VW-Skandal: Online-Portal verspricht Geschädigten 5.000 Euro

Dieselgate: Der beispiellose Skandal im VW-Konzern erzürnt immer noch die Gemüter.

Dieselgate: Der beispiellose Skandal im VW-Konzern erzürnt immer noch die Gemüter.

Das Online-Rechtsportal myRight will allen vom VW-Skandal Betroffenen zu Schadenersatz verhelfen. Anträge können online gestellt werden, Kosten fallen nur im Erfolgsfall an. Wie die Online-Klage funktioniert und welche Wertminderung Experten bei Autos mit manipulierter Software kalkulieren.

Nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals im Volkswagen-Konzern hat VW bisher noch jede in Europa gestellt Forderung nach Schadenersatz abgelehnt. Das könnte sich nun ändern. Die deutsche Online-Plattform myRight.de hat nun in Brauschweig die erste Musterklage gegen den VW-Konzerns eingereicht.

myRight könnte damit eine Klagswelle lostreten, der sich auch österreichische VW-Kunden unter www.myright.at anschließen, wenn diese ein Auto gekauft haben, das vom als "Dieselgate" bekannt gewordenen Skandal betroffen sind.

Das Online-Unternehmen verspricht bis zu 5.000 Euro Schadenersatz. Anwaltskosten fallen keine an. Die Provision in Höhe von 35 Prozent wird nur im Erfolgsfall fällig. Diese Summe betrifft die Differenz zwischen der Schadenersatzzahlung von VW und dem verbleibenden Wert des Autos.

Hinter dem Onlineportal myRight.de steht die Hamburger Financialright GmbH, die auch als Inkasso-Unternehmen fungiert. Das bedeutet, es können auch Forderungen von Verbrauchern gegen Unternehmen wie Volkswagen durchgesetzt werden.

Auto, das den versprochenen Standards nicht entspricht

Die Argumente für eine Klage gegen VW: „Kunden haben etwas gekauft, das sie nie bekommen haben: Ein Auto, das die versprochene Standards an Qualität, Umweltfreundlichkeit und Sauberkeit einhält. Und diese erwarten zu Recht den Ersatz Ihrer Schäden“, erklärt Jan Eike Andresen, Leiter der Rechtsabteilung bei myRight.

Durch die Klage soll erreicht werden, dass im Namen einzelner Kunden der Kaufpreis rückerstattet wird. Die Juristen werfen VW sittenwidrige vorsätzliche Schädigung und den Verstoß gegen europäische Zulassungsregeln vor. Die Autos hätten demnach nicht zugelassen werden dürfen und müssten aus dem Verkehr gezogen werden.

Sich der Klage anzuschließen ist einfach. Kunden müssen sich bei MyRight registrieren. Man erhält in weiterer Folge ein Formular für eine „Treuhänderische Abtretung“ aller Schadenersatzforderungen gegen VW. Dieses Formular schickt man unterschrieben an das Unternehmen zurück. Die so abgetretenen Rechte nutzt das Unternehmen dann dazu ihrerseits die Schadenersatzforderungen gegenüber VW durchzusetzen.

In weiterer Folge muss man eine Kopie oder eingescannte Papiere des Fahrzeugscheins, der Zulassungsbescheinigung, des Kauf- oder Leasingvertrags oder des Kreditvertrags an myRight schicken.

Im Schnitt 1.000 bis 1.500 Euro Wertminderung pro Auto

Der deutsche Kartelljurist Christoph Rother von Hausfeld Rechtsanwälte LLP beziffert die durchschnittliche Wertminderung der mit der manipulativen Software ausgelieferten Fahrzeuge auf 1.000 bis 1.500 Euro.

Die Chancen, dass der VW-Konzern doch auf einen Vergleich einsteigt, sind mit dem Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gestiegen. Die Brüsseler Behörde hat festgestellt, dass VW gegen eine EU-Richtlinie verstoßen hat. Diese besagt, dass neue Fahrzeuge nur zur Verwendung im Straßenverkehr verkauft werden dürfen, wenn sie eine gültige Übereinstimmungsbescheinigung besitzen. Durch sie erklärt der Autohersteller, dass seine Fahrzeuge mit EU-Recht im Einklang stehen. Gerade das ist aus Sicht des Hausfeld-Anwalts nicht der Fall - so zeige es das EU-Mahnverfahren

Kommt es etwa zu einem Vergleich, werden die Juristen von myRight darin mit VW je nach Autotype die Höhe der Ausgleichszahlungen festlegen. Wem dieser erzielte Vergleich zu gering ist, kann immer noch die Reißleine ziehen und versuchen selbst mehr Geld herauszuschlagen.

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