Causa Elsner - Ex-BAWAG-Chef will unbedingt vor Gericht

Causa Elsner - Ex-BAWAG-Chef will unbedingt vor Gericht

Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner (Archivbild, 21.12.2015) will sein Urteil bekämpfen.

Helmut Elsner will nichts unversucht lassen, um seine Verurteilung zu bekämpfen. Der Ex-BAWAG-Chef will eine Wideraufnahme des Strafverfahrens.

Wien. Der frühere BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner kämpft seit seiner Verurteilung im BAWAG-Prozess für eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens. Am 17. Juli 2007 hatte der Prozess im Wiener Straflandesgericht begonnen, am 4. Juli 2008 fiel das erstinstanzliche Urteil des Schöffensenats unter Vorsitz von Richterin Claudia Bandion-Ortner: Zehn Jahre Haft, die Höchststrafe, wegen Untreue an der Bank.

Elsner war nach dem Auffliegen von gescheiterten Spekulationsgeschäften im Jahr 2008 wegen Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

"Ich hab die Bank nicht betrogen, betrogen hat sie Flöttl", sagte Elsner erst kürzlich im Zib2-Interview im ORF. Wolfgang Flöttl habe das BAWAG-Geld nicht verspekuliert, sondern gestohlen, wiederholte Elsner seine bekannten Vorwürfe, die der Investmentbanker Flöttl immer entschieden zurückgewiesen hat.

Obwohl das erstinstanzliche Urteil vom Obersten Gerichtshof (OGH) am 23. Dezember 2010 teilweise aufgehoben wurde, blieb die Verurteilung zur zehnjährigen Haftstrafe aufrecht. Auch vorm Europäischen Menschenrechtsgerichtshof blitzte Elsner mit seinen Beschwerden ab. Elsner war der einzige von neun Angeklagten im BAWAG-Prozess, der ins Gefängnis musste.

Am 7. Juli 2011 wurde der damals 76-Jährige nach insgesamt viereinhalbjähriger Haft wegen Haftunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen freigelassen. Seitdem bemüht sich der pensionierte Banker umso mehr, eine Wiederaufnahme seines Verfahrens zu erreichen, um seine Verurteilung zu bekämpfen. Dazu kam der seit Ende des Prozesses in Deutschland lebende Elsner sogar zu einer Einvernahme nach Wien ins Bundeskriminalamt, wo er am 27. September 2016 seine Argumente darlegte.

Sein Antrag auf Wiederaufnahme des Strafverfahrens wurde am 16. Dezember 2016 abgewiesen, dagegen richtete er eine Beschwerde an das Oberlandesgericht Wien. Beim OLG liegt nun der umfangreiche Akt, wann darüber eine Entscheidung fallen wird ist noch offen.

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