So gründen Sie ein Unternehmen - die 10 wichtigsten Tipps

So gründen Sie ein Unternehmen - die 10 wichtigsten Tipps

Start-ups und andere Gründer, die bei der Unternehmensgründung wichtige Punkte nicht beachten, können letztlich daran scheitern. Tipps, wie man Probleme mit Kunden, Mitarbeitern, Gesellschaftern und Behörden vermeidet.

Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, muss vorher ein solider Grundstein gelegt werden. Ob hipper Start up oder die Gründung eines weiteren Unternehmens, vieles gilt es zu beachten, um nicht wegen Fehlern am Anfang, hinterher deshalb Schiffbruch zu erleiden. Johannes Kautz, als Anwalt bei DLA Piper, spezialisiert auf die Begleitung von Firmenbegründungen, gibt aufgrund seiner Erfahrung in diesem Bereich, Tipps, die man bei der Gründung eines Unternehmens unbedingt beachten sollte.

Die 10 wichtigsten Tipps für die Unternehmensgründung

1. Gewerberecht prüfen.

Zunächst ist festzustellen, ob ein freies oder ein reglementiertes Gewerbe, für das ein Befähigungsnachweis erforderlich ist, gegründet werden soll. Es kann auch eine Betriebsanlagengenehmigung notwendig werden. In gewissen Branchen gibt es auch andere regulatorische Vorschriften.

2. Gesellschaftsvertrag mit Tücken.

So führen Standard-Gesellschaftsverträge oft zu Problemen. Wichtige Punkte sind bei solchen mitunter ungeregelt. Oft kommt es zu Pattsituationen, etwa wenn unter zwei Gesellschaftern Streit ausbricht. Man sollte auch festlegen, wie die Gesellschaft finanziert wird und wer sonstige Beiträge wie Arbeitsleistung oder Know-how einbringt. Außerdem ist ein Exit-Szenario empfehlenswert.

3. Geistiges Eigentum schützen.

Es gilt, Marken, Muster und Patente anzumelden. Die Rechte sollen bei der Gesellschaft und nicht beim Gründer liegen.

4. Fördermöglichkeiten ausschöpfen.

Förderungen machen Gründern das Leben zumindest etwas leichter. Das Neugründungsförderungsgesetz sieht Gebühren- und Abgabenbefreiungen vor. Die zwei zentralen Förderstellen sind die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft. Auch auf regionale und EU-Forderungen sollte man nicht vergessen. Entscheidend ist, dass die Anträge für die meisten Förderungen vor Projektbeginn eingereicht werden.

5. Finanzierungsmöglichkeiten ausloten.

Alles steht und fällt mit der Finanzierung. Start-ups bieten sich alternative Finanzierungsformen. So können durch Crowdinvesting Nachrangdarlehen aufgenommen werden oder Investoren durch die Ausgabe von Genussrechten am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Beim Crowdfunding hingegen erhalten die Investoren nach der Finanzierung ein neu entwickeltes Produkt. Steigt ein Finanzinvestor ein, muss man darauf achten, welche Rechte ihm eingeräumt werden und welche Pflichten man selbst eingeht.

6. Probleme bei Direktwerbung bedenken.

Gründer versuchen oft, über Direktwerbung potentielle Kunden zu erreichen. Das Problem ist jedoch, dass für Anrufe und elektronische Nachrichten zu Werbezwecken eine vorherige Zustimmung erforderlich ist. Erhält man deshalb eine Abmahnung, muss unverzüglich reagiert werden, um Folgen wie etwa eine Unterlassungsklage zu vermeiden.

7. Bei Online-Shops: Vorschriften genau beachten.

Bei vielen Unternehmen ist E-Commerce nicht mehr wegzudenken. Damit gehen jedoch viele Rechtsvorschriften mit unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen einher wie Informationspflichten oder Rücktrittsrechte. Außerdem ist zu beachten, dass für jede kommerziell genützte Website, auch für Social-Media-Seite, Newsletter oder Flyer Impressumspflicht besteht.

8. Mitarbeiter sofort anmelden.

Mitarbeiter müssen umgehend und korrekt bei der Sozialversicherung angemeldet werden. Nimmt die Gebietskrankenkasse eine nachträgliche Umqualifizierung vor, kann es zu erheblichen Nachforderungen kommen. Um dies zu vermeiden, kann man auch selbst einen Antrag auf Versicherungszuordnung stellen. Arbeitnehmer lassen sich durch Mitarbeiterbeteiligungsprogramme motivieren. Besonders praktisch sind Phantom Shares, die Mitarbeitern ohne echte Beteiligung Vermögens- oder Gesellschafterrechte einräumen.

9. Haftung bei Strafen.

Geschäftsführer haften für Verwaltungsstrafen persönlich. Wenn man keinen verwaltungsstrafrechtlich Verantwortlichen bestellt hat, können für jede Tat alle Geschäftsführer bestraft werden. Ein ausreichendes internes Kontrollsystem schützt vor einer Bestrafung.

10. SVA- und Steuerzahlungen nicht hinausschieben.

Auch wenn ein Unternehmen insolvent wird, ist nicht alles verloren. Wichtig ist es, nie mit Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in Rückstand zu geraten. Für diese Verbindlichkeiten können Geschäftsführer persönlich zur Haftung herangezogen werden und diese Gläubiger verhindern im Insolvenzfall meistens eine Sanierung.

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