgewiesen.

Ersturteil: 20 Monate bedingt

Im ersten Rechtsgang verurteilte Buwog-Richterin Marion Hohenecker Leitgeb zu 20 Monaten bedingter Haft. Für drei angeklagte Immofinanz-Mitarbeiter gab es Freisprüche. Der Hauptangeklagte, Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics, war nicht verhandlungsfähig und daher nicht anwesend. Damals sah sich Richterin Marion Hohenecker eher an Glücksspiel erinnert: „Wenn jemand einen Lottoschein kauft und damit nicht gewinnt, kann dieser auch nicht das Geld für den Schein zurückverlangen“, meinte sie in der Urteilsbegründung am Wiener Straflandesgericht.

Das Ersturteil wurde vollinhaltlich vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Bei der Neuverhandlung unter dem Vorsitz von Caroline Csarmann wurde der ehemalige Präsident des österreichischen Tennisverbandes und langjährige Trainer von Thomas Muster (Nummer Eins der Weltrangliste) vom Vorwurf der Beihilfe zur Untreue gegenüber der Immofinanz freigesprochen.

Laut Richterin Csarmann hat es keinen Tatplan zur Schädigung der Immofinanz gegeben. Grundsätzlich sei jeder einzelne Schritt wirtschaftlich nachvollziehbar. Deswegen könne auch nicht von einem Tatplan ausgegangen werden, ein Beitrag zur Untreue habe sich somit nicht ergeben, führte die Richterin in der mündlichen Begründung des Urteils am Dienstag am Straflandesgericht Wien aus. Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, das Urteil zu beeinspruchen.

„Es hat mich von Anbeginn erstaunt, dass es überhaupt zu einer Anklage gekommen ist“, fasst Anwalt Leitgebs Kralik von DLP Piper zusammen, „ich hoffe aber, dass mein Mandant damit vollständig rehabilitiert ist. Er musste während der langen Verfahrensdauer neben dem wirtschaftlichen auch einen hohen persönlichen Imageschaden tragen“.

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