Schwächen und Stärken des Standorts Österreich

Der Wirtschaftsstandort Österreich im Quick-Check: Wie konkurrenzfähig ist die Alpenrepublik hinsichtlich Kosten, Politik, Regulierung, Arbeitskräfte, Innovation, Infrastruktur und Lebensqualität?

Schwächen und Stärken des Standorts Österreich

Österreich verliert als Wirtschaftsstandort im internationalen Vergleich an Attraktivität. Bei etlichen wichtigen Standortindizes hat Österreich in den vergangenen Jahren an Terrain verloren (siehe Grafik). Nur beim Korruptions Wahrnehmungsindex (TI) konnte sich Österreich zuletzt deutlich verbessern. Im aktuellen Deloitte Radar schafft es Österreich jedoch bei keinem der vier Indizes (TI, IMD, INSEAD, WEF) unter die Top 15.

Indizes Ranking 2008-2015

Was zu tun wäre hat Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich in seinem Kommentar "Mut zur Trendumkehr" beschrieben. In der Analyse der wichtigsten Standortfaktoren sieht Gröhs vielfach auch Handlungsbedarf. Bei der Steuer- und Abgabenbelastung hält der Deloitte-Manager diesen auch nach der Steuerreform 2016 sogar noch für akut. Nur gemessen an der Lebensqualität habe Österreich einen klaren Standortvorteil. Doch auch dieser Status ist in Gefahr.

Standortfaktoren im Check

Innovation, Forschung und Technologie

Österreich zählt zu den überdurchschnittlich starken Forschungs- und Innovationsstandorten in Europa und konnte in den letzten Jahren die Innovationseffizienz kontinuierlich verbessern. Für eine dynamische Start-up-Szene sind der Abbau bürokratischer Hürden und die Förderung einer stärkeren Private-Equity-Kultur essenziell.

Bewertung: STANDORTVORTEIL MIT VERBESSERUNGSPOTENZIAL
Tendenz: Steigend

Kosten

Österreichs Fiskalpolitik schneidet im internationalen Wettbewerb sowohl hinsichtlich der hohen Steuer- und Abgabenbelastung als auch bei der Bewertung der Lenkungseffekte schlecht ab. Die Steuerreform war ein erster Schritt zur Entlastung des Faktors Arbeit, allerdings mit einer überwiegend einnahmenseitigen Gegenfinanzierung.

Bewertung: DRINGENDER HANDLUNGSBEDARF
Tendenz: Steigend

Lebensqualität

Materieller Wohlstand und die Qualität des Lebensstandards sind überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Beim subjektiven Wohlbefinden und bei der Einschätzung künftiger Möglichkeiten liegt Österreich jedoch hinter vergleichbaren Staaten zurück, wodurch die hohe Lebensqualität in der Wahrnehmung vieler in Gefahr ist.

Bewertung: KLARER STANDORTVORTEIL
Tendenz: Sinkend

Politisches und ökonomisches Umfeld

Österreich sieht sich aktuell mit einer der geringsten Wachstumsraten Europas, sinkenden Investitionen und einer hohen Staatsverschuldung konfrontiert. Die gute Beschäftigungssituation wird durch einen anhaltenden Anstieg der Arbeitslosigkeit getrübt. Die Bewertung sinkt gegenüber dem Vorjahr - kurzfristig ist keine Besserung in Sicht.

Bewertung: HANDLUNGSBEDARF
Tendenz: Gleichbleibend

Regulatorisches Umfeld

Die regulatorischen Auflagen werden als größtes unternehmerisches Risiko und Investitionshemmnis wahrgenommen. Österreich fällt dabei im europäischen Vergleich durch einen anhaltend hohen Bürokratieaufwand, viele Einzelregelungen und vergleichsweise wenig Flexibilität auf - eine Entspannung ist noch nicht zu erwarten.

Bewertung: HANDLUNGSBEDARF
Tendenz: Gleichbleibend

Unternehmensinfrastruktur und Umfeld

Mit seiner gut ausgebauten allgemeinen Infrastruktur zählt Österreich zu den höchstentwickelten Standorten. Beim raschen technologischen Fortschritt und der dafür notwendigen IKT-Infrastruktur besteht jedoch noch Aufholbedarf auf die führenden Innovationsstandorte - hier darf der Anschluss nicht verpasst werden.

Bewertung: STANDORTVORTEIL MIT VERBESSERUNGSPOTENZIAL
Tendenz: Gleichbleibend

Verfügbarkeit von Arbeitskräften

Seit Jahren steht eine steigende Arbeitslosigkeit bei geringer qualifizierten und älteren Arbeitnehmern den Engpässen bei gut ausgebildeten Arbeits-und Fachkräften gegenüber. Österreich hat die große Herausforderung zu meistern, weitere Erwerbspotenziale zu erschließen und das Bildungsniveau kontinuierlich zu steigern.

Bewertung: HANDLUNGSBEDARF
Tendenz: Gleichbleibend

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Zu den Personen:
Caroline Palfy (r.) ist neue Geschäftsführerin in der Handler Holding GmbH und verantwortet den Bereich Sustainable-Strategie. Das Familienunternehmen HANDLER ist Spezialist für hochwertige Bau- und Immobilienprojekte in Österreich.
Marieluise Krimmel ist Partnerin bei Deloitte in Wien im Bereich Audit & Assurance und ist in der Prüfung und Beratung tätig. Ihre Branchenschwerpunkte liegen neben der Industrie in der Immobilien- und der Bauwirtschaft.

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