Mit diesen faulen Tricks kassieren Vermieter die Kaution

Mit diesen faulen Tricks kassieren Vermieter die Kaution

Dort ein kleiner Mangel, da ein kleiner Schaden - und schon rückt der Vermieter am Ende des Mietverhältnisses nicht mehr mit der Kaution heraus. Trend.at verrät, was Vermieter als Schaden geltend machen können und mit welchen faulen Tricks sie vor dem Gesetz nicht durchkommen.

So mancher Vermieter ist mit allen Wassern gewaschen. Für so manchen von ihnen ist es immer wieder noch ein lukratives Nebengeschäft am Ende eines Mietverhältnisses mit fadenscheinigen Begründungen die Kaution einzubehalten. Auch wenn das mittlerweile nicht mehr so einfach ist wie früher. Denn der Gesetzgeber hat dieser juristischen Grauzone ein engeres juristisches Korsett verpasst. So haben mehrere Urteile des Obersten Gerichtshofs dieser gängigen Praxis einen Riegel vorgeschoben. Doch wer über seine Rechte nicht Bescheid weiß, muss immer noch damit rechnen von windigen Vermietern über den Tisch gezogen zu werden. Trend.at verrät was tatsächlich dazu führen kann, das der Vermieter Geld der Kaution einbehalten darf und mit welchen Argumenten dieser nicht mehr durchkommt.

Wenig Gründe, um die Kaution einzubehalten

Vor allem wenn Mieter mehrere Jahre in einer Wohnung gelebt hat, probieren die Vermieter gerne die Kaution nicht selten gleich komplett oder große Teile davon einzustreifen, mitunter mit hanebürchernen Argumenten. Doch wofür stehen dem Vermieter nachdem ein Mieter ein paar Jahre in einer Wohnung gelebt hat, die Kaution oder Teile davon zu? Eines gleich vorweg: "Dafür gibt es wenig triftige Gründe", so die Arbeiterkammer in einer Erklärung. Wenn jemand mehrere Jahre in einer Wohnung gelebt hat, sind die Wände eben nicht mehr blütenweiß, sondern schon etwas gräulich. Da man nicht über den Parkettboden schwebt, trägt dieser nach ein paar Jahren die eine oder andere paar Schrammen davon. Schließlich zahlt man auch Miete. Ein Extrageld für den Vermieter beim Auszug ist daher nicht so ohne weiteres drinnen.

Grauzone: Pflegliche Benützung

Der Oberste Gerichtshof ist was zum Thema Kaution zu folgender Erkenntnis gelangt: Der Mieter kann nicht für Schäden belangt werden, die trotz pfleglicher Benützung des Mietgegenstandes entstanden sind. Eine gewöhnliche Abnützung kann daher Mietern nicht angelastet werden. Klauseln im Mietvertrag, die den Mieter dazu verpflichten, die Wohnung quasi neuwertig zurückzugeben, sind damit null und nichtig. Allerdings eröffnet die Frage, was eine gewöhnliche Abnützung ist und was nicht, ein breites Feld für Streitigkeiten. Als Anhaltspunkt wird der Zustand der Wohnung an der Dauer des Mietverhältnisses gemessen. So liegt es laut OGH auf der Hand, dass die Abnützung nach 15 Jahren größer ist als wenn der Mietvertrag nach drei Jahren endet. Lassen sich die Streitigkeiten über den Grad der Abnützung nicht zwischen den beiden Parteien regeln, sollte man die Argumente durch das wohnrechtlichen Außerstreitverfahren überprüft werden. Dazu wurden in größeren Städten wie Wien, Graz, Salzburg eigene Schlichtungsstellen eingerichtet.

Bei gravierenden Schäden zählt die Nutzungsdauer

Wenn etwas kaputt gegangen ist oder beschädigt wurde, heißt das aber noch lange nicht, dass der Mieter den gesamten Schaden zahlen muss. Hat etwa ein Waschbecken einen Sprung, kann der Vermieter zwar einen Kostenersatz verlangen, aber nicht in der vollen Höhe für die Anschaffung eines neuen Waschbeckens. Nur dafür kann der Mieter Kosten veranschlagen und nicht die Kosten für ein neues. Für ein Wachbecken wird eine Nutzungsdauer von 30 Jahren angenommen. War das kaputte Teil zehn Jahre alt, werden nur zwei Drittel des Kaufpreises fällig.

Eine übliche Anzahl von Bohrlöchern ist laut Auskunft der Arbeiterkammer im Mietpreis inbegriffen. Wurde die Wand in einer anderen Farbe gestrichen, ist man ebenfalls nicht verpflichtet die ursprüngliche Farbe wieder anzubringen, solange man eine diskrete Farbe gewählt hat.

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