Kinder allein auf Reisen: Die wichtigsten Rechtstipps

Ob es gesetzliche Bestimmungen gibt, wann Kinder ohne Eltern ins Ausland reisen dürfen, welche Dokumente Kinder dabei haben müssen und in welchen Ländern es besonders strenge Vorschriften gibt. Die D.A.S. Rechtsschutz AG informiert.

Thema: Rechtstipps
Kinder allein auf Reisen: Die wichtigsten Rechtstipps

Irgendwann kommt für alle Eltern der Tag, an dem ihre Kinder eigene Wege gehen. Die Abnabelung beginnt oft mit dem ersten Urlaub ohne Eltern – dieser führt nicht selten ins Ausland. Vielen Eltern beschert dieser Gedanke ein mulmiges Gefühl. Das lässt sich zwar nicht verhindern, aber zumindest können sich Eltern soweit wappnen, dass das Kind keine rechtlichen Probleme bekommt.

Generell gilt: Gesetzliche Vertreter von Minderjährigen, typischerweise die Eltern, können deren Aufenthaltsort bestimmen. Sie können daher auch bestimmen, ob das Kind alleine verreisen darf oder nicht.

Das Alter, ab wann Kinder alleine reisen dürfen, ist nur in einem gewissen Ausmaß ausschlaggebend. Es reicht, dass das Kind von den Eltern als eigenständig und verlässlich eingestuft wird. Zur Orientierung: Die Voraussetzungen dafür sind üblicher Weise im Schnitt ab dem 14. Lebensjahr erreicht.

Dennoch können Beförderungsbetriebe wie Fluggesellschaften und die Bahn, aber auch Unterkunftgeber ein Mindestalter festlegen. Die D.A.S. Rechtsschutz AG rät daher Eltern, sich noch bevor der Urlaub gebucht wird darüber zu informieren.

Reisevollmacht ausstellen

Verreisen Minderjährige ohne ihre Erziehungsberechtigten, empfiehlt es sich, eine Reisevollmacht mitzunehmen. Darin wird bestätigt, dass sie die Erlaubnis haben, alleine zu reisen. Auch wenn Minderjährige mit den Großeltern, Tante und Onkel oder volljährigen Freunden ins Ausland verreisen, ist es empfehlenswert, eine entsprechende Vollmacht der Erziehungsberechtigten mitzuführen. So lassen sich vor allem im Ausland Missverständnisse und Probleme vermeiden. Sollte das Kind im Ausland kontrolliert werden, kann man so nachweisen, dass die volljährige Person mit dem Minderjährigen reisen darf und die Erziehungsberechtigten davon wissen. Vor allem in bestimmten Ländern sollte man darauf nicht verzichten. Erfahrungsgemäß kommt es etwa in Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Mazedonien, Slowenien und Serbien bei der Einreise von Kindern mit Nicht-Erziehungsberechtigten immer wieder zu Schwierigkeiten.

In welchen Ländern Vollmachten besonders wichtig sind

Um sprachliche Barrieren zu umgehen, sollte die Vollmacht zumindest in Deutsch und Englisch verfasst sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Vollmacht auch in die jeweilige Landessprache übersetzen. In bestimmten Ländern wie Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Griechenland muss die Vollmacht zudem gerichtlich oder notariell beglaubigt werden.

Werden, wie etwa bei Interrail, mehrere Länder bereist, sollte die Vollmacht jedenfalls die Vorschriften des „strengsten“ Landes erfüllen. Anlaufstellen für detaillierte Informationen zu einzelnen Ländern können die jeweilige Botschaft oder das jeweilige Konsulat sein. Zusätzlich erhalten Sie wichtige Reise-Informationen vom österreichischen Außenministerium.

D.A.S. Kunden können die Reisevollmacht hier anfordern.

Welche Dokumente Kinder noch mithaben sollten

Zusätzlich zu den Reisedokumenten und der Vollmacht sollten Minderjährige auch folgende Dokumente bei sich haben:
 eine Kopie der Geburtsurkunde
 eine Kopie des Reisepasses der Erziehungsberechtigten

Adresse und Telefonnummer mitführen

Um bei Kontrollen für Rückfragen entsprechend vorbereitet zu sein, sollte immer Adresse und Telefonnummer der Erziehungsberechtigten mitgeführt werden. So können diese sicherstellen, dass sie erreichbar sind, wenn es Probleme oder Fragen gibt.

Örtliche Bestimmungen beachten

Es gelten die Jugendschutzbestimmungen des jeweiligen Urlaubslandes. Das betrifft etwa Ausgehzeiten oder Vorschriften zum Alkoholkonsum. Die D.A.S. Rechtsschutz AG rät daher: "Erkundigen Sie sich als Erziehungsberechtigter unbedingt vor Reiseantritt, was erlaubt ist und was nicht. Sprechen Sie mit dem minderjährigen Kind über die Vorschriften bzw. informieren Sie auch eine mögliche Begleitperson."


Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der
D.A.S. Rechtsschutz AG

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:
Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Heuer feiert sie ihr 60-jähriges Jubiläum. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und ein breites Dienstleistungsangebot inklusive D.A.S. Direkthilfe® und telefonischer D.A.S. Rechtsberatung an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in ganz Österreich in regionalen D.A.S. Niederlassungen mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. Die D.A.S. Rechtsschutz AG agiert als Muttergesellschaft der D.A.S. Slowakei (seit 2013) sowie der D.A.S. Tschechien (seit 2014). In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre solide Marktposition als führender Rechtsschutzspezialist gefestigt. 2015 erwirtschaftete sie im inländischen Direktgeschäft ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 66,7 Millionen Euro.

Die D.A.S. ist Europas Rechtsschutz-Marke Nummer 1. Seit 1928 steht sie für Kompetenz und Leistungsstärke im Rechtsschutz. Heute agieren D.A.S. Gesellschaften in beinahe 20 Ländern weltweit. Sie sind die Spezialisten für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe, einer der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

Haftungsauschluss: Die Antworten auf die Fragen haben lediglich Informationscharakter. Sie wurden von den Rechtsexperten der D.A.S. gründlich recherchiert. Trotzdem übernehmen trend online und die D.A.S. Rechtsschutz AG keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen.

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