Reisebeschwerden: Das ärgert Urlauber am meisten

Reisebeschwerden: Das ärgert Urlauber am meisten

Noch vor wenigen Jahren waren klassische Reisemängel, wie Probleme mit Hotels, das größte Ärgernis für Reisende. Doch das hat sich massiv geändert. Nun bringt etwas ganz anderes die Urlauber auf die Palme.

Die Urlaubszeit neigt sich dem Ende zu. Nach und nach trudeln beim Konsumentenschutz der AK Oberösterreich Reisebeschwerden ein. Erfreulich ist, dass sich bisher nur wenige Konsumenten/-innen wegen klassischer Reisemängel wie Lärm, schmutzige Zimmer und überbuchte Hotels aufgeregt haben. Dafür sind viele mit häufig auftretenden Verspätungen und Ausfällen von Flügen unzufrieden, welche nicht zuletzt in direktem Zusammenhang mit der Insolvenz von Air Berlin stehen. Insgesamt 2.100 Beschwerden aus dem Jahr 2017 haben die Konsumentenschützer bis jetzt bearbeitet.

Probleme mit Flügen werden mehr

Zwei Drittel der Beschwerden betrafen heuer Verspätungen, Überbuchungen und Annullierungen betragen hingegen nur noch zehn Prozent den Reisemängel. 2012 beispielsweise sah das Verhältnis noch anders aus: Während jeder Zweite über Reisemängel klagte, beschwerte sich nur jeder Fünfte über Flugprobleme.

Anspruch auf Entschädigung bei Flügen

Für über 100 Betroffene von Flugproblemen erkämpften die Konsumentenschützer gemeinsam mit FairPlane seit 2016 insgesamt 47.000 Euro Entschädigung. Denn bei Flugverspätung, Flugausfall oder Überbuchung haben die Passagiere Anspruch auf eine von der Flugstrecke abhängige Entschädigung.

Air Berlin: Geschädigte fallen durch den Rost

"Nur wenige Reisende kennen ihre Rechte und die Fluglinien halten ihre Kunden hin, wenn sie eine Entschädigung fordern", so die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich in einer Analyse. Diese setzen sich unter anderem dafür ein, dass Geschädigte zu ihrem Recht kommen und ziehen dafür notfalls auch vor Gericht. Bei Air Berlin können aufgrund der Insolvenz aber keine Entschädigungszahlungen mehr geltend gemacht werden.

Unbedingt vor Ort reklamieren

Wenn das gebuchte Hotel oder Zimmer nicht den versprochenen Leistungen entspricht, müssen die Probleme umgehend beim Reiseveranstalter reklamiert werden, so die AK OÖ. Bestenfalls kann der Vertreter des Reiseveranstalters die Probleme sofort am Urlaubsort lösen.

Mängel bestätigen lassen

Wenn nicht, sollten die Mängel vom Vertreter in einer „Gästemeldung“ bestätigt werden. Ist das nicht möglich, können die Mängel zum Beispiel durch Fotos festgehalten und durch ein E-Mail an den Veranstalter oder das Reisebüro dokumentiert werden. Ist am Urlaubsort keine Verbesserung möglich, kann zuhause eine Entschädigung für die nicht oder schlecht erbrachten Leistungen verlangt werden.

Dauer-Ärgernis: Wenn die Stornoversicherung nicht zahlt

Zehn Prozent der Beschwerden im bisherigen Jahr betreffen Stornokosten und Stornoversicherungen, die ihre Leistungen nicht erbringen. Dieser Anteil an den gesamten Beschwerden ist über die Jahre hinweg konstant.

Höhere Summen werden eingeklagt

Tendenziell werden laut den Konsumentenschützern derzeit höhere Summen als in der Vergangenheit eingeklagt. Die AK dazu: "Das liegt vor allem daran, dass teure Reisen, wie Kreuzfahrten, immer beliebter werden und die Stornokosten dementsprechend hoch sind." Gerade bei sehr teuren Reisen empfiehlt sich daher der Abschluss einer Stornoversicherung vor Reiseantritt. Sie übernimmt bei Stornierung der Reise aus berechtigtem Grund die anfallenden Kosten.

Insolvenz der Air Berlin zeigt ungerechte Behandlung von betroffenen Reisenden


Die Insolvenz der Air Berlin war und ist für viele Betroffene zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit. Und sie zeigt eine ungleiche Behandlung auf: Während sich Pauschalreisende bei Flugausfall problemlos an den Veranstalter wenden können, ist für jene, die nur den Flug gebucht haben, der Ticketpreis zur Gänze verloren.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert eine gesetzliche Änderung, die auch Fluglinien zu einer Insolvenzabsicherung verpflichtet.

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